Kanu-Slalom : Anna Faber verpasst Bronze nur knapp

Slalom-Kanutin des WSC Bayer Dormagen paddelt bei der U23-Weltmeisterschaft auf Rang vier.

Wer die Bronzemedaille um einen Wimpernschlag verpasst, ist zunächst einmal enttäuscht. Das war bei Anna Faber nach dem finalen Lauf der U23-Weltmeisterschaften im Kanu-Slalom auf der Dora Baltea im italienischen Ivrea nicht anders. Doch am Ende überwog bei der 22-Jährigen vom WSC Bayer Dormagen die Erkenntnis, dass sie auf einer der anspruchsvollsten Kanu-Strecken der Welt mit Platz vier eine Klasseleistung geboten hatte – um so mehr, als sie zusammen mit der einen Rang hinter ihr platzierten Elena Apel (Augsburg) für die beste Einzelplatzierung im Aufgebot des Deutschen Kanu-Verbandes gesorgt hatte.

Dass die Deutschen der Konkurrenz weitgehend hinterher fuhren, hat für Elsbeth Faber einen einfachen Grund: „Anders als in den siegreichen Nationen wie Frankreich, Großbritannien und Tschechien fehlt es in Deutschland an herausfordernden Wildwasserkanälen – das gilt besonders für NRW, das immerhin drei WM-Teilnehmer stellte,“ sagt die beim WSC Bayer für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Mutter der WM-Vierten. Ganzjährig befahrbare, international konkurrenzfähige Strecken gibt es nur in Augsburg (wo Anna Faber lebt und trainiert) und in Markkleeberg bei Leipzig. „Eine Strecke in Dormagen könnte für unsere Kanuten sehr gewinnbringend sein“, sagt Elsbeth Faber – wohlwissend, dass die im Anfangsstadium steckenden Überlegungen für ihre Tochter zu spät kommen.

Die verfolgt nach Platz vier von Ivrea weiter ehrgeizige Ziele: „In drei Wochen bei der Europameisterschaft in Bratislava greifen wir wieder an.“ Dabei startete Anna Faber nicht gut in die WM: Im Mannschafts-Wettbewerb sprang zusammen mit Elena Apel und Andrea Herzog (Leipzig) nur Platz neun heraus. Und auch in der Einzelkonkurrenz machte der Dormagenerin die wuchtige Strecke mit tiefen Abfällen und Walzen zu schaffen. In der Qualifikation reichte es nur zu Platz 30, weil sie im oberen Streckenbereich ein Tor zwei Mal anfahren musste. Um das Finale der besten 20 Fahrerinnen zu erreichen, musste sie sich im zweiten Lauf erheblich steigern. Das gelang ihr mit Rang vier, so dass sie in der Entscheidung mit dabei war.

Auch die wurde, auf neu gehängter Strecke, in zwei Läufen ausgetragen. Mit Platz acht im ersten qualifizierte sich Anna Faber für das Finale der besten Zehn. Und fuhr auch hier ein starkes Rennen – nur ein kurzer Zeitverlust an Tor 13 kostete sie die Bronzemedaille, die sie um die Winzigkeit von sechs Hundertstelsekunden gegenüber der Britin Kimberly Woods verpasste. Den Titel sicherte sich Camille Prigent (Frankreich) vor Lisa Leitner aus Österreich.

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