1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Rat der Verbraucherschützer war gefragt

Verbraucherzentrale NRW in Solingen : Rat der Verbraucherschützer war gefragt

Im Corona-Jahr 2020 stand das Team um die Leiterin der Verbraucherberatung am Werwolf, Dagmar Blum, trotz Pandemie vielen Menschen zur Seite – vor allem bei stornierten Reisen und anderen Finanzthemen.

Alle Themen rund ums Reisen hatten im Corona-Jahr 2020 bei der Verbraucherberatung am Werwolf höchsten Stellenwert. „Es ging um ausgefallene Urlaubsreisen, stornierte Flüge. Und es gab großen Ärger darüber, dass Anbieter und Veranstalter nicht erreichbar waren“, sagt Dagmar Blum. Die Leiterin der Verbraucherberatung am Werwolf legte am Mittwoch den Jahresbericht 2020 vor und betont: „Unser Rat und unsere Hilfe waren im Corona-Jahr stark gefragt.“

Oft beklagten Betroffene schleppende oder verweigerte Rückzahlungen von Veranstaltern bei Stornierungen sowie das Vertrösten mit Gutscheinen. Besonders verärgerte die Menschen, wenn Anbieter auf ihre Anfragen gar nicht oder erst nach Wochen reagierten“, berichtete die sagt Dagmar Blum. Sie befürchtet, dass immer noch viele Verbraucher auf ihr Geld warten

Immerhin 5400 Verbraucherberatungen konnten trotz der Pandemie und den damit verbundenen geschlossen Türen am Werwolf über einige Wochen hinweg im vergangenen Jahr erledigt werden. „Wir waren und sind per Telefon und E-Mail stets mit Ratsuchenden in Kontakt“, sagt die Leiterin des Teams der Solinger Verbraucherberatung. „Wir wollten für die Verbraucher verlässlich da sein. Das ist uns gelungen“.

  • Das Thema Reisen - hier Bürgermeister
    Jahresbilanz in Dormagen : Viele Anfragen rund ums Reisen bei der Verbraucherberatung
  • Die Corona-Pandemie hat den Handel in
    Starkes Bündnis : Ansturm auf Corona-Hilfsprogramm 
  • Wenn das Geld knapp wird, erliegt
    Neuer Jahresbericht : Verbraucherschützer holen 40 Leverkusener aus Neppkredit-Falle

Überdies wurden über 2000 Rechtsberatungen und -vertretungen geleistet. „Davon waren 23 Prozent entgeltfrei“, erklärt Blum mit Blick auf Personen mit niedrigen Einkommen. Der Einsatz der Verbraucherschützer lohnte sich allemal. Denn die Top-Ten-Liste der finanziell erfolgreichsten Rechtsvertretungen brachten Ersparnisse in der Spitze von 7240 Euro bis zu 1352 Euro auf Platz zehn.

Ohnehin gehört der Bereich Finanzen mit rund 37 Prozent zu den gefragtesten Themen der Menschen, die Rat bei der Verbraucherzentrale suchen. Dazu zählen auch mietrechtliche Anfragen und Rechnungsprobleme. Aber auch die Bereiche Dienstleistungen, Freizeit, Konsumgüter und Telefon werden oft nachgefragt.

Seit Montag dieser Woche ist die Verbraucherberatung am Werwolf auch wieder für persönliche Beratungen geöffnet. Allerdings nur, wenn man zuvor einen Termin vereinbart hat. Die entgeltfreie Erstberatung wird zudem weiter ab dem 11. Juni am Telefon angeboten. Das habe sich bewährt.

Auch beim Online-Einkauf läuft längst nicht alles glatt. „Es gab Probleme bei Reklamationen und Retouren“, erklärt Dagmar Blum und rät, „bei Vertragsabschluss die Augen offen zu halten“. Aber auch Schnäppchen-Angebote von sogenannten „Fakeshops“, die insbesondere Produkte aus dem Hightech-Bereich offerieren, haben ihre Tücken. „Hier ist Vorsicht geboten. Vor allem, wenn um Vorkasse gebeten wird. Dann ist das Geld weg, und das Produkt kommt nicht“, weiß die Leiterin der Verbraucherberatung aus einigen Fällen. Von daher sei es im Online-Handel wichtig, sich mit dem Anbieter vertraut zu machen, bevor man etwas kauft. Dagmar Blum: „Man muss wissen, mit wem habe ich es zu tun und wer ist mein Vertragspartner.“

Die Verbraucherschützer erreichten im vergangenen Jahr aber auch verstärkt Beschwerden von verspäteten Lieferungen, nachdem sie zuvor online Waren bestellt hatten. „Der Verbraucher muss sich das nicht gefallen lassen“, sagt Dagmar Blum. Zumal Online-Shops eine konkrete Lieferfrist angeben und diese auch einhalten müssen. Nachträgliche Veränderungen der Lieferfrist aufgrund von Produktionsschwierigkeiten des Händlers müssten nicht akzeptiert werden.