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Borussia Mönchengladbach: Christoph Biermann spricht über den Bökelberg

Vortrag über den Bökelberg : „Eine Reminiszenz an den Fußball, wie er früher war“

Der Bökelberg, Borussias ehemalige Heimstätte, war Thema im Museum Schloss Rheydt. Der Journalist Christoph Biermann hielt einen Vortrag.

Christoph Biermann hatte leichtes Spiel im Museum Schloss Rheydt. Der Sportjournalist und Buchautor war für einen Vortrag zur „Geschichte des modernen Fußballs“ nach Mönchengladbach gekommen. Für den gebürtigen Krefelder, der Mitglied der Chefredaktion des Fußballmaganzins „11Freunde“ ist, war das Jahr 1992 der Wendepunkt hin zum globalen, durchkommerzialisierten Fußball, wie ihn die Fans heute kennen. Damals wurde die Champions League gegründet, in England startete die Premier League und im Privatfernsehen ging „Ran“ auf Sendung. „Aus dem Fußball wurde Entertainment, und durch die Geldverteilung zugunsten der Branchengrößen sowie das Ligensystem im Europapokal wurden überraschende Gewinner immer seltener“, sagte Biermann.

Und um die Zuhörer im Schloss Rheydt, zu denen viele Fans, Mitglieder des Fanprojekt-Vorstands sowie der ehemalige Borussenspieler und -manager Christian Hochstätter gehörten, nochmals in das Jahr 1992 zurückzuversetzen, zeigte Biermann Spielszenen aus dem DFB-Pokalhalbfinale Borussias gegen Bayer Leverkusen. Torwart Uwe Kamps hielt damals vier Elfmeter und bescherte dem ehrwürdigen Bökelberg damit wohl einen der emotionalsten Momente, den Borussias Fans in ihrem Stadion erleben durften.

2019 hatte Borussia das Jubiläum 100 Jahre Bökelberg gefeiert, weswegen dem Stadion nun noch bis April eine Ausstellung im Museum Schloss Rheydt gewidmet ist. Für einen Vortrag im Rahmen dieser Ausstellung konnte Rita Mielke vom Verein Kulturraum Niederrhein schließlich Biermann gewinnen. Für ihn sei der Bökelberg „eine Reminiszenz an den Fußball, wie er früher einmal war. Ich war sowohl als Reporter als auch als Fan des VfL Bochum oft in Mönchengladbach und habe auch eine 1:7-Niederlage gegen Borussia 1994 bis zur letzten Minute tapfer durchgestanden“.

Der Sportjournalist skizzierte jedoch anhand der Endplatzierungen der Borussia von der ersten Meisterschaft 1970 bis zur Jahrtausendwende, wie der Bökelberg immer mehr zum Wettbewerbsnachteil für Gladbach wurde – weswegen der Wendepunkt für Borussia im Jahr 2004 kam. Damals wurde der Borussia-Park eröffnet – auch dazu zeigte Biermann einen emotionalen Film – womit der Klub in für ihn ganz neue Dimensionen vorstoßen konnte. „Der moderne Fußball wird wahnsinnig von den Umständen bestimmt. Und Borussia benötigte einfach das neue Stadion als Basis, um sich den modernen Gegebenheiten anpassen zu können“, sagte Biermann, der die These hinzufügte: „Würde Borussia jetzt noch am Bökelberg spielen, wäre sie vielleicht schon nicht einmal mehr Zweitligist.“