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Städtische Kitas in Kempen erhalten stellvertretende Leitung

Kinderbetreuung in Kempen : Städtische Kitas erhalten stellvertretende Leitung

Kempen ist die einzige Kommune im Kreis Viersen, in der es noch keine stellvertretende Leitung in den städtischen Kitas gibt. Das soll sich nun ändern – und dazu beitragen, Fachkräfte langfristig zu binden. Denn im Kita-Bereich ist Personal knapp.

Die neun städtischen Kindertagesstätten (Kitas) in Kempen erhalten ab dem kommenden Jahr eine stellvertretende Leitung. Das beschloss der Personalausschuss des Stadtrates in seiner Sitzung am Montag einstimmig. Die Verwaltung wurde beauftragt, das entsprechende Verfahren zur Änderung des Stellenplanes 2022 einzuleiten. Dadurch werden sich die Personalkosten um 101.500 Euro erhöhen.

„Wir sind die einzige Kommune im Kreis Viersen, die diese offizielle Funktion noch nicht hat. Wir sollten das dringend nachholen, auch vor dem Hintergrund, dass es im Tarifvertrag so vorgesehen ist“, erklärte der Erste Beigeordnete Bennet Gielen. Verwaltung und Politik versprechen sich davon, eine größere Bindung von Fachkräften auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt zu erreichen. „Derzeit gibt es natürlich Ansprechpartnerinnen oder -partner, die bei Abwesenheit der Kita-Leitung die Aufgaben wahrnehmen“, sagte Gielen. Derzeit sei man dabei, die entsprechenden Stellvertreter-Stellen auszuschreiben.

Günter Solecki (ÖDP/Linke) sprach von einem „Skandal“, dass erst jetzt die Vorgaben des Tarifvertrages umgesetzt werden: „Seit Jahren haben wir uns darüber beklagt, das Personal geht und kein neues kommt. Wir haben darüber lange diskutiert, uns den Kopf zerbrochen und über Gehaltsaufbesserungen gesprochen. Und das ist an 100.000 Euro gescheitert.“

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„Es gibt immer im Personal-Etat Dinge, die wir nicht ändern können. Und das gehört dazu“, sagte Andreas Gareißen (SPD). Cedric Franzes (FDP) sprach davon, dass man sich schon im Wahlkampf den Kopf darüber zerbrochen habe, wie man Anreize schaffen könne, das Personal zu halten: „Gerade im Bereich Kita haben wir enorme Probleme.“

Für die CDU passte das Thema genau zu ihrem Antrag auf der Tagesordnung, ein Strategiekonzept zur Fachkräftesicherung im Sozial- und Erziehungsdienst, besonders für die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) zu entwickeln. Zunächst sollten die Ausschussmitglieder nur die Ausführungen der Verwaltung zu diesem Antrag zur Kenntnis nehmen. Doch auf Drängen der Politiker wurde dann dem CDU-Antrag zugestimmt. Zuvor hatte die Verwaltung vergeblich vorgeschlagen, den Antrag in den Jugendhilfe-Ausschuss aufzunehmen. Bürgermeister Christoph Dellmans (parteilos) versprach, dass die Verwaltung das Strategiekonzept auch mit Blick auf die zu erwartende Rechtsprechung der Bundesregierung zur Offenen Ganztagsschule (OGS) detailliert ausarbeiten und zur Beratung vorlegen werde.