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Straßen NRW plant Lkw-Parkplätze auf alter Zollstation an der A3 bei Elten

An der A3 bei Elten : Lkw-Parkplätze an alter Zollstation geplant

An der alten Zollstation in Elten soll eine Stellfläche für Lkw entstehen, um das Defizit an Brummi-Parkplätzen zu mindern. Straßen NRW will in diesem Jahr in die Planung gehen. Doch die Umsetzung könnte noch länger dauern.

Wer auf der A3 unterwegs ist, kann vor allem an den Wochenenden sehen, wo Brummi-Fahrer der Schuh drückt. Dicht an dicht stehen die Trucker aus vielen Ländern auf den Rastplätzen entlang der Autobahn. Und weil es dort zu wenig Stellplätze gibt, weichen sie auch auf Stellen in den Städten aus. In Emmerich kann man das beispielsweise an der Fackeldeystraße, der Stadtweide, an der Wardstraße oder im Bereich hinter Obi gut beobachten.

Der Landesbetrieb Straßen NRW will das Problem jetzt mindern. Die Behörde erstellt noch in diesem Jahr eine Konzeptplanung für die Brachflächen an der ehemaligen Zollstation bei Elten. Dort soll auf dem 4,7 Hektar großen Gelände zusätzlicher Parkraum für Lkw entstehen, um das Defizit an Stellplätzen entlang der Stecke zwischen der Grenze und dem Autobahnkreuz Oberhausen zu mildern. Die früheren Gebäude von Zoll und Bundespolizei würden dann abgerissen werden. Das Gelände ist im Besitz der Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben.

„Bei einem weiterhin ansteigenden Lkw-Verkehrsaufkommen bis zum Jahre 2030 ist ohne entsprechende Parkraumerweiterung mit einem Anstieg des Defizites auf 136 Lkw-Stellplätze zu rechnen. Ein wichtiger Bestandteil eines Maßnahmenkataloges in diesem Streckenbereich wird die Umgestaltung der ehemaligen Zollstation Elten sein“, heißt es in einem Schreiben der Autobahnniederlassung Krefeld an den Viersener Bundestagsabgeordenten Udo Schiefner, der für die SPD-Fraktion unter anderem im Verkehrsausschuss des Bundestags sitzt und aktuell auch Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zur Pkw-Maut ist. Der Brief liegt im Emmericher Rathaus vor.

Schiefner war im Februar auf Einladung von Bürgermeister Peter Hinze zu Besuch in Emmerich gewesen. Gemeinsam sahen sich beide damals unter anderem die ehemalige Zollstation an der Autobahn an.

Der Zustand des Areals sind Hinze und Teilen der Emmericher Bevölkerung schon seit vielen Jahren ein Dorn im Auge. „Der erste Eindruck den Reisende, die aus Richtung Niederlande kommen, von Deutschland bekommen, ist dieses heruntergekommene Gebäude. Peinlich. Das ist aus unserer Sicht eine optimale Fläche für zusätzliche Lkw-Stellplätze, die in NRW ja so dringend fehlen. Ich verstehe einfach nicht, dass da seit Jahren nichts passiert“, so Hinze damals. Schiefner versprach, sich zu kümmern.

Bereits vor zwei Jahren hatte Straßen NRW angekündigt, die Fläche kaufen und in eine Stellfläche für Lkw umbauen zu wollen. Damals hatte es allerdings geheißen, dass die Verhandlungen schwierig seien, weil sich mittendrin noch eine Fläche vom Tankstellenbetreiber „Tank & Rast“ befinde. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Rouenhoff hatte sich eingeschaltet, um den Gang der Dinge zu beschleunigen.

Jetzt also die ersten positiven Signale aus Berlin und Krefeld. „Es freut mich, dass Bewegung in die Sache kommt. Es ist doch niemandem zu erklären, dass Lkw-Stellplätze an unseren Autobahnen fehlen, während ein solch gut geeignetes Areal ungenutzt brachliegt“, so Schiefner.

Die angekündigte Konzeptplanung sol Straßen NRW als Grundlage dienen, um mit dem Bundesverkehrsministerium über das Projekt und seine Finanzierung zu sprechen. Erst danach könne in die Verhandlungen über den Kauf der Flächen eingetreten werden.

Wie Jochen van Bebber von Straßen NRW der RP auf Nachfrage mitteilte, könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben darüber gemacht werden, wie viele Parkplätze entstehen sollen. Er geht jedoch davon aus, dass es sich dabei um einen Großteil der Plätze handeln wird, die es im Moment auf der Strecke bis Oberhausen zu wenig gibt. Klar sei auch: Die Raststätte soll weiter bestehen. Dass das Projekt wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, ist Bürgermeister Hinze klar: „Für mich ist wichtig, dass sich dort was tut – wenn auch langsam.“