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Nach Vorwürfen von Jan Böhmermann: Fynn Kliemanns Maskenlieferant schmeißt hin​

Nach Betrugsvorwürfen : Fynn Kliemanns Maskenlieferant schmeißt hin

Im ZDF Magazin Royale erhebt Moderator Jan Böhmermann schwere Vorwürfe gegen Youtuber Fynn Kliemann und das Textilunternehmen Global Tactics mit Sitz in Kerken. Dessen Geschäftsführer Tom Illbruck zieht sich nun zurück.

Der Geschäftsführer der Firma Global Tactics aus Kerken, Tom Illbruck, hat nach den schweren Vorwürfen gegen ihn und seinen Geschäftspartner und Influencer Fynn Kliemann seinen Rückzug aus dem Unternehmen bekannt gegeben. In einer am Samstag veröffentlichen Stellungnahme auf der dafür eigens eingerichteten Homepage zstn.de heißt es, dass er die Firma „mit sofortiger Wirkung“ um die Auflösung seines Beschäftigungsverhältnisses gebeten habe. Auf seinem Instagram-Account löschte der Unternehmer alle Bilder und verwies ausschließlich auf die Homepage zu seiner Stellungnahme.

Wie berichtet, hatte Jan Böhmermann in der Sendung schwere Vorwürfe gegen Global Tactics und den Influencer und Musiker Fynn Kliemann erhoben. Masken, die als fair und in Europa hergestellt deklariert waren, sollen ursprünglich in Bangladesch und Vietnam hergestellt worden sein. Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Kliemann und Global Tactics hätten 100.000 fehlerhafte Masken an Flüchtlingslager gespendet. Bei der Staatsanwaltschaft Kleve ging nach dem Bekanntwerden eine Strafanzeige wegen Betrugs ein. Dabei geht es um Anzeigen sowohl gegen Kliemann als auch gegen Illbruck. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft, ob ein Ermittlungsverfahren aufgenommen wird.

  • Jan Böhmermann hatte schwere Vorwürfe gegen
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  • Die NGO „Viva con agua“ hat
    Nach Vorwürfen um Masken-Verkauf : „Viva con Agua“ beendet Zusammenarbeit mit Fynn Kliemann
  • Der Sitz des Textilherstellers Global Tactics
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In der neuen Stellungnahme bestreitet Illbruck die Vorwürfe, die auf Betrug hindeuten. Er räumt aber Fehler in der Kommunikation ein - und wirbt um Verständnis. Er habe in einer „außergewöhnlichen Zeit“, als Preise für Masken sehr hoch waren, Wege gesucht, mit seinen Erfahrungen und Global Tactics etwas Sinnvolles zu tun. So habe er seine Textilproduktion in Europa auf wiederverwertbare Maskenproduktion umgestellt. Weil die Nachfrage aber so groß gewesen sei, habe er nach weiteren Möglichkeiten der Produktion gesucht. Durch einen Kontakt von Fynn Kliemann habe sich eine Möglichkeit ergeben – eine zusätzliche Produktion in Asien. Illbruck betont, er habe auf das Wort dieses Kontakts vertraut, der zertifizierte Bedingungen und faire Löhne für die Mitarbeitenden versprach. „Ich habe mir vorzuwerfen, diese Darstellung nicht weitergehend hinterfragt zu haben“, heißt es in der Stellungnahme. Aus heutiger Sicht müsse er sich klar eingestehen, dass er diesen Schritt ausdrücklich und proaktiv öffentlich hätte kommunizieren müssen.

Zu den gespendeten fehlerhaften Masken schreibt Illbruck, er habe von dem Ausmaß der Mängel erst durch die Anfang Mai veröffentlichten Recherchen des ZDF Magazin Royale erfahren. Seine Stellungnahme endet mit einer Entschuldigung „für jegliche Fehler, Missverständnisse und die daraus resultierenden Probleme für Kunden, Organisationen und Geflüchtete“. Als Konsequenz werde er sich aus allen Tätigkeitsfeldern von Global Tactics zurückziehen.