Borussia Mönchengladbach: Marco Rose erkennt Fortschritte gegen RB Leipzig

Borussia macht Fortschritte : Fünf Lehren aus der Niederlage gegen RB Leipzig

Die Niederlage für Borussia war ärgerlich gegen RB Leipzig, sie war aber auch erkenntnisreich. Marco Rose kann aus diesem Spiel positive und negative Dinge mitnehmen.

Beim 1:3 der Borussen gegen RB Leipzig gab es Höhen und Tiefen beim Team von Trainer Marco Rose. Er selbst sagt: „Es war insgesamt ein gutes Spiel von uns, in dem die Messlatte gelegt wurde, für das, was wir in den nächsten Wochen spielen wollen. Da wollen wir auf gar keinen Fall mehr drunter kommen, sondern eher in Teilbereichen drüber.“ Doch das Ergebnis zeigt, dass längst nicht alles gut war, schließlich war der Sieg für Leipzig durchaus verdient. Fünf Lehren kann man durchaus ziehen, positive wie negative.

Leipzig ist noch eine Nummer zu groß: Aufgrund von Roses RB-Vergangenheit liegt der Vergleich nahe, dass der Pressing-Stil der Leipziger das Vorbild der Gladbacher Bemühungen ist. Aber die Mannschaft von Julian Nagelsmann nur darauf zu reduzieren, ist falsch. Sie beherrscht es perfekt, den Gegner unter Druck zu setzen, sucht sich dafür aber den richtigen Moment. Gegen Borussia waren sie spielerisch bestimmend, spielten sozusagen den alten Gladbach-Fußball, und nutzten dann diese Stärke, wenn sie gefragt war. Leipzig ist ein Pressing-Kombinationsfußball-Team, bei Borussia ist es mehr Stückwerk. Aber die Entwicklung geht wieder in die richtige Richtung.

Laszlo Bénes hat sich die Startelf verdient: Es war durchaus überraschend, dass der Slowake gegen Leipzig auf der Bank saß, hatte er zuvor gegen Schalke (0:0) und Mainz (3:1) doch gute Leistungen abgeliefert. Florian Neuhaus bekam den Vorzug, er blieb jedoch erneut unter seinen Möglichkeiten. Bénes kam für das letzte Viertel des Spiels, gewann sofort Zweikämpfe, spielte kluge Pässe und Seitenwechsel, und er bereitete das 1:2 durch Breel Embolo vor. Diesen Elan hätte Borussia schon früher gebraucht, weil Leipzig im Mittelfeld-Zentrum die Hoheit hatte.

Die Kluft zwischen den Außenverteidigern ist zu groß: Über die rechte Seite macht Stefan Lainer pausenlos Dampf nach vorne, er bereitete mehrfach gute Chancen der Borussen mit seinen Flanken vor. Außerdem initiiert er mit seinem Pressing gute Aktionen, auch wenn er mit seiner wilderen Spielweise auch einige Fehler produziert. Auf der anderen Abwehrseite ist es aber deutlich problematischer. Nach vorne kommt von Oscar Wendt nur sehr wenig und hinten ist Gladbach über links anfällig, Marcel Sabitzer überlief den Schweden gerade in der ersten Halbzeit mehrfach mit dem Ball. Ramy Bensebaini wird wohl nach der Länderspielpause der Mann sein, der Wendt ablösen wird und ein Gleichgewicht zwischen den beiden Seiten herstellen soll.

Lars Stindl fehlt Borussias Offensive: Die Aufgeregtheit des Gladbacher Offensivspiels kann auch eine Stärke sein, schließlich brachte sie dem Team einige Chancen gegen RB ein, das war in den vorherigen Spielen anders. Borussias Kapitän besitzt aber das Gespür, zu erkennen, wann Hektik angebracht ist und wann Ruhe. Stindl ist ein offensiver Denker und Lenker, der Gladbach gerade fehlt, er ist derjenige, der dem Ganzen mehr Struktur verleihen würde.

Borussia hat ihre Standardstärke wieder: Vier Tore hat Gladbach in dieser Bundesliga-Saison bislang erzielt, drei davon resultierten aus ruhenden Bällen. Bénes flankte das Spielgerät in diesem Fall perfekt auf Embolo, der mit der Schulter traf. Beide waren auch schon in Mainz an den Standard-Toren beteiligt, Bénes verlängerte den Neuhaus-Freistoß, den Lainer später verwandelte, Embolo wurde vor Pleas Freistoßtreffer gefoult. Waren diese Situationen bei Borussia in der vergangenen Saison lange unproduktiv, sind sie nun wieder eine Stärke. Nur die Eckbälle sind nach wie vor sehr verbesserungsbedürftig.

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