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Viersen: Nachwuchssorgen im heimischen Bäckerhandwerk

Kreis Viersen : Nachwuchssorgen im heimischen Bäckerhandwerk

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordert eine bessere Prüfungsvorbereitung für die Azubis der Bäckereien. Auch im Kreis Viersen habe die Branche Nachwuchsprobleme, die sich durch hohe Durchfallquoten bei der Gesellenprüfung noch verschärfen würden.

Auszubildende, die im Kreis Viersen kurz vor ihrer Abschlussprüfung zur Bäckergesellin oder zum Fachverkäufer stehen, sollen besser auf ihre Klausur vorbereitet werden. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Weil der Berufsschulunterricht pandemiebedingt über Monate ausgefallen ist oder nur digital stattfand, haben viele Azubis wichtigen Stoff verpasst und blicken mit Bauchschmerzen auf die anstehende Prüfung“, sagt Ina Korte-Grimberg vom NGG-Landesbezirk Nordrhein-Westfalen.

Die heimischen Bäckereien sollen ihren Nachwuchskräften mehr Zeit fürs Lernen geben und einen zusätzlichen Vorbereitungskurs anbieten, so die Gewerkschaft. Nach einer neuen Förderrichtlinie werden die Kosten für solche Kurse zur Hälfte vom Bund übernommen – maximal 500 Euro. Laut Arbeitsagentur arbeiten im Kreis Viersen aktuell rund 1400 Menschen in Bäckereien – unter ihnen 90 Azubis.

„Die Branche hat ohnehin große Schwierigkeiten, genügend Nachwuchs für die harte Arbeit in der Backstube oder am Verkaufstresen zu finden. Eine hohe Durchfallquote bei den Gesellenprüfungen würde den Fachkräftemangel weiter verschärfen“, warnt Korte-Grimberg. Prüfungsvorbereitungskurse werden unter anderem von den Bildungseinrichtungen des Bäckerhandwerks und den Handwerkskammern angeboten. Bundesweit hat die Gewerkschaft NGG gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks Betriebe dazu aufgerufen, die Fördermittel für die Kurse zu nutzen.

(RP)