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TSV Bayer Dormagen stellt 17 Kaderathleten des Deutschen Fechterbundes

Fechten : Dormagen bleibt Deutschlands Fechtzentrum

Der Deutsche Fechterbund hat jetzt seine Kaderlisten aktualisiert. Mit elf Fechtern und sechs Fechterinnen ist der TSV Bayer Dormagen in den drei Bundeskadern so stark vertreten wie kein anderer Verein.

Wer früher in Deutschland über Fechten sprach, nannte in einem Atemzug Tauberbischofsheim. Die von Emil Beck begründete Medaillenschmiede galt als Synonym für eine ganze Sportart und machte die  baden-württembergische Kleinstadt weltberühmt.

Inzwischen ist das Geschichte, inzwischen hat Dormagen der Stadt an der Tauber längst den Rang als Fechtzentrum Deutschlands abgelaufen. Jüngster Beleg: In der gerade veröffentlichten Kaderliste des Deutschen Fechterbundes (DeFB) ist der TSV Bayer Dormagen der mit Abstand am häufigsten vertretene Verein. Von insgesamt 57 Fechterinnen und Fechtern, die in der neuen Saison einem Bundeskader des DeFB (Olympia-, Perspektiv- oder Ergänzungskader)  angehören, gehören 17 dem TSV Bayer an, also fast ein Drittel. Der FC Tauberbischofsheim folgt mit elf Nennungen in gebührendem Abstand. „Wir freuen uns natürlich, dass so viele unserer Fechterinnen und Fechter den Sprung in den Bundeskader geschafft haben,“ sagt Olaf Kawald. Der TSV-Fechtkoordinator sieht darin „eine schöne Bestätigung der Arbeit, die am Standort Dormagen geleistet wird.“

Neun (männliche) Fechter gehören Disziplin-übergreifend zum Olympiakader des Deutschen Fechterbundes, fünf davon sind Säbelfechter, vier davon (Max Hartung, Matyas Szabo, Benedikt Wagner und Richard Hübers) kommen aus Dormagen. Was untzer anderem dem TSV Bayer den Status  eines Bundesleistungsstützpunktes sichert. Der benötigt allerdings dringend bessere Trainingsmöglichkeiten. „Die Sportanlagen in Dormagen sind gut, aber im Fechten ist die Infrastruktur nicht mit den Erfolgen gewachsen,“ sagt Daniel Müller. Der Leiter des Olympiastützpunktes Rheinland begrüßt deshalb die Pläne von Rhein-Kreis und Stadt Dormagen für den Neubau einer Fechthalle auf dem Gelände des Norbert-Campus in Knechtsteden. „Eine solche Halle ist in meinen Augen zwingend erforderlich, damit Dormagen seinen Status als Bundesleistungsstützpunkt behält,“ sagt Müller.

Der Deutsche Fechter-Bund hat mit dem Stützpunkt ein Anforderungsprofil für ein Fechtzentrum mit 24 Fechtbahnen entwickelt. Der erste, grobe Kostenrahmen lag mit Stand November 2019 bei 17,4 Millionen Euro, die Kostensteigerungen bis zu einer Fertigstellung im Jahr 2025 werden mit der Endsumme von 23,3 Millionen angegeben. Jetzt läuft die Planungsphase. Dann geht das Projekt erneut in die politischen Gremien. Mitte 2021 soll über den Fortgang entschieden werden.