Fußball: 2013 ein besonderes Jahr für Armin Reutershahn

Fußball : 2013 ein besonderes Jahr für Armin Reutershahn

Der ehemalige Fußballer von Preußen Krefeld und Co-Trainer von Friedhelm Funkel ist jetzt Chef-Coach in Nürnberg

Als Armin Reutershahn in der Silvesternacht mit seinen Lieben angestoßen hat, dürften die guten Wünsche fürs neue Jahr besonders intensiv ausgefallen sein. Denn der 52-Jährige vom Niederrhein tritt nach 22 Jahren als Co-Trainer bei diversen Fußball-Bundesligisten beim 1. FC Nürnberg seinen ersten Posten als Chef-Trainer bei einem Proficlub an. "Die Situation ist sicherlich ungewöhnlich. Ich werde meine bewährte, ruhige und positive Art und Weise beibehalten. Ich hoffe, das überträgt sich auf die Mannschaft", erklärt Reutershahn in einem Interview auf der Homepage der Franken.

Was Reutershahn erreicht hat, ist umso bemerkenswerter, als er im Vergleich zu vielen Kollegen nie im bezahlten Fußball die Stiefel geschnürt hat. Er tingelte über die Platzanlagen der Amateurclubs am Niederrhein. Mal war es eine buckelige Welt, wie der Rasenplatz an der Konradstraße, wo Reutershahn für den damaligen Landesligisten SV Lintfort spielte, oder aber einfach ein Aschenplatz wie beim SV Schwafheim. Auch für die Süd-Moerser hat der jetzige Trainer des 1. FCN gespielt, ebenso beim TuS Xanten, wo er mit Hans Sondermann einen Trainer hatte, der das Profi-Geschäft noch selbst miterlebt hat. Weitere Station des gebürtigen Hombergers waren der VfB seiner Geburtsstadt und auch Preußen Krefeld. Dank eines sehr großzügigen Sponsors versammelten die Preußen sämtliche "Stars" des Niederrheins in der Seidenstadt. Doch als dem Sponsor das Geld ausging, fiel die Preußen Elf auseinander und sportlich ins Nichts. Doch Reutershahn blieb der Seidenstadt treu. Er hospitierte beim FC Bayer Uerdingen, der damals unter Trainer Timo Konietzka in der Bundesliga spielte. Doch mit dem Klassenerhalt wollte es nicht klappen, Konietzka musste gehen und für ein paar Spiele übernahm Reutershahn sogar die Aufgabe des Interimstrainers bei den Krefeldern, ehe Friedhelm Funkel in die Grotenburg kam. Von 1991 bis 1996 war Krefeld die Heimat von Reutershahn, dann wechselte er vom Niederrhein an die Alster zum Hamburger SV. Maßgeblichen Anteil am Wechsel von Reutershahn hatte Frank Pagelsdorf. Der saß mit Reutershahn auf der Schulbank, als es darum ging, die Fußballlehrer-Lizenz zu erwerben. Bis 2007 war nun das Volksparkstadion das Reich von Reutershahn. Doch das schnelllebige Fußballgeschäft machte auch vor Reutershahn nicht halt. Als es bei den Hanseaten nicht lief, wurde er gemeinsam mit seinem Chef, dem österreichischen Nationalspieler Kurt Jara gefeuert. Reutershahn allerdings blieb der Bundesliga erhalten. Eintracht Frankfurt war seine nächste Station, dort war inzwischen auch Friedhelm Funkel angekommen.

2009 dann der Wechsel zum 1. FC Nürnberg, wo er jetzt, den zum VfL Wolfsburg abgewanderten Dieter Hecking ersetzen soll. Gleichberechtigt mit Michael Wiesinger, einem Ur-Bayern, soll Reutershahn den 1. FC Nürnberg auf Kurs halten. Die Doppelspitze nach dem Vorbild Bayer Leverkusen soll auch an der Noris funktionieren. "Wir arbeiten auf Augenhöhe im Gespann zusammen, auch wenn Michael derjenige ist, der in der Öffentlichkeit Rede und Antwort steht", erklärt Reutershahn, "Ziel muss es sein, dass sich unsere Zusammenarbeit schnell einspielt."

Schon heute wird das Trainer-Duo in Nürnberg offiziell vorgestellt. Einen Tag später geht es ins Trainingslager ins spanische Marbella. Das erste Meisterschaftsspiel als Cheftrainer wartet am 20. Januar auf Reutershahn. Dann tritt Reutershahn mit seiner Elf auf einen ehemaligen Arbeitgeber, den Hamburger SV.

(RP)
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