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Solingen: Die Hälfte der Solinger hat eine Erstimpfung

Corona-Situation in Solingen : Die Hälfte der Solinger hat eine Erstimpfung

„Impfen ist die große Lösung bei der Bekämpfung der Pandemie“, sagt Oberbürgermeister Tim Kurzbach. Der Verwaltungschef mahnt aber, trotz sinkender Inzidenzen weiter aufmerksam zu bleiben.

Frühestens in der letzten Juni-Woche wird das Impfzentrum im ehemaligen Kaufhof wieder Erstimpfungen anbieten können. Davon geht Udo Stock, Leiter des Solinger Impfzentrums, nach Gesprächen mit dem NRW-Gesundheitsministerium aus. „Die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen bekommen zurzeit jede Woche rund 500.000 Impfdosen. Die gehen aber komplett für die Zweitimpfungen drauf“, sagt Udo Stock.

Seit dem 31. Mai werden Erstimpfungen gegen das Coronavirus nur noch in über 80 Solinger Arztpraxen durchgeführt. Das NRW-Gesundheitsministerium war damals davon ausgegangen, dass voraussichtlich Mitte Juni auch wieder in den Impfzentren die erste Spritze gesetzt werden kann. Daraus wird nichts. „Die Liefermengen für Juli sind auch noch vage. Wir werden hoffentlich in den nächsten 14 Tagen wissen, wie viel Impfstoff den Impfzentren zur Verfügung gestellt wird“, sagt Stock.

Mittlerweile haben laut Kassenärztlicher Vereinigung Nordrhein etwas mehr als 80.000 Solinger und damit gut die Hälfte der Einwohner eine Erstimpfung erhalten. Mehr als 37.000 Solinger sind bereits zwei Mal geimpft. 54.030 Erst- und rund 28.000 Folgeimpfungen hat dabei das Impfzentrum geleistet. Die mitimpfenden über Arztpraxen kommen bisher auf über 26.000 Erst- und knapp 10.000 Zweitimpfungen. „Wenn im Juli/August die Impfstoff-Lieferungen hochgehen, dann macht unsere Impfkampagne weiter gute Fortschritte“, sagt Udo Stock. Dafür ist aber Klarheit über die Impfstoffmengen notwendig. Klarheit soll bis Ende nächster Woche auch darüber bestehen, wie lange das Impfzentrum noch in Betrieb ist. Stock: „Bis Ende September ist zunächst die Finanzierung gesichert.“

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„Corona ist nicht vorbei, aber in eine neue Phase getreten“, sagt Oberbürgermeister Tim Kurzbach. Als „gute Nachricht“ wertet er die bisherigen Impferfolge: „Impfen ist die große Lösung bei der Bekämpfung der Pandemie – wir müssen aber weiter aufmerksam bleiben“, so der Verwaltungschef.

Eine Einschätzung, die auch Prof. Dr. Winfried Randerath teilt. „Die Situation hat sich zwar deutlich entspannt, aber sie ist weiter fragil“, mahnt der Chefarzt des Krankenhauses Bethanien. Trotz aller Freude sollte jetzt nicht ausschweifend gefeiert werden, „sonst kippt die Situation“, sagt Randerath und ergänzt: „Wir wollen die vierte Welle vermeiden.“

Dezernent Jan Welzel appelliert in die gleiche Richtung. „Es endet jetzt die Phase der übermäßigen Reglementierungen. Aber jeder bleibt aufgefordert, weiter Abstand zu halten und stets eine Maske griffbereit zu haben, wenn sich größere Menschenansammlungen bilden.“

In diesem Zusammenhang betont Schuldezernentin Dagmar Becker, dass auf den Schulhöfen und in den Unterrichtsräumen weiter eine Maskenpflicht besteht. Infektionen habe es zuletzt in den Schulen nicht gegeben. „Es zeichnet sich eine deutliche Entspannung ab“, sagt Dr. Annette Heibges, Leiterin des Stadtdienstes Gesundheit.