Deutsches Säbelteam Fünfter bei WM in China

Fechten : Szilagyi besiegt Dormagen

Nach 43:45 gegen Ungarn bleibt den deutschen Säbelfechtern nur WM-Platz fünf.

Aron Szilagyi hat den Deutschen Fechterbund in ein tiefes Tal der Tränen gestürzt. Denn der 28 Jahre alte Ungar, Olympiasieger von London 2012 und 2016, beendete fast im Alleingang die Medaillenträume der deutschen Säbelfechter und damit wohl die letzte Hoffnung des Verbandes, die Weltmeisterschaften im chinesischen Wuxi noch mit Edelmetall abzuschließen. Scheitern am Donnerstag auch die Florettfechterinnen – sie treffen im Viertelfinale auf die Französinnen, gegen die sie bei der EM vor vier Wochen chancenlos waren – wird Deutschland erstmals seit 1971 die Heimreise von einer WM ohne eine Medaille antreten.

Entsprechend groß ist der Frust bei Sven Ressel: „Wir sind sehr enttäuscht, dass beide Teams im Viertelfinale verloren haben“, sagte der Sportdirektor des Deutschen Fechterbundes mit Blick auf die beinahe gleichzeitigen Niederlagen der Säbelfechter (43:45 gegen Ungarn) und der Degenfechterinnen (36:45 gegen China), „wir waren in beiden Gefechten gegen Topteams auf Augenhöhe, haben aber am Ende den Sack nicht zumachen können.“

Die Säbelmannschaft, die anfangs auf Einzel-Europameister Max Hartung verzichtete, lag gegen Ungarn zeitweise sogar mit sieben Punkten Vorsprung in Führung. Für die hatten Matyas Szabo (5:3 gegen Andras Szatmari), Richard Hübers, der Szilagyi mit dem gleichen Ergebnis bezwang, und Benedikt Wagner (alle TSV Bayer Dormagen) mit seinem 5:2-Erfolg über Csanad Gemesi gesorgt. Hübers verteidigte den Vorsprung durch ein 5:5 gegen Szatmari, da stand es 20:13 aus Sicht der Deutschen.

Mit der 5:8-Niederlage des schon im Einzelwettbewerb formschwachen Matyas Szabo gegen Csanad Gemesi begann das Unheil, denn es schlug die große Stunde des Doppel-Olympiasiegers. Aron Szilagyi, im Einzel nur Siebter, schickte Benedikt Wagner mit einer 3:9-Schlappe von der Planche. Richard Hübers (25), als jüngster des Quartetts am Mittwoch der eindeutig stärkste, brachte die Deutschen mit seinem 7:2 über Csanad Gemesi wieder in Vorlage. Der für Wagner eingewechselte Max Hartung baute sie mit seinem wenn auch knappen 5:4 über Andras Szatmari auf vier Punkte (40:36) aus. Im Schlussgefecht hätte Matyas Szabo „nur“ fünf Punkte gegen Szilagyi holen müssen, um Deutschland ins Halbfinale zu bringen. Doch der Olympiaachte von Rio verlor 3:9 – und Ungarn anschließend mit 42:45 gegen Italien, das im Finale gegen Südkorea (39:45) dann chancenlos war. Szilagyi und Co. hielten sich im Kampf um Platz drei mit einem 45:36 über die überraschend ins Halbfinale vorgestoßenen Georgier schadlos.

Das taten die Schützlinge von Bundestrainer Vilmos Szabo dann auch in den anschließenden Platzierungsgefechten: Nach Siegen über Russland (45:33) und den Iran (45:44) sprang am Ende wenigstens noch Platz fünf heraus, der nicht nur eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (Rang neun) bedeutete, sondern auch den Kampf um das Olympiaticket offen hält.