Erkelenz: NRW-Heimatministerin lobt Tagebau-Betroffene

Ina Scharrenbach in Erkelenz-Holzweiler : Ministerin lobt Tagebau-Betroffene

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach hebt bei ihrem Besuch im Erkelenzer Land die Gestaltungskraft der vom Tagebau Garzweiler II betroffenen Menschen hervor. Sie sagt für den Strukturwandel Unterstützung zu.

Dass der Begriff Heimat mitunter mit einer gehörigen Portion Wehmut und Trauer verbunden ist, erlebte Ina Scharrenbach (41/CDU) bei ihrem Besuch im Gebiet des Tagesbaus Garzweiler II. Die NRW-Heimatministerin versprach für den bevorstehenden Strukturwandel im Rheinischen Revier die volle Unterstützung der nordrhein-westfälischen Landesregierung. „Wir wollen mit dafür Sorge tragen, dass der Strukturwandel hier besser gestaltet wird als im Ruhrgebiet“, sagte sie vor Pressevertretern im Holzweiler Pfarrheim.

Die Stadt Erkelenz wird nach Beendigung des Tagebaus Garzweiler II rund ein Viertel ihrer Fläche an den Restsee verloren haben. Neun Orte werden umgesiedelt, 3500 Menschen ihre Heimat verlieren, vier Orte mit insgesamt rund 5000 Menschen werden zu Tagebauranddörfern.

Angesichts der offenkundigen Herausforderungen, die mit dem sich abzeichnenden Ausstieg aus der fossilen Energiegewinnung im Allgemeinen und auf die vom Braunkohlentagebau Garzweiler II betroffenen Menschen aus dem Erkelenzer Land im Besonderen zukommen, begrüßte Scharrenbach in Holzweiler den Zusammenschluss der betroffenen Kommunen im Zweckverband. „Es ist sinnvoll, Zukunft gemeinsam zu gestalten“, sagte sie.

Die Stadt Erkelenz hat sich mit den Gemeinden Titz und Jüchen und der Stadt Mönchengladbach zum Zweckverband Tagebaufolge(n)landschaft Garzweiler zusammengefunden. Gemeinsam wurde ein „Drehbuch“ entworfen. Dabei sollen zentrale Projekte einer neuen Landschaftsraumgestaltung sowie eine zukunftsorientierte Wirtschafts- und Verkehrsinfrastrukturentwicklung herausgearbeitet werden. „Diese wegweisenden Vorhaben sind unerlässlich, um den Menschen in dieser vom Braunkohlentagebau unmittelbar betroffenen Region realistische und greifbare Zukunftsperspektiven anzubieten“, sagte Landtagsabgeordneter Thomas Schnelle (CDU) aus Kleingladbach, der mit der NRW-Heimatministerin auf einer kurzen Themenroute die Orte Wanlo, Kuckum, Kaulhausen, Keyenberg und Holzweiler besuchte.

Anschließend nahm die NRW-Heimatministerin an einem fachlichen Austausch mit dem Verwaltungsvorstand der Stadt Erkelenz, den Landtagsabgeordneten Thomas Schnelle (CDU) und Stefan Lenzen (FDP) aus dem Kreis Heinsberg und dem Zweckverband Tagebaufolge(n)landschaft mit den Bürgermeistern aus den vier Kommunen, Verbandsvorsteher Gregor Bonin und mit dem Vorsitzenden der Verbandsversammlung, Martin Heinen, teil. In dieser Runde konnten auch die stimmberechtigen Mitglieder aus Erkelenz im Braunkohlenausschuss der Bezirksregierung Köln, die Bürgervertretung Holzweiler, die Vorsitzenden der Erkelenzer Ratsfraktionen und Jorge Lale-Lopez von „Wir in Erkelenz“ die Gelegenheit nutzen, ihre Sicht der Dinge im Beisein von Heimatministerin Scharrenbach darzulegen.

Peter Jansen, Bürgermeister der Stadt Erkelenz, erläuterte, dass den vom Tagebau betroffenen Menschen vor allem Verlässlichkeit wichtig sei. In den nächsten zwei Jahren könne mit Blick auf die gemeinsame Gestaltung der Zukunft viel passieren. „Wir sind beim Thema Tagebau in ganz vielen Ebenen unterwegs. Es ist schwierig, diese Ebenen alle zu bespielen, darum brauchen wir die Unterstützung der Landesregierung“, sagte Jansen. Er dankte der nordrhein-westfälischen Heimatministerin ausdrücklich dafür, dass sie die Sorgen und Nöte der vom Tagebau betroffenen Menschen „und den positiven Aktivisten hier aus Holzweiler“ ernst nehme. „Es ist in den 14 Jahren meiner Amtszeit als Bürgermeister der erste Besuch einer Landesministerin hier in Erkelenz außerhalb der Wahlkampfzeit“, sagte Peter Jansen.

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