Eishockey-Nationalspieler bei den Crash Eagles Kaarst

Skaterhockey : Wenn der Olympia-Held zum Eagle wird

Eishockey-Star Marcel Noebels streift sich in der kurzen Sommerpause das Trikot des Kaarster Skaterhockey-Bundesligisten über.

Der uninformierte Zuschauer in der Kaarster Stadtparkhalle hat womöglich gar nicht erst mitbekommen, mit wem er es bei den vergangenen drei Heimspielen der Crash Eagles in der Skaterhockey-Bundesliga zu tun hatte. Woher soll man auch wissen, dass sich hinter dem Gitterhelm und dem Trikot mit der Nummer 92 ein Eishockey-Olympiaheld versteckt?

Doch wie schon in den vergangenen drei Jahren ließ es sich Marcel Noebels nicht nehmen, in der Sommerpause ein paar Spiele mit seinen Kumpels bei den Eagles zu absolvieren. Der 26 Jahre alte Nationalspieler und Profi bei den Eisbären Berlin trug in den Reihen des amtierenden Deutschen Meisters entscheidend zu den Heimsiegen gegen Velbert (32:2), Bissendorf (8:5) und Köln (5:4 nach Penaltyschießen) bei.

Dass der Stürmer nur fünf Monate nach dem Gewinn der olympischen Silbermedaille nun wieder in der beschaulichen Skaterhockey-Bundesliga spielt, ist für ihn selbstverständlich: „Klar, das habe ich doch in den vergangenen Jahren auch schon gemacht.“ Schließlich genießt es Noebels, nach der langen Saison, gekrönt von dem jetzt schon legendären deutschen Lauf bis ins olympische Eishockey-Finale, wieder in den Alltag zurückzukehren. „Wir hatten ja kaum Zeit, das Ganze zu verarbeiten“, sagt er. Nach dem hauchdünn mit 3:4 gegen Russland verlorenen Endspiel gab es zwar eine rauschende Feier im Deutschen Haus, am Tag danach ging aber bereits der Flieger zurück nach Berlin, wo binnen einer Woche die drei letzten DEL-Spiele anstanden.

„Das war schon brutal, sofort in den Ligabetrieb zurückgeworfen zu werden“, findet Noebels. Mit den Eisbären ging es erneut bis in die Finals, wo sich seine Hauptstädter nach sieben Spielen dem EHC Red Bull München geschlagen geben mussten. „Auch wenn im Endeffekt in beiden Wettbewerben zwei große Niederlagen standen“, findet Noebels, „war das die mit Abstand beste Saison meines Lebens. Ich weiß nicht, ob ich so etwas noch einmal wiederholen kann.“ Deswegen bekommt er das Grinsen auch nicht aus dem Gesicht, wenn er von seinem magischen Winter erzählt: „Ich habe die ganze Geschichte jetzt schon sieben oder acht Mal erzählt. Aber sie wird einfach nicht langweilig. An das, was wir in Südkorea erlebt haben, werden wir unser ganzes Leben lang denken.“

Skaterhockey - Marcel Noebels / Crash Eagles Kaarst. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Die vergangenen Wochen holte sich der Olympia-Held bei seinen Eltern in Tönisvorst seine wohlverdiente Sommerruhe, trainierte jeden Tag individuell und zwei Mal pro Woche abends mit den Crash Eagles. „Ich kenne die meisten der Jungs ja schon seit vielen Jahren. Im Sommer zocken wir eigentlich immer zusammen“, erklärt der in Krefeld ausgebildete Mittelstürmer. Vor allem Dominik Lingscheidt, Felix Wuschech und Moritz Otten zählen zu seinen besten Kumpels. Während Otten verletzt nur zugucken konnte, fuhr er mit dem Rest der Eagles drei wichtige Siege im Kampf um die Tabellenspitze ein. „Wir wollen natürlich wieder ins Finale“, sagt Noebels und guckt dann selbst ein bisschen verlegen – schließlich weiß er, dass er im weiteren Saisonverlauf nicht mehr eingreifen kann. Trotzdem merkt man, dass sich der DEL-Profi als Teil der Eagles sieht: „Mir macht es einfach super viel Spaß, mit den Jungs zu spielen.“ Kurz nach dem Spiel gegen Köln ging es bereits zurück nach Berlin, wo die Vorbereitung zur neuen Saison beginnt. Und ganz gleich was die bei den Eisbären so bringen mag – einen Abstecher zu seinen Kaarster Crash Eagles hat Marcel Noebels auch 2019 wieder fest eingeplant.