Bahn-Verbindungen rund um Solingen RE 7 und RB 48 gestört, RE 47 fällt aus – damit müssen Fahrgäste rechnen

Solingen / Haan / Leverkusen · Die Bahnverbindungen rund um Solingen sind zurzeit auf allen Linien beeinträchtigt: RE 7 und RB 48 sind gestört, der RE 47 fällt weiterhin aus. Warum das so ist, wie lange dieser Zustand noch andauert und welche Alternativen es gibt.

 Die Zugverbindungen von National Express sind derzeit noch wegen Oberleitungsschäden gestört – auch in Solingen.

Die Zugverbindungen von National Express sind derzeit noch wegen Oberleitungsschäden gestört – auch in Solingen.

Foto: Alexander Riedel

Die Betreibergesellschaft National Express berichtet für die von ihr betriebenen Linien RE 7 (Rheine – Münster – WuppertalKöln – Krefeld) und RB 48 (Wuppertal – Köln – Bonn) Störungen und Zugausfälle. Das zum einen, weil Personal krank ist. Zum anderen aber auch, weil die in Wuppertal entstandenen Oberleitungsschäden von Montag und Dienstag, 8. / 9. April, immer noch Auswirkungen haben.

In Wuppertal konnten etwa 80 Bahnreisende Montagmorgen mehr als zwei Stunden ihre Züge nicht verlassen. Grund war eine heruntergestürzte Oberleitung, die auf einen Zug gefallen war, der im Bahnhof Oberbarmen am Gleis stand. Laut Bundespolizei stand daneben ein weiterer Zug, der ebenfalls betroffen war und nicht weiterfahren konnte: Die Stromleitung musste erst geerdet werden. Normalerweise führen die Oberleitungen 15.000 Volt bei 1000 Ampere – für Menschen sind Stromstöße aus diesen Leitungen in der Regel tödlich. Erst, nachdem Techniker das Kabel geerdet hatten, konnte der Zug mit 80 Bahnreisende evakuiert werden. Bedingt durch das Unglück fielen Züge auch des Fernverkehrs aus. ICs und ICEs mussten umgeleitet werden und konnten nicht in Wuppertal halten. Zeugen berichteten, dass sie eine Explosion gehört und Rauch wahrgenommen hatten, bevor die Oberleitungen herunter fielen.

In Folge dieser Schäden wurden aufgrund durchhängender Leitungen die Stromabnehmer von über einem Drittel der durch National Express auf den Linien eingesetzten „Talent 2“-Triebzüge beschädigt. Daher komme es auf diesen Linien „derzeit zu Kapazitätsabweichungen“, berichtet das Unternehmen. Zumeist könne den Fahrgästen nur ein Zugteil zur Verfügung gestellt werden. Einzelne Fahrtausfälle seien ebenfalls möglich. National Express ermittle derzeit gemeinsam mit dem Infrastrukturbetreiber DB InfraGO und der Bundespolizei, wie es zur Beschädigung der Oberleitung kam.

„National Express arbeitet mit Hochdruck daran, seinen Fahrgästen schnellstmöglich wieder die volle Fahrzeugkapazität zur Verfügung zu stellen“, heißt es aus Köln, wo der Betreiber seinen Sitz hat. Die beschädigten Triebzüge werden nun nacheinander in die Werkstätten abgeschleppt. Erst dort könne der tatsächliche Reparaturaufwand der Fahrzeuge festgestellt werden.

„Da insbesondere neue Stromabnehmer jedoch nicht in solch großer Stückzahl unmittelbar verfügbar sind, kann es zu Verzögerungen bei den Reparaturen kommen“, erläutert ein Sprecher. Das Techniker-Team von National Express prüfe gemeinsam mit seinen Partnern, ob zusätzliche Werkstattkapazitäten verfügbar sind und wie Ersatzteile möglichst schnell beschafft werden können.

Das hat Folgen für den Bahnverkehr, deren Dauer noch nicht benannt werden kann: „Aufgrund des noch nicht genau abschätzbaren Wartungsaufwands kann derzeit keine verlässliche Prognose abgegeben werden, wann wieder die volle Flottenkapazität zur Verfügung stehen wird. Voraussichtlich ist jedoch bis Ende April mit Einschränkungen auf den Linien RB 48 und RE 7 zu rechnen“, heißt es aus Köln. Die reparierten Fahrzeuge würden nach und nach wieder in den Betrieb überführt, so dass eine schrittweise Verbesserung der Lage erwartet wird.

RE 47 stellt Betrieb bis Jahresende ein

Das trifft Solingen doppelt hart. Denn die Regiobahn als Betreiberin des Regionalexpress RE 47 (Düssel-Wupper-Express), der auch in Solingen am Hauptbahnhof sowie in Grünewald und Mitte hält, stellt die Zuglinie zwischen Remscheid und Düsseldorf voraussichtlich bis Ende 2024 ein. Der Grund: Es müssen mehrere Züge repariert werden. Die Entscheidung für den harten Schnitt sei zusammen mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr gefallen, heißt es vom Unternehmen.

Fahrgäste sollen wie schon seit Monaten den Schienenersatzverkehr mit Direktbussen zwischen Lennep und Düsseldorf mit weiteren Halten am Remscheider Hauptbahnhof und Güldenwerth nutzen – oder die S-Bahn S 7 bis Solingen und dann in die S 1 umsteigen.

Immerhin: Die S-Bahnlinie S 7 von Wuppertal über Remscheid nach Solingen, die von der Rhein-Ruhr-Bahn betrieben wird, wird ab etwa 20 Uhr am Freitag wieder den Fahrbetrieb aufnehmen. Das kündigte Pressesprecher Tim Novak auf Nachfrage an. Die Deutsche Bahn habe bestätigt, dass zu diesem Zeitpunkt die Bauarbeiten beendet seien.

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