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Ringen: Red Devils Heilbronn machen dem KSK Konordia Neuss keine Angst

Ringen : Red Devils machen dem KSK keine Angst

Der Ringer-Bundesligist aus Neuss glaubt am Samstag auch beim Topfavoriten Red Devils Heilbronn an seine Siegchance. Noch viel Arbeit im Schwergewicht.

Trotz der 14:16-Heimniederlage zum Saisonauftakt gegen Nackenheim, der starke Auftritt des Ringer-Bundesligisten KSK Konkordia Neuss hat Eindruck gemacht. Man kennt den Aufsteiger von 2019 in Deutschland – auch am Neckar, wo die Schützlinge der Trainer Oleg Dubov, Erich Marjalke und Max Schwindt am Samstagabend (19.30 Uhr, Römerhalle Neckargartach) zu Gast sind.

Patric Nuding, Trainer der Red Devils Heilbronn, die wohl nur ein abermaliger Lockdown vom Erreichen der Finalrunde um die Deutsche Meisterschaft abhalten könnte, schätzt die am Rhein geleistete Arbeit. Mit Blick auf den von Samuel Bellscheidt, Aaron Bellscheidt und Deni Nakaev angeführten Talentpool stellt er dem KSK ein sehr gutes Zeugnis aus: „Neuss hat in den letzten Jahren eine herausragende Nachwuchsarbeit gemacht und hat drei junge Griechisch-Römisch-Athleten im Bundesliga-Team, die zu den besten ihrer Altersklasse gehören.“ Er erwarte, dass die Rheinländer mit dem Besten nach Heilbronn kommen, was ihnen zur Verfügung stehe. „Für uns wird das ein heißer Tanz und die Zuschauer können sich auf zehn spannende Kämpfe freuen.“

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Eine Prognose, die der in Neuss als Sportlicher Leiter beschäftigte Fatih Cinar nur bestätigen kann. „Wir stehen so stark, wie es geht. Es könnte eine Überraschung geben .. Und wenn alles optimal läuft, können wir sogar gewinnen.“ Der Schuh drückt wie schon am Sonntag gegen Nackenheim in den hohen Gewichtsklassen: Ob Adlan Tasuev (Belarus) endlich sein Visum bekommt, ist nach wie vor fraglich. Zu verstehen vermag Cinar das nicht. „Im Vorjahr gab es doch auch keine Probleme, da war er fünf Monate hier.“ Gegen Nackenheim half in der Gewichtsklasse bis 98 Kilogramm der nur etwas mehr als 85 Kilogramm wiegende Rashidkhan Khiziriev aus – und quittierte gegen Robin Ferdinand prompt vier Punkte. Damit das nicht noch einmal passiert, bemüht sich Cinar seit Tagen um Zviad Metreveli. Doch auch der Georgier ist bislang nicht über den Flughafen in Tiflis hinausgekommen. „Dort heißt es immer nur ‘wait, wait, wait’“, sagt der Sportliche Leiter mittlerweile leicht genervt.

Dafür könnte der Ungar Dariusz Vitek im Schwergewicht (bis 130 kg) sein Saisondebüt für Neuss geben. Obwohl er es höchstwahrscheinlich mit Olympia-Teilnehmer Eduard Popp, der im April bei den Europameisterschaften in Warschau Bronze geholt hatte, zu tun bekommt, traut ihm der stets optimistische Cinar einen Sieg zu, „wenn er einen guten Tag hat.“ Darauf, dass Lom-Ali Eskijev (75 kg) im Duell mit dem im Vorjahr noch an der Jahnstraße ringenden Daniel Sartakov triumphiert, hat der 37-Jährige sogar eine private Wette angenommen. „Viele unterschätzen Lom.“

Auf jeden Fall ein ganz besonderer Kampf wartet auf Samuel Bellscheidt: Der Dritte der Junioren-EM trifft entweder auf den schon 40 Jahre alten Adam Juretzko (EM-Bronze 1999 und 2005), der in der Ringer-Szene als „Commander“ längst Kultstatus genießt, oder aber auf Frank Stäbler. Der dreimalige Weltmeister hatte in Tokio mit Rang drei seine internationale Karriere beendet und im Vorfeld des Öfteren mit Bellscheidt trainiert. Bekannte Größen im Team der Red Devils sind zudem der Ex-Neusser Georg Harth (80 kg), der Pole Radoslaw Baran (97 kg/Platz drei bei EM 2021 in Warschau) sowie der dreimalige EM-Bronzemedaillengewinner Cengizhan Erdogan (66 kg). Kampflos vier Punkte einstreichen könnte in Heilbronn Aaron Bellscheidt, denn um ihr Mannschaftskonto nicht zu überziehen (erlaubt sind insgesamt nur 28 Punkte), hatten die Red Devils bei ihren Siegen über die Wrestling Tigers Rhein-Nahe (23:7) und in Mainz (19:9) die Gewichtsklasse bis 71 Kilogramm unbesetzt gelassen.