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Fortuna Düsseldorf: Fortuna blamiert sich bis auf die Knochen

Aus im DFB-Pokal : Fortuna blamiert sich bis auf die Knochen

Fortuna Düsseldorf ist blamabel aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Im Viertelfinale beim Viertligisten 1. FC Saarbrücken verlor die Elf von Trainer Uwe Rösler nach Elfmeterschießen.

Uwe Rösler griff bei der Einordnung der Bedeutung dieser Partie in die oberste Schublade. Eine „historische Chance“ sei das Viertelfinale im DFB-Pokal beim Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, so der Trainer von Fortuna Düsseldorf. Sein Team hatte die Bedeutung allem Anschein nach anders eingeordnet. Anders ist die blamable Vorstellung des Bundesligisten nicht zu erklären. Fortuna rettete sich zwar irgendwie in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen, doch dann stand fest: Das 7:8 im Ausweichstadion in Völklingen bedeutet, dass Fortuna nicht nur den ersten Einzug ins Pokal-Halbfinale seit 1996 verpasste, sondern auch 2,8 Millionen Euro Preisgeld und die große Chance, am 21. oder 22. April ins Finale einzuziehen.

Rösler änderte seine Elf im Gegensatz zum bitteren 3:3 nach 3:0-Führung gegen Hertha BSC auf vier Positionen. Das 18 Jahre alte Talent Kelvin Ofori feierte so sein Startelfdebüt in einem Pflichtspiel. Zudem rückten Mathias Jørgensen, Jean Zimmer und Alfredo Morales für Kenan Karaman, Andre Hoffmann, Matthias Zimmermann und Valon Berisha in die Mannschaft.

Ofori war dann auch der auffälligste Fortune in der ersten Halbzeit. Auch wenn sich der Ghanaer ein ums andere Mal früher vom Ball trennen hätte müssen, machte er wenigstens den Eindruck wirklich etwas bewegen zu wollen. Die restlichen neun Feldspieler spielten nicht, als wäre dieses Spiel die angesprochene „historische Chance“. Ideenlos spielten sich die Düsseldorfer in der gegnerischen Hälfte gegen tief gestaffelte und geordnete Saarbrücker den Ball zu. So blieben Fernschüsse von Ofori, Morales und Zimmer mit einem Kopfball von Morales die besten Chancen in der ersten Hälfte.

Der Viertliga-Tabellenführer hingegen wartete geduldig auf seine Chance und belohnte sich im entscheidenden Moment. Markus Suttner verlor den Ball und der nach wenigen Spielminuten aufgrund einer Verletzung eingewechselte Ex-Fortune Kianz Froese dribbelte auf Kaan Ayhan zu. Der Innenverteidiger blieb viel zu passiv, Froese bediente den mitgelaufenen Tobias Jänicke, der zum 1:0 vollstreckte (31.) – klassisch ausgekontert.

Rösler reagierte, brachte zur zweiten Halbzeit Karaman für Bodzek. Der türkische Nationalspieler rückte neben Hennings in die Spitze, Ofori spielte nun als Spielmacher dahinter. Und wieder war es der 18-Jährige, der für Aufregung vor dem gegnerischen Tor sorgte. Seinen Flachschuss kratzte Daniel Batz gerade noch aus der Ecke.

Insgesamt kam aber auch im zweiten Durchgang zu wenig von den Düsseldorfern – spielerisch und kämpferisch. Es sah alles danach aus, als würden die Saarländer schon nach regulärer Spielzeit wirklich Historisches vollbringen und als erster Viertligist überhaupt ins Halbfinale einziehen. Spätestens, als Hennings zehn Minuten vor Ende auch noch einen Foulelfmeter an den Pfosten schoss. Doch Jørgensen köpfte in letzter Minute der regulären Spielzeit das 1:1 und brachte Fortuna in die Verlängerung. Irre: Die Vorlage gab Torhüter Florian Kastenmeier, der zum Eckball mit aufgerückt war.

Nachdem keiner die Entscheidung in der Verlängerung erzwingen konnte, musste ein episches Elfmeterschießen herhalten, in dem die Saarländer kühleren Kopf bewahrten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Saarbrücken - Fortuna: die Bilder des Spiels

(erer)