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Fußball-Kreisliga A: Am Wochenende geht's auf die Pirsch

Fußball-Kreisliga A : Am Wochenende geht's auf die Pirsch

Fußball-Kreisliga A: Während sich Fans und Vereine um das Thema „Weiterer Saisonverlauf in der Corona-Krise“ Gedanken machen, geht der Orsoyer Defensivspieler Felix Hochstein im Taunus seiner Leidenschaft, der Jagd, nach.

Wenn Felix Hochstein nicht gerade seine Fußballschuhe schnürt, zieht es ihn an freien Tagen oftmals hinaus in die Wälder des Taunus. Der 27-Jährige ist ein passionierter Jäger.

Beim SV Orsoy hält Felix Hochstein in der Abwehr den Laden dicht. Mit dem Gewehr geht‘s für den Defensivmann draußen jedoch oft genug in die Offensive. Denn neben dem Fußball hat er das Jagen als weitere große Leidenschaft für sich entdeckt. Als „das etwas andere Hobby“ bezeichnet SVO-Teammanager Mark Kolanczyk die Hingabe seines Kumpels. Jäger? Die sind doch nicht mehr zeitgemäß. So mögen vielleicht viele Laien denken. Doch Felix Hochstein widerspricht und schwärmt in höchsten Tönen von der Jagd. „Der Trend geht dahin, dass viele junge Leute einen Jagdschein machen“, sagt er. Durch ständige Debatten wie beispielsweise „Fridays for Future“ setzen sich immer mehr junge Menschen mit dieser Passion auseinander.

Felix Hochstein wurde quasi mit dem Gewehr groß. Schon sein Opa hat ihn als kleinen Jungen mitgenommen. Auch sein Vater ist begeisterter Jäger. „Ich hatte schon immer Riesenspaß daran“, gesteht der 27-Jährige. Die logische Konsequenz: Mit 18 absolvierte Hochstein seinen Jagdschein in einem dreiwöchigen Intensiv-Kurs. Seitdem darf er eigenständig auf die Pirsch gehen. Vieles vom abgefragten Wissen brachte Felix Hochstein allerdings schon aus der Praxis mit. Es dauerte nicht lange, ehe der 27-Jährige zu seinem „Stammtisch“ hinzugestoßen ist. Den gibt‘s immerhin schon seit knapp 60 Jahren, mehrere Generationen teilen dort ihre große Leidenschaft.

Neben gemeinsamen Treffen begibt sich die Truppe fast jedes Wochenende in den rund zweieinhalb Autostunden entfernten Taunus. Dort haben die Mitglieder ihre Reviere gepachtet, die teilweise aneinander grenzen und jeweils eine Fläche von mehreren Hundert Hektar umfassen - ein großes Gebiet. „Ohne eigenes Revier ist die Jagd nur auf Einladung möglich“, erklärt Felix Hochstein. Die Fahrt dorthin nimmt der Homberger nur allzu gerne auf sich. Während speziell am Niederrhein in der Regel eher auf Enten, Gänse, Rehe, Kaninchen oder Füchse gezielt wird, sind größere Wildarten wie Hirsche oder Muffel im Taunus keine Seltenheit.

Zum Fußball und seinem Job als Verkaufsleiter im Familienunternehmen ist die Jagd ein gelungener Ausgleich. Der Reiz besteht für ihn aber nicht vorrangig im Schießen. Die Hege und Pflege des Wildes und die nachhaltig sinnvolle Verwertung hat oberstes Gebot. „Man versorgt sich selbst, handelt, verkauft und beliefert“, berichtet Felix Hochstein, der sich mit dem SV Orsoy nach wie vor abgeschlagen am Tabellenende in der Kreisliga befindet. Auf dem Fußballplatz läuft‘s derzeit weniger rund. „Rechnerisch ist noch alles möglich, aber es wird natürlich schwer“, schätzt Hochstein die aktuelle Lage ein. Zwar sieht er genug Potenzial in der Mannschaft, oft ist es aber auch nur Kopfsache, verrät der Abwehrspieler.

Und wer weiß, ob die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden kann. In Zeiten der Corona-Krise sind nicht nur die Fußballer massiv eingeschränkt. „Der Platz ist bis Mitte April gesperrt. Jeder muss sich fit halten, so gut er kann.“ Die Jagdsaison fängt gerade erst an und ist durch das Virus nicht ganz so arg betroffen. So kann Felix Hochstein weiterhin am Wochenende seinem zweiten großen Hobby nachgehen. Wenn der Ball wieder rollt, wird er pünktlich zum Anpfiff auf dem Rasen stehen.

Als sich vor zweieinhalb Jahren sein Wechsel zum SVO anbahnte, spielte das Thema Jagen im Gespräch mit seinem scheidenden Trainer Daniel Zvar ebenfalls eine Rolle. Felix Hochstein erinnert sich: „Ich habe direkt gesagt, dass es ein zeitaufwändiges Hobby ist. Das mussten sie mir zugestehen. Jeder zeigt dafür Verständnis und nimmt Rücksicht darauf.“ Welcher Freizeitbeschäftigung er auch immer nachgeht, die Jagd ist dem 27-Jährigen neben dem Fußball besonders wichtig