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Spar- und Bauverein Solingen: Genossenschaft hält Mieten weiter stabil

Spar- und Bauverein Solingen : Genossenschaft hält Mieten weiter stabil

Der Spar- und Bauverein Solingen hat im Geschäftsjahr 2020 ein Jahresergebnis in Höhe von 7,1 Millionen Euro erwirtschaftet. Die mehr als 14.000 Mitlieder erhalten erneut die höchstmögliche Dividende von vier Prozent.

Die größte Wohnungsbaugenossenschaft des Rheinlandes verzeichnet auch 2020 ein „außerordentlich gutes Geschäftsjahr“. Dies erklärte am Dienstag der Aufsichtsratsvorsitzende des Spar- und Bauvereins Solingen (SBV), Hans-Werner Bertl. Zusammen mit Vorstand Manfred Krause und dem neuen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Dingel präsentierte Bertl die Bilanz der Genossenschaft.

Die hat ein Jahresergebnis in Höhe von 7,1 Millionen Euro erzielt. Einmal mehr können sich die 14.032 Mitglieder auf die höchstmögliche Dividende von vier Prozent freuen. Zur Auszahlung kommen knapp 700.000 Euro, mit 5,7 Millionen Euro stärkt der SBV die Ergebnisrücklagen. Bertl: „Wir sind ein starkes Stück Solingen.“ Denn unter den Dächern der 1723 SBV-Häuser mit 6903 Wohnungen sind rund 16.000 Menschen zu Hause – zehn Prozent der Solinger Bevölkerung.

Und die können sich weiter über stabile Mieten freuen. „Bei einem Ergebnis von 7,1 Millionen Euro kann man nicht über Mieterhöhungen nachdenken“, findet der neue Vorstandsvorsitzende Jürgen Dingel. Der 60-Jährige, bereits seit 44 Jahren beim SBV tätig, hat Ulrich Bimberg abgelöst, der in den Ruhestand getreten ist. „Das Vertrauen in die Genossenschaft ist nach wie vor ungebrochen“, sagt Dingel auch mit Blick auf die guten Bilanzzahlen und einer durchschnittlichen Miete von 5,86 Euro je Quadratmeter.

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Etwa 21 Millionen Euro flossen im vergangenen Jahr in Neubau und Bestand, davon ein großer Teil in energetische Sanierungen. Die Instandhaltungsmaßnahmen – von Kleinreparaturen bis zur Herrichtung von Wohnungen nach Mieterwechsel – machten rund 9,5 Millionen Euro aus. Hier sollten laut Dingel eigentlich noch rund 1,3 Millionen Euro mehr ausgegeben werden, doch die Corona-Pandemie machte dem einen Strich durch die Rechnung.

Gleichwohl: Der Spar- und Bauverein Solingen hat in den vergangenen zehn Jahren etwa 200 Millionen Euro investiert und sieht sich von daher als „verlässlicher Partner für das lokale Handwerk und Wirtschaftsfaktor für Solingen“.

Die Genossenschaft merkt derzeit aber auch anziehende Baukosten. Aktuell wird das bei einem bauprojekt in der Siedlung Böckerhof sichtbar. Am Argonner Weg wird eine viergruppige Kindertagesstätte für maximal 80 Kinder errichtet. Statt der zunächst kalkulierten 2,3 Millionen Euro müssen dafür nun 2,5 Millionen Euro aufgewendet werden. Bis Ende dieses Jahres soll das zweigeschossige Gebäude fertiggestellt sein, in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) soll die Kita Anfang 2022 an den Start gehen.

Im ersten Bauabschnitt wurden 5,9 Millionen Euro im Böckerhof investiert für 33 Generationenwohnungen auf dem Eckgrundstück Argonner Weg/Wittekindstraße. Noch im Laufe dieses Jahres werden nun drei weitere neue Häuser mit 27 barrierefreien Generationenwohnungen bis Ende 2022 gebaut – neun davon sind öffentlich gefördert.

Die Strategie der Genossenschaft, die im nächsten Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiern will, ist klar: Durch Kombination von Modernisierung und bestandsersetzendem Neubau werden Siedlungen zukunftssicher gemacht mit attraktiven Angeboten für Familien und Älteren im gewohnten Siedlungsumfeld.

Das galt schon bei der Großmodernisierung der Siedlung Wasserturm in den vergangenen Jahren – hier wurden in sieben Bauabschnitten seit 2014 rund 21,2 Millionen Euro investiert –, das soll nach Abschluss der Bauarbeiten im Böckerhof dann auch für die Siedlung am Weyersberg gelten. 60 barrierefreie Wohnungen in vier dreigeschossigen Häusern sowie ein Bewohnertreff werden hier ab dem Jahr 2023 in Angriff genommen.