Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking und Lucien Favre sind sich nach dem Topspiel einig

„Das 2:1 ist okay“ : Hecking und Favre sind sich nach dem Topspiel einig

Gegen Borussia Dortmund kassierten die Gladbacher die vierte Niederlage der Hinrunde. Die 1:2-Niederlage geht in Ordnung, fand Trainer Dieter Hecking. Am Ende fehlten den Gladbachern ein paar herausragende Momente.

Was den Mönchengladbacher Borussen gefehlt hat, um bei der Namenscousine aus Dortmund mehr hinzukriegen als eine 1:2-Niederlage, beschrieb Torhüter Yann Sommer. „Es war ein enges Spiel, in dem uns die genialen Momente in der Offensive ein wenig gefehlt haben. Man hat von Anfang an den großen Respekt, den beide Mannschaften voreinander haben, gespürt. Auch Dortmund hatte nur wenig klare Torraumszenen, aber zwei geniale Momente von Jadon Sancho und Marco Reus haben am Ende den Unterschied gemacht“, sagte der Schweizer.

Auch die Trainer, Dieter Hecking auf Gladbacher Seite und der frühere Gladbach-Coach Lucien Favre beim BVB, waren sich einig in der Bewertung der 90 Minuten, die weniger spektakulär waren, als es mancher erwartet oder erhofft hatte. „Das 1:2 geht in Ordnung. In der ersten Halbzeit war es ein Schachspiel, da entscheiden auf dem Niveau Kleinigkeiten“, sagte Hecking. „Der Sieg war klar verdient. Wir hatten mehr Ballbesitz und mehr Torchancen. Das 2:1 ist okay“, sagte Favre.

Mehr Torschüsse (12:3, der Expected Goals-Wert lag indes nur bei 1,84:0,52), mehr Kilometer (123,84:121,80), mehr gespielte Pässe (692:585), eine höhere Passquote (91:89 Prozent) und mehr Ballbesitz (54:46 Prozent) – die Rahmendaten des Spiels entsprechen dem Resultat: Es war ein Gipfeltreffen auf taktisch hohem Niveau, in dem die Gladbacher in der personellen Konstellation vom Freitag das etwas weniger reife Team waren. „Obwohl wir wahrlich keine schlechte Leistung gezeigt haben, haben wir von diesen kleinen Fehlern am Ende mehr gemacht als der Gegner. Das hat Dortmund eiskalt bestraft“, sagte Hecking.

„Es fehlten einige Spieler - Raffael, Lars Stindl, Jonas Hofmann, das war wichtig“, kannte Favre einen der Gründe für die Gladbacher Niederlage. Raffael fehlt wegen seines Schlüsselbeinbruchs noch lange, Stindl noch nicht bereit. Hofmann kam später ins Spiel, konnte diesem aber keine Wende mehr geben.

Neben den Offensiv-Kräften fehlte die komplette erste Innenverteidigung: Matthias Ginter, der nach dem Augenhöhlen- und Kieferbruch noch nicht wieder einsatzbereit ist, und Nico Elvedi, der sich beim 2:0 gegen Nürnberg eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte.

Allerdings war der BVB auch das offensive, aggressivere und engagiertere Team an diesem Abend – und hatte im vielleicht derzeit besten Bundesliga-Spieler Sancho (geschätzter Marktwert 70 Millionen Euro) und im Ex-Borussen Reus die Spieler, die dem Herbstmeister aus Westfalen gegen den mindestens bis zum Spiel der Bayern in Frankfurt (Samstag, 18.30 Uhr) Zweiten vom Niederrhein den Sieg bescherten.

Sancho traf, nachdem dem jungen Jordan Beyer ein Fehlpass unterlaufen war und er Oscar Wendt ausgespielt hatte, aus spitzem Winkel zum 1:0. Reus erzielte nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Christoph Kramer das 2:1 nach 54 Minuten.

Trotz der vierten Niederlage wollen die Gladbacher keinen Schatten auf die mit 33 Punkten herausragende Hinrunde fallen lassen. „Unabhängig von diesem Spiel war es eine überragende Hinrunde von uns. Wir haben uns als Mannschaft gut präsentiert“, sagte Patrick Herrmann, der zum Hinrunden-Abschluss seinen dritten Startelf-Einsatz der Saison hatte. „Wir können sehr stolz auf das in der Hinrunde Geleistete sein. Jetzt können wir ein paar Tage durchschnaufen und bereiten uns dann auf die harte zweite Saisonhälfte vor“, sagte Tobias Strobl, der wegen des Ausfalls von Elvedi in Dortmund als Innenverteidiger spielte.

Die Borussen haben jetzt Weihnachtsurlaub. Am 2. Januar geht dann die Vorbereitung auf die Rückrunde los, vom 5. bis 12. Januar sind die Gladbacher im Trainingslager in Jerez de la Frontera (Hier geht’s zu Borussias Winterfahrplan). „Wir gehen in die Pause und erholen uns, um 2019 wieder erfolgreich zu sein“, sagte Thorgan Hazard.

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