Borussia Mönchengladbach: Breel Embolo war gegen RB Leipzig der beste Mann

Erneut getroffen : Embolo startet bei Borussia durch

Gegen RB Leipzig erzielte Breel Embolo sein zweites Tor in Folge. Weil er wieder seinem Körper vertraut, kann er seine Leistungsfähigkeit abrufen. Die Summe, die Borussia an Schalke zahlte, könnte sehr gut angelegt sein.

Man hatte sich vorgenommen, Geduld mit Breel Embolo zu haben. Er bekam Zeit, seinen verletzten linken Fuß zu regenerieren, er sollte dann auch behutsam herangeführt werden und war vor allem ein Investment in die Zukunft der Borussen. Dass der 22-Jährige aber schon in der Anfangsphase der Saison derart auftrumpft, war nicht zu erwarten. Gegen RB Leipzig (1:3) erzielte er bereits sein zweites Tor hintereinander, beeindruckender war aber seine Kampfkraft und Spiellust, die er über die gesamte Dauer der Partie zeigte.

Trainer Marco Rose brachte Embolo wie gegen Schalke (0:0) auf der Zehner-Position. Der Start gegen die Leipziger war auch ähnlich unglücklich wie der Auftritt gegen seinen Ex-Klub, verlor er doch innerhalb der ersten zwei Minuten zweimal den Ball und sah nach einem bösen Foul an Lukas Klostermann die Gelbe Karte. Doch Embolo fing sich, in der 10. Minute lupfte er einen Ball mit dem Außenrist über die RB-Abwehr perfekt in den Lauf von Alassane Plea, der über das Tor schoss. Das war der Startschuss einer Reihe von guten Szenen, die Embolo am Freitagabend hatte.

An nahezu allen gefährlichen Situationen der Gladbacher war der Schweizer Nationalspieler beteiligt. Bei der nächsten Großchance für Plea spielte er nach einem Solo den Pass auf Ginter, der den Franzosen bediente, in der zweiten Halbzeit erkämpfte er sich eine Großchance, verfehlte aber kurz vor dem Tor den Ball. Besser machte es Embolo kurz vor Schluss nach der Freistoßflanke von Laszlo Bénes, die er mit der Schulter ins Tor zum 1:2 drückte, wenig später wäre ihm per Kopfball beinahe sogar das 2:2 geglückt.

Wie präsent sich Embolo in den Gladbacher Offensiv-Highlights zeigt, beweist seine generelle Aktivität im Spiel. Eine Statistik, die aufweist, wie heiß es um den Neuzugang her ging, ist die der Fouls: er selbst setzte sich fünfmal strafbar ein, gefoult wurde er sogar siebenmal. Beides außergewöhnlich hohe Werte für einen Spieler innerhalb einer Partie.

Doch sie zeigen, dass Embolo keinen Weg und keinen Zweikampf scheut. Er vertraut wieder seinem Körper, der ihm auf Schalke so viele Probleme bereitete. „Er hat ein super Spiel gemacht, hat sich extrem reingekämpft“, sagte Yann Sommer nach der Partie. „Breel hat viele Bälle gehalten, Eins-gegen-Eins-Situationen für sich entschieden und gute Chancen gehabt. Man hat heute gesehen, wie viel Power er hat, wie gut er Situationen lösen kann und wie gefährlich er ist. Das ist ein toller Einkauf der Borussia.“ Zehn Millionen Euro bezahlte Gladbach für ihn, eine Summe, die, wie sich nun zeigt, wohl eher nicht dem Marktwert eines gesunden Breel Embolo entspricht.

Die beiden Klubs haben sich auf Bonuszahlungen geeinigt, die auch an den Einsätzen des Offensivspielers gekoppelt sind, bis zu fünf Millionen Euro muss Borussia zusätzlich bezahlen, sollte Embolo über eine längere Dauer einschlagen. Nach den Eindrücken der ersten Wochen wird Gladbach diese Summe noch bezahlen müssen. Auf Schalke wird man sich aber wohl mehr darüber ärgern müssen, dass sie einen solchen Spieler für eine relativ geringe Summe gehen lassen mussten, als sich über diese Zuschläge zu freuen. Embolo ist auf dem Weg zum Schnäppchen der Borussen zu werden.