Wassersport : NRV-Duo gewinnt Kölner Achter

Seit das Rennen im Rahmen der "Kölner Lichter" ausgetragen wird, zählt der Kölner Stadtachter zu den spektakulärsten Ruderregatten der Welt. Die Neusser Kai von Petersdorff und Patrick Ritters ruderten am Samstagabend in einer Startgemeinschaft mit Groningen zum Sieg

Auch ein paar Tage nach dem Großereignis ist Patrick Ritters schwer beeindruckt: "Das war schon ein Erlebnis", sagt der 21-Jährige. Das ist der Kölner Stadtachter eigentlich immer, spätestens seit 2005, als das seit 1909 bestehende Rennen erstmals im Rahmen der "Kölner Lichter" ausgetragen wurde. Eine halbe Million Zuschauer an beiden ufern des Rheins, drei Mal so viele vor dem Fernseher bei der Live-Übertragung des WDR — mehr Spektakel dürfte es nur noch beim Traditionsrennen zwischen Oxford und Cambridge geben.

Jubel über den Sieg: die Renngemeinschaft Neusser RV/Gyas Groningen. Foto: Paul Hense

Wenn man dann auf der 2,5 Kilometer langen Strecke zwischen Severinsbrücke und Tanzbrunnen die neun Boote der Konkurrenz allesamt hinter sich lässt, ist das Erlebnis natürlich um so größer. Patrick Ritters und Kai von Petersdorff ist das am Samstagabend gelungen. Das Duo vom Neusser Ruderverein bildete zusammen mit der Studentenvereinigung Gyas aus dem niederländischen Groningen eine Renngemeinschaft. "Wir sind ziemlich gut weggekommen und lagen deshalb von Anfang an vorne", lässt Patrick Ritters das Rennen Revue passieren, bei dem er und Kai von Petersdorff die hinteren beiden Plätze im Achter besetzten.

Kurz vor dem Ziel am Messegelände "wurde es noch mal ein bisschen eng, aber wir haben unseren Vorsprung bis ins Ziel halten können", sagt Ritters. Dort jubelten dann vor allem die eigens angereisten "fünfzig bis sechzig" Fans aus den Niederlanden über den Sieg der Renngemeinschaft, die den RTHC Bayer Leverkusen und das "Team NRW" knapp hinter sich ließ. Mit dem Achter aus Delft folgte ein zweites niederländisches Boot auf Rang vier.

Patrick Ritters und Kai von Petersdorff hatten sich akribisch auf das Großereignis vorbereitet. Schon Wochen vorher waren sie zum gemeinsamen Training in die Niederlande gefahren. Am Mittwoch vor dem Rennen kam die Groninger Crew dann nach Neuss. "Wir haben dann zusammen ein paar Mal auf dem Rhein trainiert, damit sich die Sechs an die Bedingungen gewöhnen können. Schließlich haben die zu Hause keine Flüsse mit solch starker Strömung", weiß Patrick Ritters.

Für ihn und die anderen Neusser Ruderer ist das hingegen Alltag, so dass die beiden mit ihrer Erfahrung eine nicht unwesentliche Rolle spielten — mit Erfolg, wie der erste Sieg mit Neusser Beteiligung beweist. Im Jahr zuvor war der Neusser Ruderverein Fünfter gewesen, zusammen mit Rang fünf aus dem Jahre 2005 die bislang beste Platzierung für ein Boot aus der Quirinusstadt. Inzwischen hat der Alltag Patrick Ritters wieder eingeholt. Der 21-Jährige, der beim NRV auch ein freiwilliges soziales Jahr ableistete, kümmert sich gerade um Kinder bei einer Ferienfreizeit - auch ohne Ruderboot im "Sommer" 2012 eine nasse Angelegenheit.

(NGZ/rl)