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Kreis Kleve hat Kindergarten-Bedarfsplan fortgeschrieben

Vorschulische Bildung : Neuer Kindergarten-Bedarfsplan bis 2025 vorgestellt

Im Kreis Kleve sind neue Kitas oder zumindest neue Gruppen nötig, um Überbelegungen von Einrichtungen abzubauen.

Frühkindliche Bildung wird immer wichtiger und auch vom Gesetzgeber sehr ernst genommen: Im Sommer tritt das Gesetz zur qualitativen Weiterentwicklung der frühen Bildung in kraft, es geht um die Reform des KiBiz. Jeder Kindergarten bekommt künftig mehr Geld für sein Personal. Durch eine „Dynamisierungsklausel“ ist geregelt, dass die finanzielle Ausgestaltung von Jahr zu Jahr angepasst wird. Insbesondere Familienzentren werden besser gestellt. Aber auch für Tagesmütter gibt das Land zusätzliches Geld. Eltern zahlen künftig nur noch für die letzten beiden Kindergartenjahre vor der Einschulung. Der Kreis Kleve hat jetzt den Bedarf an Kita-Plätzen bis 2025 ermittelt und den Plan im Jugendhilfeausschuss vorgestellt.

Zu erfahren ist, dass im Bereich der Zuständigkeit des Kreises (Orte ohne eigenes Jugendamt) von Jahr zu Jahr mehr Kinder geboren werden und schon bald einen Platz in der Kita in Anspruch nehmen. Während in diesem Sommer etwa 2400 Ein- und Zweijährige in den elf Kommunen leben, sieht die Prognose für 2025 bereits 2880 Kinder. Bei den Drei- bis Sechsjährigen wächst die Anzahl von jetzt 3750 auf wohl mehr als 4080 an. Entsprechend müssen mehr Gruppen geschaffen werden beziehungsweise sind weitere Kitas nötig. SPD-Fraktionschef Jürgen Franken empfiehlt einen gewissen Puffer einzubauen, denn bisher seien trotz Planung Überbelegungen nie vermeidbar gewesen.

In den vom Kreis versorgten Kommunen stehen zum neuen Kita-Jahr 79 Kindertageseinrichtungen mit den Gruppenformen I (zwei bis sechs Jahre), II (unter drei Jahre) und III (drei bis sechs Jahre) zur Verfügung. Zusätzlichen Bedarf haben durch vermehrten Zuzug insbesondere Bedburg-Hau (der Johannes-Kindergarten wird von einem Investor neu gebaut), Kalkar, wo nach langen Übergangslösungen dringender Bedarf für eine weitere Kita in Altkalkar gesehen wird, Uedem, das bei jungen Familien gefragt ist, und Kerken. In Rees wird bereits für den erweiterten Bedarf gebaut, Wachtendonk und Weeze benötigen ebenfalls mehr Plätze.

Auch die größeren Städte im Kreis stellen sich auf die erhöhte Nachfrage ein. Wie Stephan Haupt, FDP-Landtagsabgeordneter des Kreises Kleve, mitteilt, „wird es zum Kindergartenjahr 2020/21 fünf neue Familienzentren geben: In Emmerich, Geldern, Goch und Kevelaer sowie eins beim Kreisjugendamt.“ Ebenso meldeten sich die CDU-Landtagsabgeordneten Bergmann und Voßeler zu Wort und merkten an, dass der Ausbau „ein starkes Signal an junge Familien“ sei und den Kindern „gleiche Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe“ eröffne.