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Kanuslalom: Anna Faber vom WSC Bayer Dormagen hat WM-Start im Blick

Kanuslalom : Anna Faber hat WM-Start fest im Blick

Die Entscheidung fällt am Wochenende im französischen Pau. Der WSC Bayer Dormagen ist bei den Westdeutschen Meisterschaften in Dorsten erfolgreich.

Olympia war gestern, jetzt will Anna Faber unbedingt zu den Weltmeisterschaften im slowakischen Bratislava (21. bis 26. September). Umso ärgerlicher, dass die Kajak-Fahrerin des WSC Bayer Dormagen beim Slalom-Weltcup im spanischen La Seu d‘Urgell als 19. die vom Deutschen Kanu-Verband als Leistungsnachweis für die WM-Teilnahme geforderte Platzierung unter den Top 15 knapp verpasste.

Die Lage: Der Wettkampf in den Pyrenäen und das Weltcup-Finale am Wochenende im französischen Pau (9. bis 12. September) dienen als Qualifikation für Bratislava. Ricarda Funk, Olympiasiegerin in Tokio, hat ihr Ticket bereits in der Tasche, um zwei weitere Startplätze bewerben sich neben Anna Faber noch Elena Apel (Augsburg), die in La Seu d’Urgell mit ihrem sechsten Rang das beste Ergebnis aus deutscher Sicht ablieferte, und die Leipzigerin Cindy Pöschel (greift erst in Pau ein), die ihren Leistungsnachweis im Gegensatz zur Dormagenerin im Frühjahr ebenfalls bereits erbracht hatte.

Auf der Olympiastrecke von Barcelona 1992 war Anna Faber als 17. souverän ins Halbfinale der besten 30 gefahren. Aber dann stellte sie der neu ausgehängte Parcours vor Probleme, „besonders eine Torkombination bereitete mir ziemliches Kopfzerbrechen“, gab die 25-Jährige zu: „Ich war mir unsicher, wie ich sie angehen sollte.“ David Krajnik, Trainer am Landesstützpunkt NRW, zerstreute indes alle ihre Zweifel – und ausgestattet mit frischem Selbstvertrauen fand die Sportsoldatin auch gut ins Rennen, lag nach der ersten Zwischenzeit sogar nur knapp hinter der Bestzeit. Im Aufwärtstor 12 musste sie jedoch korrigieren, berührte dabei ganz zart das Gestänge und als unmittelbare Folge auch noch das Tor 13. Die daraus resultierenden vier Strafsekunden brachten sie um den Einzug ins Finale der besten Zehn. Dabei sei sie mit ihrer Performance eigentlich sehr zufrieden gewesen, resümierte die WSC-Athletin, „aber die Berührungen sind schon mega ärgerlich.“ Dennoch sprüht sie vor Optimismus, habe das Rennen doch gezeigt, „dass ich es eigentlich kann. Jetzt habe ich richtig Bock, es am Wochenende besser zu machen.“ Mit dem deutschen Team war sie unmittelbar nach dem Wettkampf auf die französische Seite der Pyrenäen gewechselt. In Pau heißt es nämlich wieder Attacke. Sie weiß: „Um bei der WM sicher dabei zu sein, muss ich in Frankreich unter die Top 15 fahren.

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Zusätzlich zum Slalom-Wettkampf stellt sich Anna Faber beim Weltcup in Frankreich auch in der neuen olympischen Disziplin „Boater-Cross“ oder „Canoe Slalom Extreme“ (CSLX) der Konkurrenz. Bei den Kopf-an-Kopf-Rennen starten vier Boote gleichzeitig von einer Rampe ins Wildwasser, die Kanutinnen kämpfen also direkt gegeneinander. Ähnlich wie beim schon seit den Winterspielen 2006 in Turin olympischen Snowboardcross qualifizieren sich nur die beiden schnellsten, fehlerfrei ins Ziel gefahrenen Boote für die nächste Runde. Auf dem verkürzten Parcours ist vor allem Durchsetzungsvermögen gefragt. 2024 soll es in Paris zum ersten Mal um Medaillen gehen. Ihr Debüt gab Faber bereits beim Weltcup in Prag. Sie erklärt: „Die Besonderheit am Extreme Slalom ist, dass ich nicht alleine den Kanal runterpaddle, sondern noch drei Konkurrentinnen dabei sind, gegen die ich mich durchsetzen muss. Das finde ich sehr spannend.“

20 ihrer Vereinskollegen und -kolleginnen vertraten den WSC Bayer derweil bei den Westdeutschen Meisterschaften in Dorsten. Fast mehr als der sportliche Erfolg – gleich vier Meistertitel gingen an die Kanuten aus Dormagen  – beeindruckte Sportwart Stefan Konrad allerdings das gemeinschaftliche Sporterlebnis. „Alle hatten viel Spaß, egal ob Alt oder Jung, Erfahrene oder Neueinsteiger. Alle freuen sich, dass endlich wieder Meisterschaftsregatten stattfinden.“

Titel holten sich im Kajak Marie Gottowik (Leistungsklasse), Marten Konrad (Männliche Jugend) und Jeffrey Piontek (Senioren A) sowie Gottowik/Piontek im Canadier Zweier Mixed. Damit nicht genug: Zweite Plätze gingen im Kajak an Rolf Pohlen (Senioren D) und im Canadier an Jeffrey Piontek (Leistungsklasse), Bronzemedaillen brachten die Junioren Jonas Holzman, Ole und Tom Tanha in der Kajak-Mannschaft sowie Marie Gottowik, Johannes Engels und Jeffrey Piontek im Kajak-Herrenteam mit nach Hause. Einen tollen Einstieg feierten Julius und Amilia Mertens, die sich als einziges Mädchen bei den Jungen zu beweisen hatte, im Kajak mit den Plätzen vier und fünf bei den Schülern C. Unter die besten Zehn fuhren Matheo Angres (5.) und Florian Küsters (8.) bei den Schülern B, Klara Bulich (6.) bei den Schülerinnen A, Martin Hannen (6.) und Jonas Holzman (10./außerdem Siebter im Kanadier) bei den Kajak-Junioren sowie Manfred Dahlem (5.) bei den Senioren C, Stephan Konrad (7.) bei den Senioren B und Johannes Engels (10.) bei den Kajak-Herren der Leistungsklasse.

Die beim WSC Bayer Dormagen für die Pressearbeit zuständige Elsbeth Faber zog zufrieden Bilanz: „Nach der langen Durststrecke, in der auch der Paddelsport ruhte und von Wettbewerben keine Rede sein konnte, hat sich der Verein auf der Regatta-Bühne erfolgreich zurückgemeldet – auch dank seiner engagierten Trainerinnen Katharina und Franziska Peter sowie der Trainer Johannes Engels, Martin Faber und Jeffrey Piontek.“