Positionspapier Abgeordnete Oellers, Krückel, Schnelle zum Strukturwandel nach dem Braunkohlenabbau im Kreis Heinsberg

Positionspapier von drei CDU-Abgeordneten : Abgeordnete: „Strukturbrüche müssen vermieden werden“

Für einen frühen Strukturwandel, um die Zeit nach der Braunkohle insbesondere in Erkelenz zu gestalten, wirbt ein Positionspapier von CDU-Abgeordneten.

Mit einer gemeinsamen Erklärung wollen die CDU-Abgeordneten Wilfried Oellers (Bund), Thomas Schnelle und Bernd Krückel (Land) den Grundstein für eine positive Weiterentwicklung des Kreises Heinsberg legen. Zunächst geht es ihnen aber auch darum, Aufklärungsarbeit zu leisten und die Menschen im Kreisgebiet für die Thematik zu sensibilisieren. Die Erklärung wurde bereits der CDU-Fraktion im Kreistag vorgestellt und wird von dieser einstimmig unterstützt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ein Grund, weshalb Schnelle, Krückel und Oellers ein gemeinsames Positionspapier verfasst haben, liegt in der Geschichte des Kreises Heinsberg, in der sie eine Warnung sehen. Es heißt darin: „Der schleichende Niedergang der Kunstfaserindustrie in den 1970er und 1980er Jahren, das Ende des Steinkohlebergbaus und die Konversion militärischer Standorte in den 1990er Jahren hatten solch weitreichende regionalwirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Folgen, dass sich der Kreis Heinsberg erst in den letzten Jahren davon erholen konnten. Dies darf sich bei der Braunkohle nicht wiederholen – Strukturbrüche müssen frühzeitig und konzentriert abgefedert werden.“

Mit viel Kraft hätten die Menschen die damaligen Veränderungen zum Positiven für den Kreis Heinsberg verändert, erkennen die drei Abgeordneten deren eindrucksvolle Leistung an. Um die nun erneut bevorstehenden Veränderungen stemmen zu können, bedürfe der Kreis Heinsberg indes der Unterstützung. Dazu erklärt Oellers: „Gerade im Zeitalter der Digitalisierung sind neue Technologien und innovative Ansätze von besonderer Bedeutung. Aber für unsere regionale Strukturentwicklung, die unsere vor Ort tatsächlich betroffenen Menschen mitnimmt, sind die Ansiedlung von produzierenden Unternehmen und die Schaffung von Arbeitsplätzen im produzierenden Gewerbe und in der Industrie noch wichtiger. Hierdurch können auch die derzeit im Braunkohlenabbau und in der -verstromung tätigen Fachkräfte an die Region gebunden werden.“

Die Abgeordneten fordern deshalb Bund und Land dazu auf, „Voraussetzungen zu schaffen, den Städten und Gemeinden einen größeren Handlungsspielraum zu geben, damit sie eine zukunftsorientierte und nachhaltige Siedlungs- und Gewerbeflächenentwicklung umsetzen können“, erklärt Krückel. Eine besondere Chance sehe er in der Entwicklung des Industriegebiets Geilenkirchen-Lindern in direkter Nähe zur Aachen-Jülicher Forschungslandschaft. Aber auch weitere Verkehrsinfrastrukturprojekte, wie eine L 364 n für Gerderhahn-Golkrath als Anbindung an das Gewerbegebiet Wegberg-Oval, regen Oellers, Krückel und Schnelle an.

Die „erzwungenen Umsiedlungen und der damit verbundene Verlust von Heimat sind unwiederbringlich“, erklärt Schnelle und richtet den Blick darauf, dass die Menschen im Nordosten und Osten des Kreises, vor allem in Erkelenz, eine besonders starke Unterstützung benötigen werden. Die Bürger im näheren Umfeld von Garzweiler II müssten „einen hohen Preis zahlen“. Für sie gelte es in Zukunft, wieder „regionalökonomisch starke Strukturen“ aufzubauen: „Es kann und darf nicht sein, dass diese Region mit ihrem Ressourcenreichtum erheblich zum Wohlstand der gesamten Bundesrepublik beigetragen hat und nach dem Ende der Tagebaue strukturell abgehängt wird.“

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