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Borussia Mönchengladbach: Erfolg mit Torhunger, Laufbereitschaft, Fairness

Faktencheck Borussias Halbzeit-Bilanz : Mit Torhunger, Laufbereitschaft und Fairness zum Erfolg

33 Punkte, 36 Tore, Platz drei, zwei Torjäger mit je neun Treffern, Platz eins in der Fairness-Tabelle und viele Daten, in denen die Gladbacher besser sind als der Bundesliga-Schnitt. Unser Faktencheck zur Hinrunde.

Die Zahlen der Hinrunde offenbaren die Gründe für den Aufschwung der Borussen: Torhunger, Laufbereitschaft und Fairness. Was fehlt: Einer, die direkte Freistöße verwandelt wie früher der venezolanische Ballzauberer Juan Arango. In der Disziplin steht mal wieder die Null.

Gladbach schloss die erste Halbzeit der Saison mit 33 Punkten (Schnitt: 1,94) und einer Torbilanz von 36:18 als Tabellendritter ab. Es gab zehn Siege, drei Unentschieden und vier Niederlagen. Acht der zehn Siege passierten im eigenen Stadion, hinzu kamen das 3:0 beim FC Bayern und das 3:1 bei Werder Bremen. Punkte holten die Gladbacher in Augsburg (1:1), Wolfsburg (2:2) und bei 1899 Hoffenheim (0:0). Daheim stellten die Borussen einen Rekord auf, noch nie gab es eine Hinserie mit lauter Siegen im eigenen Stadion.

Schaut man auf die wesentlichen Daten der Spiele, liegt Borussia fast überall über dem Liga-Durchschnitt. Vor allem sind die Gladbacher torhungriger als das Gros der Liga. Nur der BVB erzielte mehr Tore, die Bayern ebenso viele wie das Team von Trainer Dieter Hecking. 2,12 Treffer im Schnitt schaffte Gladbach, der Liga-Schnitt liegt bei 1,52.

Zudem rannten die Borussen (119,65) fast zwei Kilometer mehr pro Spiel als der durchschnittliche Bundesliga-Spieler (117,80), spielten mehr Pässe (509,47 zu 451,53), von denen 84 Prozent ankamen (79 Prozent), und hatten mehr Ballbesitz (52 zu 50 Prozent).

21 Gelbe Karten sammelten die Gladbacher ein (fünf davon Denis Zakaria), es gab keinen Platzverweis. Damit ist die Borussia das fairste Team der Liga. Weit vorne liegt sie auch in der Kilometer-Tabelle: Die Borussen absolvierten in der Hinrunde 2034,07 Kilometer. Thorgan Hazard war mit 191,53 Kilometern der lauffreudigte Gladbacher, Oscar Wendt ist die Nummer zwei mit 184,94 Kilometern. Er gehört zu den fünf Borussen, die in jedem Spiel zum Einsatz kamen.

Neben dem Schweden wirkten Thorgan Hazard, Alassane Plea, Florian Neuhaus und Torwart Yann Sommer in allen 17 Ligaspielen mit, in sieben davon blieb Sommer ohne Gegentor. Nico Elvedi hat eine Passquote von 95 Prozent, das ist ein Spitzenwert in der Liga.

Für ihre 36 Tore benötigte Borussia 81 Chancen. Pro Tor brauchte Gladbach im Schnitt 4,36 Schüsse. 25 der 36 Tore fielen aus dem Spiel heraus, sechs nach Ecken und vier vom Elfmeterpunkt (dazu kommt ein Eigentor).

Sechs Elfmeter bekam Gladbach zugesprochen, vier wurden verwandelt (dreimal Thorgan Hazard, der auch zweimal verschoss, einmal Jonas Hofmann). Hazard und Plea schossen jeweils neun Tore, damit sind zwei Gladbacher in der Top Ten der Torjäger zu finden. Zusammen schossen der Belgier und der Franzose die Hälfte der Hinrunden-Tore in der Bundesliga.

Nachholbedarf haben die Borussen in Sachen Zweikampf. Nur 48 Prozent der Mann-gegen-Mann-Duelle wurden gewonnen (Liga-Schnitt: 52 Prozent). Keine andere Mannschaft aus den Höhenlagen der Tabelle ließ mehr Chancen zu als Gladbach (77, 160 Schüsse).

Und dann ist da das Problem mit der Anfangsviertelstunde: Fünf Tore kassierte Borussia zwischen Minute eins und 15. Nach der Halbzeit, zwischen der 46. und der 60. Minute, fielen vier Tore gegen die Borussia.

Zudem: Weiterhin ist noch kein würdiger Nachfolger der früheren Freistoß-Experten Arango gefunden: Es ist mal wieder eine halbe Saison ohne ein direktes Freistoß-Tor vergangen. Und wie im Jahr zuvor haben es die Borussen nicht geschafft, im DFB-Pokal zu überwintern. Das 0:5 gegen Bayer Leverkusen war dafür verantwortlich.