Tennis : Blau-Weiss feiert ersten Sieg

Nach dem 4:2-Sieg im Duell der Altmeister gegen den TC Amberg am Schanzl sind die Chancen des TC Blau-Weiss Neuss auf den Verbleib in der Tennis-Bundesliga gestiegen. Doch das Match war enger als das Endergebnis

Punkt 16.07 am Sonntag Nachmittag stand der erste Sieg des TC Blau-Weiss Neuss in seiner 32. Spielzeit in der Tennis-Bundesliga fest. Dass es kein glanzvoller Schmetterball oder gefühlvoller Lob war, mit dem Flavio Cipolla im vermeintlichen Spitzeneinzel seinen Dreisatzsieg über Nikola Ciric besiegelte und damit den entscheidenden vierten Zähler für die Gastgeber im Duell der Altmeister mit dem TC Amberg am Schanzl einfuhr, sondern ein Fehlschlag seines serbischen Kontrahenten, war symptomatisch für den gestrigen Tennis-Nachmittag an der Jahnstraße.

Es wurde verbissen gekämpft auf der vom nächtlichen Regen schweren Neusser Asche: Bis auf eines wurden Einzel und beide Doppel erst im Champions-Tiebreak entschieden — so viel Einstellung hätte gewiss mehr als die 400 Zuschauer verdient gehabt, die auf dem offiziellen Spielbericht standen. Um so mehr, als es bis auf ein paar Tröpfchen während der Doppel trocken blieb und zeitweise sogar die Sonne schien.

Bei Marc Raffel schien sie spätestens nach dem höchst glücklichen 7:6, 6:7, 10:7-Sieg von Flavio Cipolla über den in der Weltrangliste auf Position 209 116 Plätze schlechter als der Italiener eingestuften Nikola Ciric. "Ein 3:1 wäre nicht so gut gewesen, denn die Amberger haben starke Doppel", meinte der Neusser Teammanager mit Blick auf den 4:0-Zwischenstand, für den der dienstälteste Neusser Spieler — Cipolla trägt seit 2007 das blau-weisse Trikot — gerade gesorgt hatte.

Der weitere Spielverlauf sollte ihm Recht und mit Blick auf den Abstiegskampf auch ein wenig zu denken geben. Denn seine Schützlinge gaben beide Doppel ab, haben damit nach vier Spieltagen überhaupt noch kein Doppel gewonnen und in den bisherigen acht Doppeln gerade mal drei Sätze für sich entschieden, einen davon beim gestrigen 7:5, 6:7, 8:10 von Flavio Cipolla und Antonia Veic gegen Yannick Mertens und Jaan-Frederik Brunken.

"Es war deutlicher enger als das 4:0 vermuten lässt", meinte Raffel, "aber damit hatte ich gerechnet, gerade weil die Amberger nicht ihre stärkste Besetzung mitgebracht haben." Denn während Neuss in Falvio Cipolla, Antonio Veic, Jesse Huta Galung und Stefan Seifert die Nummern eins, drei, sechs und sieben ihrer Meldeliste ins Rennen schickten, setzten die Oberpfälzer dem nur ihre Positionen sechs, sieben, neun und elf dagegen.

Trotzdem standen die meisten Partien auf des Messers Schneide. Allein Stefan Seifert machte bei seinem Heimdebüt an der Jahnstraße mit dem Österreicher Armin Sandbichler relativ kurzen Prozess (6:2, 7:5). Der Kroate Antonio Veic musste da schon härter kämpfen, um in seinem ersten Bundesligaspiel überhaupt den Belgier Yannick Mertens mit 4:6, 6:4, 10:8 in Schach zu halten. Ungeschlagen bleibt Jesse Huta Galung nach seinem nicht minder hart erarbeiteten 1:6, 7:6, 10:8 über Jaan-Frederik Brunken. "Das war sein bisher schwierigstes Spiel", meinte Raffel, "denn heute haben zum ersten Mal alle von ihm einen Sieg erwartet."

(NGZ)