Galopp : Alaris gelingt im Nordseewatt der erste Sieg seines Lebens

Dreizehn Rennen hat der vierjährige Hengst Alaris aus dem Stall der Neusser Trainerin Katja Gernreich vergeblich versucht, eines davon zu gewinnen. Das versuchte er unter anderem in Berlin-Hoppegarten, Baden-Baden/Iffezheim, Dortmund, Krefeld, Neuss und im belgischen Mons.

Der erste Sieg gelang ihm nun auf einem der ungewöhnlichsten Rennplätze, die es weltweit gibt: beim Duhner Wattrennen in Cuxhaven auf dem Meeresgrund zwischen Ebbe und Flut. Seit 1902 werden dort Rennen gelaufen, einmal im Jahr findet dieses Spektakel vor über 30.000 Zuschauern statt. Der Rennvereins-Präsident heißt passenderweise Jost van der Meer.

Mit dem in Köln ansässigen Jockey Alexander Weis gewann Alaris deutlich und verdiente für die Besitzerin Irena Tandetzki 2.000 Euro. Im Transporter des Weis-Stalles wurde Alaris aus Neuss an die Nordsee transportiert. Katja Gernreich verfolgte das Geschehen aus der Ferne: „Er ist zuletzt mehrfach auf Sand in Mons schon gut gelaufen. Da passte das Rennen auf dem Meeresgrund bestens.“

Am kommenden Sonntag wird die Trainerin den Start ihres frischen Siegers persönlich verfolgen. Es geht nach Erbach im Odenwald. Die kleine Bahn dort führt um einen Sportplatz herum, sie wurde nach etlichen Unfällen in der Vergangenheit erheblich entschärft und nach der Schließung von Frankfurt am Main zu Gunsten der von Oliver Bierhoff initiierten DFB-Akademie ist der Odenwälder Reiterverein der einzige Veranstalter von Pferderennen im Bundesland Hessen.

Alexander Weis wird das Neusser Pferd dort erneut reiten. Die Bögen sind mächtig eng und ohne viel Mut zum Risiko geht auf dem Areal des Grafen Erbach nichts. Im vergangenen Jahr mussten die Rennen ausfallen, niemand wollte das Risiko eingehen. Nun ist die Sturzgefahr gemindert und damit viele Reiter anreisen, gibt es vom Verein einen Tankgutschein über 30 Euro. Die Rennen finden im Rahmen des traditionsreichen Wiesenmarktes statt. Für gute Stimmung dürfte also gesorgt sein.

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