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Leske und Werth: Olympia auf 2021 oder 2022 verschieben

Sommer-Spiele in Tokio : Leske und Werth: Olympia auf 2021 oder 2022 verschieben

Die Weltklasse-Dressurreiterin aus Rheinberg kümmert sich derzeit mehr um ihre jungen Pferde, der Weltklasse-Ruderer aus Moers sitzt auf dem Trockenen.

In diesen Tagen, wo die Corona-Epidemie die Menschen in ihrem Tun ausbremst, hat Isabell Werth im heimischen Stall in Rheinberg auch weiterhin viel um die Ohren. „Das Tagesgeschäft geht weiter. Ohne die Turnier-Teilnahmen habe ich jetzt mehr Zeit, um mich um die jüngeren Pferde zu kümmern“, sagt die Weltklasse-Dressurreiterin. Natürlich beschäftigt sich sie auch weiter intensiv um ihre Championatspferde. Übers Intervalltraining sollen Bella Rose oder Weihegold ihre körperlische Fitness behalten.

Werth nimmt sich aber die Zeit, um ihren Sohn Frederik bei den Hausaufgaben zu unterstützen. Auch er bekommt online von seiner Schule Bescheid, was zu tun ist. Und die 50-Jährige beschäftigt sich mit den Olympischen Spielen in Tokio – wann immer sie auch stattfinden werden. Werth gehört zu den deutschen Weltklassesportlern, die sich für eine Verlegung aussprechen: „Stand jetzt ist es ein realistisches Szenario, dass die Spiele in Tokio nicht in diesem Herbst, sondern erst 2021 stattfinden.“ Und sie meint weiter: „In den kommenden vier Wochen sollten die Entscheidungsträger uns Athleten doch eine nachvollziehbare Alternative aufzeigen.“ Marc Leske sitzt derweil auf dem Trockenen. Genau wie alle anderen Ruderer vom Bundesstützpunkt Dortmund.

Isabell Werth und ihr Championatspferd Bella Rose. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

„Der Stützpunkt ist dicht“, sagt der Moerser Weltklasse-Ruderer. Training, Wettkämpfe, Qualifikationen, Weltcups – alles abgesagt. Im vergangenen Herbst hatte Leske bei den „internen Lektionen“ die Olympische Spiele in Angriff genommen. Anfang März blieben 16 Ruderer für die unterschiedlichen Boote übrig. Der Moerser war dabei. „Sicher war bis dahin nur, dass ich nicht im Achter sitzen werde.“ Doch der Vierer und Zweier musste noch besetzt werden – und sich vor allem für die Sommerspiele in Tokio qualifizieren, die (noch) vom 24. Juli bis 9. August ausgetragen werden sollen. Marc Leske glaubt nicht mehr daran, dass die Sportler in diesem Jahr um die Medaillen kämpfen.

„Kanada hat bereits gesagt, dass sie keine Athleten schicken werden. Ich weiß, dass der australische Ruderverband ebenfalls darüber nachdenkt, niemanden nach Tokio zu entsenden. Ich würde die Spiele sogar auf 2022 verschieben, und alle würden bei Null anfangen“, spricht der Moerser das Dilemma mit den Qualifikationen an, die nun nicht mehr ausgetragen werden können.

Damit die Ruderer auf alle Eventualitäten vorbereitet sind, hat der Verband den Kadermitgliedern Ergometer für zu Hause mitgegeben. Bei seinen Eltern trainiert Marc Leske auf der Terrasse.