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Borussia Mönchengladbach: Patrick Herrmann über seine Zukunft

Borussias Außenspieler : Herrmann zwischen Herz und Verstand

Beim 1:2 in Dortmund durfte der Ur-Borusse mal wieder von Beginn an ran. Generell sind ihm die Spielanteile aber zu wenig, weshalb ein Wechsel im besten Fußballeralter denkbar ist. Augsburg und Stuttgart gelten als interessiert.

Seit mehr als zehn Jahren ist Patrick Herrmann bereits Borusse. Im Profigeschäft hat er für keinen anderen Klub gespielt. Solche Beispiele findet man heutzutage im Fußball nur noch sehr selten. Die Menge an Transfers hat sich im Laufe der vergangenen Jahre deutlich erhöht. Herrmann hat sich davon nicht leiten lassen. Selbst wenn andere Vereine ihn verpflichten wollten, entschied er sich stets für „seine“ Borussia. Ob er diese Entscheidung aber auch über die Weihnachtszeit treffen wird, ist offen. Denn mehr denn je muss sich Herrmann Gedanken darüber machen, ob er in Mönchengladbach noch an der für ihn richtigen Stelle ist.

Beim abschließenden Hinrundenspiel in Dortmund, das die Gladbacher 1:2 verloren, durfte der Außenspieler wieder von Beginn an das machen, was er am liebsten macht – Fußball spielen. Zuletzt beschränkte sich das auf die Trainingseinheiten. „Es ist natürlich nicht schön, wenn man als Spieler am Wochenende zu Hause sitzt oder auf der Tribüne, wie es bei mir zuletzt häufiger der Fall war“, sagte Herrmann über seinen Werdegang in den vergangenen Wochen. Vor dem Einsatz gegen den BVB setzte Trainer Dieter Hecking nämlich kaum noch auf den Ur-Borussen. Beim 2:0-Sieg gegen Nürnberg durfte er immerhin neun Minuten auflaufen, davor in sechs Spielen gar nicht. Bei den Partien gegen Düsseldorf (3:0), in Bremen (3:1) und in Leipzig (0:2) gehörte Herrmann sogar gar nicht zum Kader. Erst nachdem Borussia einige Spieler wegen Verletzungen fehlten, war der 27-Jährige wieder dabei.

Jetzt steht Herrmann vor der Frage: Herz oder Verstand? Er ist im besten Fußballeralter, seine Perspektiven bei den Gladbachern sind sportlich aber nicht besonders aussichtsreich. Zumindest nicht, wenn man die vergangenen Wochen betrachtet. Hoffnung könnte Herrmann der Saisonstart machen. In diesen ging er nämlich als einer der „Gewinner der Vorbereitung“ und gehörte in den ersten Spielen häufig zur Stammformation. Vielleicht ist es diese Chance der Wintervorbereitung, die Herrmann dazu verleitet, eine Herzensentscheidung zu treffen und bei Borussia bleiben zu wollen. „Ich versuche einfach, im Training immer Gas zu geben und wenn ich spielen darf, wie in Dortmund, auch da mein Bestes zu geben. Alles Weitere wird man sehen“, beschrieb der Flügelflitzer seine Situation. Auf die Frage, ob man ihn denn in der Rückrunde im Gladbacher Trikot sehen wird, antwortete er lächelnd: „Bestimmt.“

Doch die herrmannsche Zukunft ist offen wie nie. Interessierte Klubs gibt es, Augsburg und Stuttgart gelten als Kandidaten. Dort würde Herrmann zwar weitaus größere Aussichten auf mehr Einsatzzeiten haben, würde sich aber auf Abstiegskampf einstellen müssen anstatt mit den Gladbachern die Champions League anzupeilen.

Die Frage ist aber auch: Wie reagiert der Verein bei einem Angebot für Herrmann? Hecking hat bereits häufiger betont, dass er seinen Kader möglichst geschlossen auch in der Rückrunde zur Verfügung haben will. Dem Trainer ist vor allem aufgrund der Erfahrungen aus der vergangenen Saison, als ihm eine Vielzahl von Spielern verletzt gefehlt hatten, die Tiefe im Kader wichtig. Als „wichtig“ würde Hecking sicherlich auch Herrmann bezeichnen. Ihm wird nicht daran gelegen sein, den Spieler abzugeben. Ihm große Steine in den Weg legen, sollte Herrmann einen Wechselwunsch äußern, würde er aber vermutlich auch nicht.

Im Hause Herrmann werden die Feiertage, im Kreise der Familie, die ihm mit Rat zur Seite stehen wird, welche sein, die wegweisend für ihn werden. In dieser besinnlichen Zeit muss er entscheiden: Herz oder Verstand?