Handball : Stutzke und Co. spielen um die Medaillen

Die deutsche Junioren-Nationalmannschaft mit den beiden Dormagenern Janis Boieck und Lukas Stutzke hat bei der U20-Handball-Europameisterschaft nach Siegen über Gastgeber Slowenien und Serbien das Halbfinale erreicht.

Lukas Stutzke und Janis Boieck greifen nach den europäischen Handball-Sternen: Bei der U20-Europameisterschaft in Slowenien haben die beiden Spieler von Zweitliga-Aufsteiger TSV Bayer Dormagen mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft das Halbfinale erreicht. Dort treffen sie am Freitag in der Zlatorog-Arena in Celje auf Frankreich, das sich am Donnerstag durch einen 35:30-Sieg über Spanien Platz zwei in der Zwischenrundengruppe 2 hinter Portugal sicherte. Da die Portugiesen ihr für den Gruppensieg bedeutungsloses letztes Spiel mit 23:30 gegen Kroatien verloren, sind die Schützlinge von Bundestrainer André Haber als einziges Team bei dieser EM noch ungeschlagen.

Den Grundstein zum Einzug ins Halbfinale hatten sie am Dienstagabend durch einen 26:22-Sieg (Halbzeit 9:11) über Slowenien gelegt. „Ich bin total froh über den Sieg, das haben sich die Jungs absolut verdient, denn es war eine wirklich tolle Leistung“, lobte der Junioren-Bundestrainer anschließend seine Spieler, die sich nicht nur gegen die Gastgeber, sondern auch gegen 2300 Zuschauer durchsetzen mussten, die die Zlatorog-Arena in einen Hexenkessel verwandelten. Am Ende aber sangen die wenigen mitgereisten deutschen Fans „Oh, wie ist das schön,“ während die Junioren-Nationalspieler ein Freudentänzchen aufführten.

Das wiederholten sie am Donnerstag nach ihrem 32:20-Sieg (Halbzeit 14:12) gegen Serbien, das sich tags zuvor 25:25 von Island getrennt hatte. Dabei bewies die DHB-Auswahl starke Defensivqualitäten und im behielt im fünften (!) Spiel innerhalb von sieben Tagen auch einen kühlen Kopf, als es am Anfang nicht rund lief. Nach elf Minuten nahm Haber schon die erste Auszeit, trotzdem führten die Serben zwei Minuten später mit 6:2. Doch ein Torhüterwechsel – Leon Mehler vom Drittligisten HCE Rostock löste nach 13 Minuten den in der Vorrunde bärenstarken, gestern aber glücklosen Janis Boieck zwischen den Pfosten ab – und eine Stabilisierung der Deckung gaben den Ausschlag für eine noch vor der Pause erfolgreiche Aufholjagd: Beim 8:8 (24.) hatten die DHB-Junioren erstmals ausgeglichen, beim 13:12 (29.) gingen sie zum ersten Mal in Führung, die sie gegen nachlassende Serben im zweiten Durchgang über 20:14 (42.) auf den 32:20-Endstand ausbauten.

Ähnlich wie Janis Boieck nahm sich auch der in den Vorrundenpartien zu den besten deutschen Spielern gehörende Lukas Stutzke gestern eine kleine „Auszeit“. Zwar erzielte der 20-Jährige die ersten beiden deutschen Treffer, agierte danach aber glücklos und blieb nach der ersten Auszeit bis zur Pause auf der Bank. Im zweiten Durchgang stand er 20 Minuten lang gut in der Deckung, strahlte im Angriff aber wenig Torgefährlichkeit aus, so dass es wie am Vortag gegen Slowenien bei zwei Toren blieb. Mit denen erhöhte er sein Trefferkonto bei der EM auf 21 – und zählt nun zu den Anwärtern auf eine Medaille oder sogar den Titel.