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Fortuna Düsseldorf - Hertha BSC Berlin 3:3 nach 3:0-Führung

3:3 nach 3:0 gegen Hertha BSC : Fortuna verschenkt ganz wichtige Punkte

Nach einer 3:0-Führung nur 3:3 gegen Hertha BSC – die Düsseldorfer erleiden einen bitteren Dämpfer im Kampf um den Klassenerhalt. Eine chaotische letzte halbe Stunde macht alle Bemühungen zunichte.

Dieser Punkteverlust kann Fortuna Düsseldorf noch einmal richtig weh tun. 3:0 führte der Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga zur Pause gegen Hertha BSC, sah wie der sichere Sieger aus und war zu diesem Zeitpunkt bis auf drei Punkte an den Hauptstadtklub herangerückt. Doch eine chaotische letzte halbe Stunde brachte die Gastgeber um den Lohn. Vor 31.632 Zuschauern mussten sie sich am Ende mit einem 3:3 zufriedengeben, das der erhofften Aufholjagd erst einmal einen bitteren Dämpfer versetzte.

Als aktiver Spieler des VfB Stuttgart hat Jürgen Klinsmann einmal fünf Tore in Düsseldorf erzielt und damit maßgeblich zur höchsten Bundesliga-Niederlage Fortunas aller Zeiten beigetragen – 0:7. Ein Gastspiel als Trainer gab es wegen seiner Demission in Berlin nun nicht mehr, aber in den Hinterköpfen der Hertha-Profis war Klinsmann nach seinem Rundumschlag in dieser Woche sicher doch noch präsent. Inwieweit sein öffentliches Nachtreten gegen Manager Michael Preetz und die Spieler dazu beitrug, dass Klinsmann sich am Freitag auch von seinem Nebenjob als Länderspiel-Experte des Fernsehsenders RTL zurückzog, blieb allerdings fürs Erste ungeklärt. RTL teilte lediglich mit, es sei Klinsmanns alleinige Entscheidung gewesen.

Doch selbst wenn die derbe Kritik des Ex-Trainers einigen Berlinern noch im Kopf herumgespukt haben mag – die Aussetzer in der Anfangsphase waren dadurch nicht zu entschuldigen. Bereits nach knapp neun Minuten lag Hertha 0:2 in Rückstand, und manch einer fühlte sich an die 0:5-Heimpleite am vorigen Spieltag gegen den 1. FC Köln erinnert. Beide Male war Kevin Stöger der Wegbereiter: Zunächst bediente Fortunas österreichischer Regisseur maßgenau seinen Angreifer Kenan Karaman, der Torhüter Thomas Kraft keine Chance ließ (6.). Und als sich die Gäste gerade wieder zu sortieren begannen, inszenierte Stöger eine Kombination über Matthias Zimmermann und Erik Thommy, die die Stuttgarter Leihgabe sehenswert zum 2:0 abschloss.

Doch irgendwie schien die frühe klare Führung die Düsseldorfer aus dem Konzept zu bringen. Statt die Unsicherheiten der Berliner weiter kühl auszunutzen, gab Fortuna das Geschehen etwa ab der 20. Minute aus der Hand. Für jedermann im Stadion festzustellen war das am Verhalten von Trainer Uwe Rösler – der rannte nämlich immer häufiger gestikulierend zum Spielfeldrand, wedelte mit den Armen und forderte seine Schützlinge zu mehr Konzentration auf. Doch zwei klare Chancen der Gäste blieben dank Fortunas erneut starkem Schlussmann Florian Kastenmeier ohne zählbare Folgen.

Als Karaman mit seinem zweiten Treffer des Abends noch vor der Pause das 3:0 erzielte, schien der Deckel auf der Partie zu sitzen. Hertha wirkte schließlich auch nach dem Wechsel harmlos und fahrig, und der Düsseldorfer Anhang hatte mit Sprechchören wie „Jürgen Klinsmann, du bist der beste Mann“ mächtig Spaß. Aber die Fans waren da etwas voreilig, da Fortuna selbst es noch einmal richtig spannend machte. Thommys kurioses Eigentor nach gut einer Stunde weckte die Berliner auf, zugleich kehrten die längst vergessen geglaubten Wackler ins Spiel der Gastgeber zurück.

Als dann auch noch Matheus Cunha nur 180 Sekunden später den Anschlusstreffer erzielte, begann das große Zittern in der Arena. Und Hertha schlug tatsächlich ein weiteres Mal zu. Nach einer Attacke von Kastenmeier gegen Krzystof Piatek entschied Schiedsrichter Tobias Stieler auf Strafstoß, und der Videoassistent griff nicht ein, obwohl viele im Stadion den Torhüter zuerst am Ball gesehen hatten. Piatek verwandelte den Strafstoß selbst, und kurz vor Schluss wurde dann auch noch Nana Ampomahs vermeintlicher Siegtreffer für Fortuna wegen Abseits aberkannt. Es kam an diesem Abend eben alles zusammen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortuna - Hertha: die Bilder des Spiels