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Turnier-Bedingungen im Pferdesport bleiben durch Corona schwierig

Pferdesport : Turniere sind derzeit schwierig zu organisieren

Trotz Lockerung der Corona-Schutzverordnungen bleiben die Bedingungen für die Veranstalter von Reitturnieren ausgesprochen schwierig.

Der Turniersport ist wegen der Corona-Pandemie ins Straucheln geraten. Die Reiter versorgten ihre Pferde während der Zwangspause unter Auflagen ausschließlich in den heimischen Ställen. Das lief in den meisten Fällen problemlos. Doch auch nach den Lockerungen bleibt das Turniergeschehen stark eingeschränkt. Zwölf Turniere wurden allein im Kreis-Pferdesportverband Neuss (KPSV) bisher abgesagt, zwei weitere verschoben. Damit fallen in dieser „grünen Saison“ mehr als die Hälfte der 23 angekündigten Veranstaltungen aus. Darunter das Kreisturnier.

„Auch wenn es jetzt wieder einzelne Turnier gibt: Die Saison ist gelaufen, damit müssen wir uns abfinden“, sagt KPSV-Präsident Axel Hebmüller. Er geht davon aus, dass die Hallensaison ab September noch schwerer werden wird. „Das ist für unsere Veranstalter eine schwierige Situation.“ Unsicherheit und Ungewissheit sind groß bei den Vereinschefs und ihren Ehrenamtlern.

Das bestätigt Uwe Hintzen als Cheforganisator des Turniers auf Gut Kruchenhof. Das erste Turnier im Rhein-Kreis Neuss nach der Zwangspause mit Zuschauern lief ordnungsgemäß nach den Corona-Regeln ab. Die Genehmigungsprozesse zu bewältigen und die Auflagen umzusetzen, sei für die Ehrenamtler des RV Gut Kruchenhof allerdings Schwerstarbeit gewesen.

Für andere Turnierveranstalter sind die Auflagen gar nicht zu stemmen – weshalb viele ihre Turniere absagen. Obwohl die Sponsoren dabeibleiben und ihre Gelder und Sachpreise nicht zurückziehen. Obwohl die Aktiven sich um die reduzierten Startplätze reißen. Obwohl die wenigen erlaubten Zuschauer kommen.

Der Kreispferdesportverband versucht daher, den Veranstaltern so gut es geht zu helfen. Sogar finanziell: So gibt es für Vereine, die ein Turnier ausrichten wollen, einen  Zuschuss in Höhe von 300 Euro. Das ist laut Hebmüller ein positives Signal an die Turnierveranstalter im KPSV Neuss. Ende August gibt es zudem eine außerordentliche Mitgliederversammlung: Ziel ist ein intensiver Austausch für die Vereine, die Turniere und andere Reitsportevents ausrichten. Kein Veranstalter soll sich allein gelassen fühlen. „Unsere Lehrgänge laufen wieder, und auch das Dressurtraining bei Alexa Pompe beginnt wieder“, so Hebmüller. Alles unter Einhaltung der Corona-Auflagen.

Er sieht darin ein Signal an die Aktiven und die Vereine, dass sich der Reitsport auf Kreisebene mit der Corona-Situation arrangieren muss und kann. „Wir werden immer wieder Wellen haben, Corona wird uns sicher noch viel länger beschäftigen“, glaubt er. „Wichtig für unseren Sport ist es, dass wir nächstes Jahr wieder so viele Turniere haben wie sonst in normalen Zeiten.“ Da kommt es ihm auf die Mischung an: Turniere mit schweren Prüfungen, in denen die Profis und Vorbilder an den Start gehen, sind ebenso wichtig wie Prüfungen für Amateure, die Basis und den Nachwuchs.