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Korschenbroich: Auf Umwegen in den Mallorca-Urlaub

Korschenbroich : Auf Umwegen in den Mallorca-Urlaub

Eigentlich wollten Markus Buck (19) und Chiara Neyers (18) vom Flughafen Düsseldorf aus in ihren Urlaub starten. Am Check-In-Schalter wurde ihnen jedoch mitgeteilt, dass ihr Flug storniert wurde. Jetzt fordern sie ihr Geld zurück. Mit dem Urlaub klappte es doch noch – allerdings ab Weeze.

Eigentlich wollten Markus Buck (19) und Chiara Neyers (18) vom Flughafen Düsseldorf aus in ihren Urlaub starten. Am Check-In-Schalter wurde ihnen jedoch mitgeteilt, dass ihr Flug storniert wurde. Jetzt fordern sie ihr Geld zurück. Mit dem Urlaub klappte es doch noch — allerdings ab Weeze.

Als Markus Buck (19) und Chiara Neyers (18) diesen Satz hören, schauen sie die Frau am Check-In-Schalter verdutzt an. "Tut mir leid, es liegt keine gültige Reservierung mehr vor", sagt sie. Die beiden Korschenbroicher stehen am Düsseldorfer Flughafen und denken zunächst, das müsse eine Verwechslung sein.

Die Koffer sind gepackt, eigentlich sollte gleich der Flieger nach Palma de Mallorca gehen. Als dieser wenige Stunden später auf der spanischen Mittelmeerinsel landet, sind Markus Buck und seine Freundin nicht an Bord, sondern wieder zu Hause in Korschenbroich. "Unseren Start in die Ferien haben wir uns anders vorgestellt", sagt Markus Buck. Er ist sauer.

Bereits im Januar hatte das Paar den Flug auf die Baleareninsel über das Internetportal Cheaptickets gebucht — mit der Spanair, einem sogenannten Star-Alliance-Partner der Lufthansa. Die deutsche Fluggesellschaft sollte die Hin- und Rückflüge als "Operating Flight Partner" durchführen. Im Klartext: Die Spanair hatte ein Kontingent an Lufthansa-Flügen reserviert, Markus Buck und Chiara Neyers waren darauf gebucht.

Allerdings meldete die Spanair noch im Januar Insolvenz an. Ende März wurden die noch verbliebenen Flüge von der Lufthansa aus dem System genommen. Das teilte ein Unternehmenssprecher auf NGZ-Anfrage mit. "Die flugvermittelnden Unternehmen wurden darüber informiert", sagt er. Dazu zähle auch Cheaptickets.

Björn Kolley, Mitarbeiter von Cheaptickets, erklärt: "Alle unsere Kunden wurden Ende Januar/Anfang Februar per Email über diese Lage informiert." Markus Buck hingegen stellt klar, dass er von der Stornierung erst am Check-In-Schalter erfahren habe. "Wir haben von der Stornierung zuvor nichts gehört", betont er. "Wir haben bislang auch weder unser Geld zurückbekommen, noch wurden uns Ersatzflüge angeboten."

Da Markus Buck und seine Freundin aber auf ihren Urlaub nicht verzichten wollten, kümmerten sie sich selbst um Ersatzflüge. Ab Weeze flogen sie schließlich nach Mallorca. Von Cheaptickets fordert das Paar nun eine Rückerstattung der Kosten für die Spanair-Flüge — und für die zusätzlich entstandenen Kosten.

Björn Kolley bestätigt, dass es bislang keine Erstattung gab: "Bis heute hat unser Unternehmen noch keine Rückerstattung seitens des Managements von Spanair erhalten. Somit konnte auch keine Rückerstattung an den Kunden erfolgen."

Sabine Fischer-Volk, bei der Verbraucherzentrale für Reiserecht zuständig, empfiehlt Markus Buck und Chiara Neyers die Sachlage prüfen zu lassen. "Möglicherweise handelt es sich rechtlich auch um einen Fall der Nichtbeförderung. Dann stünde ihnen eine Entschädigung zu."

(NGZ/rl)