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TV Aldekerk feiert Meisterschaft in Handball-Regionalliga frenetisch

Handball : TV Aldekerk macht sein Meisterstück und lässt es krachen

Die Mannschaft von Trainer Nils Wallrath gewinnt das packende Aufstiegs-Endspiel in der Regionalliga mit 36:34 gegen interaktiv.Handball Ratingen. 800 begeisterte Zuschauer feiern den Gewinn der Meisterschaft.

Ausnahmezustand in der Vogteihalle: Als am Donnerstag um 20.51 Uhr die Partie zwischen dem Tabellenersten der Handball-Regionalliga, TV Aldekerk, und dem Zweiten, interaktiv.Handall aus Ratingen, abgepfiffen wurde, brachen im grün-weißen Tollhaus alle Dämme. Die Zuschauer, ausnahmslos Mitglieder der großen ATV-Familie, stürmten das Spielfeld, um ihre Helden zu drücken, zu herzen und in Bier und Sekt zu tränken.

Die Spieler lagen sich nach dem 36:34-Sieg jubelnd in den Armen, führten ihre bekannten Freudentänze auf und besangen gemeinsam mit dem Fan-Chor ihren Titelcoup, ihren Verein und ihren Trainer Nils Wallrath.

Doch tatsächlich schienen die meisten zu diesem Zeitpunkt und vermutlich auch noch in den nächsten Tagen nicht zu realisiert haben, was in diesem Moment geschehen war. Es war nicht nur ein gewonnenes Spiel, es war der krönende Abschluss einer verwegenen Aufholjagd, bei der in einem Mammutprogramm zehn Siege in Folge eingefahren wurden und die im Gewinn der Meisterschaft und dem Aufstieg in die Dritte Liga endete.

 Das Duell zwischen den Aldekerkern und Ratingern war bis zum Schluss nichts für schwache Nerven.
Das Duell zwischen den Aldekerkern und Ratingern war bis zum Schluss nichts für schwache Nerven. Foto: Evers, Gottfried (eve)
  • Thomas Jentjens (rechts) war beim 36:32-Sieg
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  • Der TV Aldekerk (im Angriff) machte
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Nils Wallrath, der nach der Bierdusche fast ein wenig reserviert das Treiben seiner Schützlinge verfolgte und sich notdürftig abgetrocknet hatte, sagte: „Ich bin einfach nur glücklich, aber ich muss die ganze Sache noch sacken lassen, um zu begreifen, was passiert ist. Die Mannschaft hat nicht nur an diesem Abend Außergewöhnliches geleistet, sie hat während der Saison neue Maßstäbe gesetzt und meines Erachtens als spielstärkste Mannschaft verdient den Titel errungen.“

Der Ratinger Trainer Ace Jonovski sprach nach der Partie von einer der besten Saisonleistungen seiner Mannschaft, die an diesem Abend nicht ausreichte, das erklärte Saisonziel, Aufstieg in die Dritte Liga, zu erreichen.

Zum Geschehen in der proppenvollen Vogteihalle: Die Tribüne glich einem grün-weißen Fahnenmehr. Die ATV-Mannschaft wurde mit einem tosenden Applaus begrüßt. Während der erste Block rund um die zweite Männer-Mannschaft frenetisch jeden Angriff ihrer Matadore unterstützte, feuerte im dritten Block, besetzt mit viele ATV-Jugendlichen, die Defensive an. Die Zuschauer im große Mittelblock ließen sich von dieser Begeisterung anstecken und schnell war die Spielstätte zum einem brodelnden Hexenkessel geworden, was sich bis zum Ertönen der Schlusssirene nicht mehr ändern sollte.

 Die Fans des TV Aldekerk machten ordentlich Stimmung in der Vogteihalle. Ihnen wurde später Erstliga-Tauglichkeit bescheinigt.
Die Fans des TV Aldekerk machten ordentlich Stimmung in der Vogteihalle. Ihnen wurde später Erstliga-Tauglichkeit bescheinigt. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Das große Finale wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen, ein echter Krimi, dessen Ausgang bis zur 52. Minute und einem Spielstand von 30:32 völlig offen war. Wallrath nahm eine Auszeit und erinnerte seine Spieler daran, weiter auf Sieg zu spielen. Die Botschaft kam an, seine Männer brachten in den nächsten sechs Minuten das Parkett zum glühen und den Hexenkessel zum überkochen.

Angetrieben vom jungen Roman Grützner, der an diesem Abend das Spiel seinen Lebens im Dress des ATV bestritt, setzte der Gastgeber zum fulminanten Schlussspurt an. Zweimal Sjuul Rütten und Roman Grützner, dazu die Treffer von Jonas Mumme und Tim Gentgens machten mit einem blitzsauberen 6:0-Lauf innerhalb von sechs Minuten das Meisterstück perfekt. Die letzten beiden Treffer der Ratinger Gäste-Mannschaft hatten lediglich statistischen Wert.

Einige Minuten nach dem Abpfiff und der offiziellen Ehrung zur Meisterschaft, die im Trubel doch etwas unterging, schnappte sich der Aldekerker Spielführer Jonas Mumme das Mikrofon, bescheinigte dem Publikum sogar eine Erstliga-Tauglichkeit und lud dann alle zur gemeinsamen Feier mit der Mannschaft am Samstag ab 15 Uhr vor der Vogteihalle ein. Die Party geht also weiter.