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Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking kann die Vorlage von Friedhelm Funkel nutzen

Macht´s Borussia wie Fortuna? : Hecking kann Funkels Vorlage nutzen

Fortuna Düsseldorf fügte Borussia Dortmund die erste Niederlage der Saison zu. Der Abstiegskandidat könnte so zum Vorbild für die Gladbacher werden vor dem Top-Duell beim BVB am Freitag.

Borussias Trainer Dieter Hecking hatte vor dem Spiel gegen seinen Ex-Verein 1.FC Nürnberg (den auch Präsidiumsmitglied Hans Meyer mal trainierte) klar gestellt, dass der Fokus einzig und allein auf dem Treffen mit dem Aufsteiger liege und die folgende Dienstreise zu Borussia Dortmund keine, aber auch gar keine gedankliche Rolle spiele. In den ersten 45 Minuten gegen den „Club“ konnte sein Team diese These nicht belegen, es wirkte doch etwas pomadig, was die Borussen auf den Rasen brachten. Illustriert wurde das durch den Elfmeter Thorgan Hazards. Doch wie der Belgier kriegten die Gladbacher den Hebel umgelegt und schossen in einer sehr seriösen zweiten Halbzeit wie schon gegen Mainz, Düsseldorf und Stuttgart nach der Pause den Sieg heraus.

Borussia Dortmund indes verlor bei Fortuna Düsseldorf, den anderen Aufsteiger. Sensationell ist das fast schon, und es bringt die Borussen aus Mönchengladbach ein wenig in einen Argumentations-Engpass. Denn plötzlich ist es am Freitag nicht das Spiel bei einem Gegner vom anderen Stern, sondern bei einem, an den die Gladbacher ganz nah ran rücken können mit einem Sieg. Dann würde der Rückstand plötzlich nur noch drei Punkte betragen und der Kosename „Dortmund-Jäger“ hätte nicht mehr nur einen akademischen Klang.

Muss Borussia Fortuna dankbar sein für die neue Situation? Hilft das? Oder hat Düsseldorf Gladbach einen Bärendienst erwiesen, weil es dem BVB den Nimbus der Unbesiegbaren genommen hat? Der BVB wird nun die Synapsen nochmal neu takten. Dass Lucien Favre ohnehin Gladbachs Stärken herausarbeiten wird in seiner Vorschau, ist klar: „Es wird schwer.“

Das wird auch Dieter Hecking sagen, doch wird er sein Team wie immer auf den Rasen schicken, um zu gewinnen. Er muss versuchen, in seinem 401. Bundesliga-Spiel Fortunas Vorlage aktiv zu nutzen und  den Seinen zeigen, wie der BVB zu packen ist. Gleichwohl wird Borussias Weg ein anderer sein als der Fortunas. Kurios: Schon im vergangenen Jahr, beim 1:6, wäre ein wie auch immer gearteter Ertrag möglich gewesen, wenn Borussia ihre Chancen zur rechten Zeit und cooler genutzt hätte. Was das angeht, ist Gladbach in dieser Saison besser aufgestellt mit den beiden Top-Scorern Thorgan Hazard und Alassane Plea (beide neun Liga-Treffer). Und sie ist mental total stabil. Borussia ist bereit für den BVB.

Karsten Kellermann