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French Open 2020: Finale, Preisgeld, Spielplan, TV, Live-Stream, Stars

Spielplan, TV, Favoriten & besondere Bedingungen : Das müssen Sie zu den French Open 2020 wissen

Wegen der Corona-Pandemie beginnen die French Open 2020 rund vier Monate später als üblich. Was das für die Spieler in Paris bedeutet, wie sich die Bedingungen auf dem Platz verändern und wer die Favoriten auf den Titel sind.

Mit wesentlich weniger Zuschauern als erhofft, während steigende Corona-Zahlen das Land alarmieren, werden in diesem Jahr die French Open ausgetragen - trübe Aussichten für das Sandplatz-Event in Paris. Trotzdem hagelte es deutlich weniger Absagen als bei den US Open, die vor gut einer Woche in New York zu Ende gingen.

Wir beantworten alle wichtigen Fragen zum dritten und letzten Grand-Slam-Turnier in diesem Jahr.

Wann und wo finden die French Open 2020 statt?

Die Hauptfeldspiele bei den French Open beginnen am Sonntag, 27. September 2020. Das Finale der Herren wird am 11. Oktober ausgespielt, einen Tag zuvor sind die Frauen dran. Die Qualifikationsspiele laufen bereits. Wegen der Corona-Pandemie war die Veranstaltung vom Mai in den Herbst verlegt worden.

Die Spiele finden im Stade Roland Garros in Paris statt. Der Center Court ist nach Philippe Chatrier, dem ehemaligen Kapitän der französischen Davis-Cup-Mannschaft, benannt

Unter welchen Bedingungen finden die French Open 2020 angesichts der Corona-Pandemie statt?

Trotz der weiter stark ansteigenden Corona-Zahlen in Frankreich wollen die Veranstalter nach wie vor Zuschauer auf die Anlage im Stade Roland Garros lassen. Aktuell planen die Organisatoren mit 5000 Tennis-Fans pro Tag. Nach den jüngsten Corona-Verschärfungen in Frankreich dürfte nun ab Montag, 28. September, aber die Regelung für Großveranstaltungen gelten, wonach die Obergrenze für Besucher auf 1000 gesenkt wurde. Ursprünglich sollten es 11.500 sein.

Vor dem Beginn der Qualifikation sind bereits fünf Spieler ausgeschlossen worden. Zwei Profis wurden positiv getestet, drei weitere hatten engen Kontakt zu einem Trainer, der an Covid-19 erkrankt ist.

Wie bei den US Open befinden sich die Spieler in einer Bubble. Die Veranstalter haben in der Nähe der Anlage zwei Hotels angemietet, die ausschließlich den Spielern und ihren Betreuern zur Verfügung stehen. Anders als bei den US Open, wo Novak Djokovic und Serena Williams in privaten Häusern schliefen, soll es in Paris keine Ausnahmen geben.

Die Spieler werden bei ihrer Ankunft getestet und erhalten ihre Spielgenehmigung, wenn ihr Ergebnis negativ ausfällt. 72 Stunden später werden sie erneut getestet. Während des Turniers werden sie alle fünf Tage kontrolliert.

Für die Zuschauer wird die Anlage in drei Zonen mit jeweils einem der drei größten Courts aufgeteilt. Wechsel zwischen den Zonen darf es nicht geben. Die Fans müssen auch auf ihren Plätzen eine Maske tragen, die sie nur zum Essen oder trinken abnehmen dürfen.

Wo werden die French Open 2020 im TV und online im Live-Stream übertragen?

Eurosport ist Rechteinhaber der French Open. Der TV-Sender zeigt die Grand-Slam-Partien aus Paris teilweise live im Free-TV und im Stream.

Neben Eurosport-Chefkommentator Matthias Stach werden auch die Experten Barbara Rittner (Head of Women's Tennis) und Boris Becker (Head of Men's Tennis) wieder diverse Sendungen mitgestalten und Spiele analysieren

Zusätzlich werden einige Partien auf Eurosport 2 übertragen, das genauso wie Eurosport inzwischen auch über den Bezahl-Streamingdienst Dazn online zu empfangen ist. Wer ein Abo beim Eurosport Player hat, kann fast alle Tennis-Matches der French Open live im Fernsehen oder online im Live-Stream sehen. Das Abonnement (6,99 Euro) ist monatlich kündbar.

Wie hoch ist das Preisgeld bei den French Open 2020?

Der Sieger und die Siegerin erhalten 1,6 Millionen Euro (2019: 2,3 Mio. Euro). Finalist und Finalistin bekommen noch 800.000 Euro (2019: 1,18 Mio. Euro). Das sind rund 30 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Dafür erhalten Spieler, die in der ersten Runde ausscheiden sowie Qualifikanten mehr als in den Vorjahren - eine Reaktion auf die Pandemie, die schwächere Spieler am härtesten getroffen hat.

Erstmals in diesem Jahrzehnt steigt das Preisgeld im Vergleich zum Vorjahr nicht an, sondern sinkt im Durchschnitt um etwa zehn Prozent.

Diese Stars fehlen bei den French Open 2020:

Bislang haben die Organisatoren deutlich weniger Absagen ereilt als bei den US Open vor wenigen Wochen, dafür aber schmerzhafte.

Bei den Herren fehlen „nur“ Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer und der Australier Nick Kyrgios. Federer hatte im Juni die Saison nach einer zweiten Arthroskopie am rechten Knie beendet. Kyrgios hatte eine Reise nach Europa während der Pandemie abgelehnt.

Bei den Damen fehlt hingegen die Titelverteidigerin und Weltranglistenerste Ashleigh Barty sowie die frisch gekrönte US-Open-Siegerin Naomi Osaka. Die Australierin Barty hatte ihre Absage unter anderem mit gesundheitlichen Risiken begründet, Osaka erholt sich von einer Verletzung am Oberschenkel.

Dafür ist Olympiasieger und Ex-Wimbledongewinner Andy Murray dabei. Er erhielt eine Wildcard von den Organisatoren.

Wer sind die Favoriten bei den French Open 2020? Wie ist es um die Chancen der Deutschen bestellt?

Der abrupte Wechsel von Hartplatz auf Sand, dürfte den „Sandplatz-Spezialisten“ in die Karten spielen. Spieler und Spielerinnen, die ohnehin Probleme mit dem Belag haben, könnte die Übung fehlen, nachdem erst kurz zuvor das Hartplatz-Event der US Open zu Ende gegangen ist.

Doch solange „Sandplatzkönig“ Rafael Nadal Tennis spielt, wird er als 12-maliger Titelträger bei den French Open als Favorit gehandelt werden. Seit seinem Debüt 2005 verlor er von 95 Partien nur zwei. Alle Finals, die er in Paris erreichte, gewann er. Doch eine Woche vor den Beginn der French Open ist seine Form noch ein Rätsel. Beim Masters in Rom schied der Spanier völlig überraschend im Viertelfinale gegen den Argentinier Diego Schwartzman aus. Sollte er gewinnen, würde er mit 20 Titeln mit Grand-Slam-Rekordsieger Federer gleichziehen.

Der zweite Top-Favorit auf den Titel ist Novak Djokovic. Der Weltranglistenerste greift nach seiner Disqualifikation im Viertelfinale der US Open in Paris nach seinem 18. Grand-Slam-Titel.

Dominic Thiem, frisch gekürter US-Open-Champion und zweimaliger French-Open-Finalist, dürfte der dritte Anwärter auf die Krone sein, wenngleich er betonte, dass Nadal und Djokovic die Top-Favoriten auf den Titel sind.

Bei der Frauen-Konkurrenz dürften sich wohl die beiden Ex-Siegerinnen Garbine Muguruza (2016) und Simona Halep (2018) Chancen auf ihren zweiten Titel in Paris ausrechnen. Halep triumphierte bei der Generalprobe in Rom, Muguruza scheiterte erst im Halbfinale an Halep. Gut in Form ist auch die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Victoria Asarenka, die sich bei den US Open erst im Finale Naomi Osaka geschlagen geben musste. Sollte sich Serena Williams für eine Teilnahme entscheiden, gehört sie immer auch zum Favoritenkreis.

Einzig der French-Open-Titel fehlt der Kielerin Angelique Kerber noch für ihren persönlichen „Karriere-Grand-Slam“, doch Sand ist Kerbers schwächster Belag. In New York zeigte sie zwar starke Leistungen, für den Sieg wird aber wohl nicht reichen.

Alexander Zverev ist nach seinem Einzug in sein erstes Grand-Slam-Finale in New York endgültig in der Weltspitze angekommen und er könnte in Paris für eine Überraschung sorgen.

Welche deutschen Spieler und Spielerinnen sind bei den French Open 2020 dabei?

Fünf deutsche Spieler stehen sicher im Hauptfeld:

  • Alexander Zverev
  • Jan-Lennard Struff
  • Philipp Kohlschreiber
  • Dominik Koepfer
  • Daniel Altmeyer

Sechs deutsche Spielerinnen:

  • Angelique Kerber
  • Julia Görges
  • Laura Siegemund
  • Andrea Petkovic
  • Anna-Lena Friedsam
  • Tamara Korpatsch

An welchen Plätzen sind die deutschen Spieler und die Favoriten gesetzt?

Aus deutscher Sicht befinden sich unter den jeweils 32 gesetzten Spielerinnen und Spielern drei Profis. Bei den Herren sind Zverev (Nr. 6) und und Struff (30) gesetzt. Die Setzliste bei den Herren wird in diesem Jahr angeführt von Djokovic. Dahinter folgen der zwölffache French-Open-Sieger Rafael Nadal und US-Open-Sieger Dominic Thiem.

Bei den Damen geht Kerber als Nummer 18 ins Rennen. An Position eins steht Simona Halep, gefolgt von Karolina Pliskova. Die ehemalige Weltranglistenerste Serena Williams wird an Position sechs geführt.

Spielplan der (deutschen) Herren bei den French Open 2020

Achtelfinale:

Alexander Zverev - Jannik Sinner 3:6, 3:6, 6:4, 3:6

Daniel Altmaier - Pablo Carreno Busta 2:7, 5:7, 2:6.

Spielplan der (deutschen) Damen bei den French Open 2020

3. Runde:

Laura Siegemund - Petra Martic 6:7 (5:7), 6:3, 6:0

Achtelfinale

Laura Siegemund - Paula Badosa Gibert

Die Sieger der vergangenen fünf Jahre

2019 Rafael Nadal

2018 Rafael Nadal

2017 Rafael Nadal

2016 Novak Djokovic

2015 Stan Wawrinka

Die Siegerinnen der vergangenen fünf Jahre

2019 Ashleigh Barty

2018 Simona Halep

2017 Jelena Ostapenko

2016 Garbine Muguruza

2015 Serena Williams

Warum ist der Wechsel auf Sand so schwierig?

Das Spiel auf Sand ist wesentlich langsamer als auf Hartplatz bzw. Rasen, weil die Fluggeschwindigkeit deutlich geringer ist und der Ballabsprung wesentlich niedriger und nicht konstant ist.

Aufschlagstarke Spieler können von ihren schnellen Aufschlägen auf Sand weniger profitieren als auf anderen Belägen. Das Serve-and-Volley-Spiel ist auf dem roten Belang also ungünstig.

Aber die Umstellung von Hartplatz auf Sand beziehungsweise von Sand auf Rasen (wie es normalerweise in der Saison ist) fällt heute nicht mehr so schwer, wie es das in den Neunziger Jahren noch war, weil die Platzgeschwindigkeiten nivelliert wurden. Spezielle Grassorten haben das eigentlich sehr schnelle Spiel auf dem Rasen verlangsamt.

Gibt es noch die „Sandplatz-Spezialisten“?

Ganz krasse Sandplatz-Spezialisten, die gar die Rasen-Saison auslassen, weil sie keine Chance gegen die Rasen-Experten wittern, gibt es heute kaum mehr. Gerade die Top-Spieler sind variable Allrounder geworden und feiern mittlerweile auf allen Belägen Erfolge.

Heutige „Sandplatz-Spezialisten“ zeichnen sich dadurch aus, lange Grundschläge zu verwenden, die einen starken Topspin erzeugen. Weil Spieler bei langen Rallyes auf Sand häufig weit hinter die Grundlinie geschoben werden, sind Drop-Shots, also Bälle kurz hinter das Netz sehr effektiv. Dies hat zur Folge, dass die Matches im Durchschnitt länger dauern als Spiele bei anderen Grand-Slam-Turnieren. Die langen Rallyes erfordern also ein hohes Maß an geistiger Konzentration und körperlicher Ausdauer.

Wenn er auch „Sandplatzkönig“ genannt wird, ist Rafael Nadal mittlerweile auf allen Belägen zu Hause. Zu Beginn seiner Karriere gewann er erst viermal die French Open, bevor er auf einem anderen Belag triumphierte. Er hält den Rekord der längsten Siegesserie in der Open Era (seit 1968) eines männlichen Spielers auf einem Belag: Von April 2005 bis Mai 2007 gewann er alle 81 Spiele auf Sand.

Welche Auswirkungen hat die Verschiebung von Mai in den September auf den Belag?

Die Verhältnisse werden in diesem Jahr anders sein als in der Vergangenheit. Das Wetter wird in den kommenden Wochen wohl kälter, feuchter und auch regnerischer als es üblicherweise Ende Mai/Anfang Juni ist. Zudem wird es über zwei Stunden früher dunkel. Das würde auch die Bedingungen auf den Platz zusätzlich verlangsamen. Sand ist der einzige Belag, bei dem auch bei leichtem Regen weitergespielt werden kann. Es macht die Bälle aber schwerer.

Ein Nachteil für Nadal? Der Spanier liebt es, traditionell in heißem, sonnigen Wetter zu spielen - sein Topspin kommt dann voll zur Geltung.

(RP)