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Das Bundesliga-Team des KSK Konordia Neuss für 2021/2022 steht

Ringen : Das Bundesliga-Team des KSK steht

Die durch drei Abgänge entstandenen Lücken hat der Erstligist aus Neuss mit den Verpflichtungen junger Ringer geschlossen. Große Stücke hält der Sportliche Leiter auf die Italiener Salvatore Diana und Simone Vincenzo Piroddu.

Abseits des Trubels um die Qualifikationsturniere für die Olympischen Spiele und die Europameisterschaften strickt der KSK Konkordia Neuss still und leise an seinem Kader für die zweite Saison in der Ringer-Bundesliga nach der Rückkehr im Vorjahr. Der stets optimistische Sportliche Leiter Fatih Cinar ist hundertprozentig davon überzeugt, dass die für den 1924 gegründeten Kraftsportklub am 5. September mit dem Heimkampf gegen den SV Alemannia Nackenheim beginnt.

Dass das so euphorisch angegangene Comeback im Oberhaus nach achtjähriger Abstinenz wegen Corona bereits nach nur zwei Einsätzen ein jähes Ende gefunden hatte, ist Schnee von gestern und hat Cinar nichts von seinem ansteckenden Elan genommen. „Unser Team steht“, verkündet er froh gestimmt. Nur drei Profis haben den KSK verlassen: Der als Gastringer vom AC Mülheim am Rhein verpflichtete Kirill Kildau ist zum Lokal- und Ligarivalen KSV Witten gewechselt. Der Nachwuchsmann hätte in der vergangenen Saison im Duell mit Nackenheim sein Debüt für Neuss in der Gewichtsklasse bis 86 Kilogramm geben sollen, doch dank Covid-19 war es damit Essig. Auch Georg Ramm (66 kg) hat sich dem KSV Witten angeschlossen. Der Brite wollte sich nicht mehr mit einer Nebenrolle an der Seite von Supertalent Ayub Musaev abfinden. „Ich konnte ihm keinen Kampf versprechen“, erklärt Cinar: „Unsere eigenen Leute sollen auf der Matte stehen. Ayub ist unser Erster Mann, so lange er bei uns ist.“

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Daniel Sartakov (80 kg), im vergangenen Herbst auf den letzten Drücker als Gastringer aus Witten geholt, hätte Cinar gerne in Neuss gehalten, doch habe sich der Freistilspezialist für das finanziell bessere Angebot der Red Devils Heilbronn entschieden, sagt er. Doch er ist sich ziemlich sicher, diesen Verlust ausgleichen zu können. Der junge Italiener Salvatore Diana ist gerade bei den U23-Europameisterschaften im nordmazedonischen Skopje aktiv und hat es dort immerhin bis in kleine Finale um Rang drei geschafft. Sein ebenfalls aus Sardinien stammender Landsmann Simone Vincenzo Piroddu wurde 2019 in der Klasse bis 55 Kilogramm Europameister der Kadetten. Auch er ringt in Skopje in der Klasse bis 57 Kilogramm um Bronze. Cinar: „Ein starker Bursche.“

Ilyas Abdurashidov, Tschetschene mit belgischem Pass, gehört zur Trainingsgruppe von Ayub Musaev, ist ebenfalls erst 18 und passt damit genau ins auf Nachhaltigkeit ausgelegte Konzept des KSK. Freistilmann Rashidkhan Khiziriev aus Dagestan, einer russischen Republik im Nordkaukasus, hält sich schon länger in Deutschland auf, ist wie sein Teamkollege Lom-Ali Eskiev und der als Trainer nach Neuss zurückgekehrte Max Schwindt in der Vollkontakt-Kampfsportart Mixed Martial Arts (MMA) zu Hause. Auf der Ringermatte stand er zuletzt für den SC 04 Nürnberg (Regionalliga). Und zu guter Letzt noch ein Zungenbrecher: Dimitrios Demurtzidis, Georgier mit griechischer Staatsangehörigkeit, soll für die Konkordia in den Gewichtsklassen 86 und 98 Kilogramm zum Einsatz kommen.

So ganz am Ende sind die Neusser zwar noch nicht mit ihren Personalplanungen, „aber jetzt geht es nur noch um die Feinsteuerung“, sagt Cinar, der bei der Arbeit am Kader eines ganz wichtig findet: „Wir sind nicht über unser Budget hinausgegangen.“ Auf Kontinuität setzt der Erstligist auch bei den Trainern: Für den griechisch-römischen Bereich sind Erich Marjalke und Tausendsassa Fatih Cinar zuständig. Dem von Oleg Dubov geleiteten Trainerstab im freien Stil gehört nun auch wieder Max Schwindt an. Neu ist der vor allem um die Nachwuchsförderung bemühte Mohammad Mairderikvand.

Das vorrangige Saisonziel des KSK in der wieder mal komplett neufomierten Eliteklasse ist natürlich der Klassenverbleib. Doch Cinar will durchaus mehr, gibt in der Gruppe West Rang drei und damit das Erreichen der Play-offs um die Deutsche Meisterschaft vor. Aber auch ihm ist natürlich bewusst, dass das schwer werden könnte, „denn alle Bundesligisten haben sich in der langen Pause enorm verstärkt.“