Borussia Mönchengladbach: Mut ist Dieter Heckings Masterplan

Borussia empfängt den FC Bayern: Mut ist Heckings Masterplan

Borussia-Trainer Dieter Hecking wollte keine Details seines Ansatzes für das Spiel gegen die Bayern verraten. Trotzdem gab es Hinweise, wie die Gladbacher es angehen werden: „Wir wollen mutig sein und nach vorn spielen“.

Am Freitag zieht Dieter Hecking den Vorhang zu. Dann ist das vor einem Bundesligaspiel übliche Geheimtraining. In diesem wird Borussias Trainer den Plan ausprobieren, den er für das Spiel am Samstag gegen den FC Bayern München entwickelt hat (18.30 Uhr, Borussia-Park).

Sprechen wollte der 54-Jährige über seinen Ansatz für die Mission „Rekordmeister besiegen“ im Detail nicht. Doch man darf spekulieren, dass die Art und Weise, wie die Gladbacher im Hinspiel den Bayern zusetzten, durchaus eine Blaupause sein kann. Schließlich gab es in München einen 3:0-Erfolg.

Unter der Woche ließ Hecking dann auch das Team im Training spielen, das im Oktober den insgesamt vierten und höchsten Gladbacher Erfolg bei den Bayern bewerkstelligte. Damals hatte er vor dem Spiel ein paar Nebelkerzen gezündet, was den Einsatz von Lars Stindl anging und den Kapitän, der zuvor beim Spiel in Wolfsburg erstmals nach seinem Syndesmosebandriss im Aufgebot gewesen war, dann plötzlich aufgestellt.

Stindl war schließlich einer der Matchwinner an diesem Tag: Weil er das Tor zum 2:0 erzielte, aber auch, weil er mit seiner Spielweise als, sagen wir, schwimmende Neun für die Bayern kaum greifbar war. Auch Jonas Hofmann war in München ein wichtiger Faktor, er dürfte auch jetzt eine Hauptrolle in Heckings Plan für die Bayern spielen.

Rückkehr von Raffael noch ungewiss

Aber hat Hecking wieder einen Geheimplan? Mit Raffael zum Beispiel, der nach seinem Schlüsselbeinbruch seit zwei Wochen im Training ist und sich bereit fühlt. „Ob er schon zurückkehrt, kann ich nicht sagen“, gab Hecking an. Wieder eine Nebelkerze? Dass Raffael mindestens eine Option für die Bank ist, ist indes gut vorstellbar, zumal Josip Drmic und Michael Cuisance ausfallen am Samstag.

Abgesehen vom Personal können die Borussen mit Blick auf das Hinspiel vor allem eines von sich selbst lernen: Mut ist der Masterplan. „Wir müssen vor allem wieder über die volle Spielzeit konsequent verteidigen und vor dem Tor Effektivität an den Tag legen. Vor allem, weil man gegen Bayern München nicht viele Chancen bekommt. Außerdem wird es wichtig sein, eigenen Ballbesitz zu kreieren. Sich nur zurückzuziehen und abzuwarten, was Bayern uns anbieten wird, wird nicht unsere Aufgabe sein. Wir wollen mutig sein und nach vorn spielen“, umschrieb der Trainer weiter, wie man das Spiel gegen die Bayern angehen muss.

Erst zweimal in der gemeinsamen Bundesliga-Geschichte haben die Borussen beide Liga-Spiele einer Saison gegen die Bayern gewonnen. Zunächst 1995/96, als dem ersten Sieg überhaupt bei den Bayern, dem 2:1 am 14. Oktober 1995, ein 3:1 auf dem Bökelberg folgte. Dann gab es in der Spielzeit 2011/2012 nach dem 1:0 in München ein 3:1 im Borussia-Park. Nun haben die Gladbacher die Gelegenheit, es zum dritten Mal zu schaffen.

Für die Borussen geht es auch darum, nach den 0:3-Heimniederlagen gegen Berlin und Wolfsburg daheim wieder in die Spur zu kommen. „Wir haben keinen Grund, verunsichert zu sein. Wir haben zwar jetzt drei Spiele hintereinander nicht gewonnen, aber ich hoffe, dass sich meine Mannschaft davon auch nicht beeindrucken lässt. Das Wichtigste ist, dass wir bei uns bleiben. Man muss die Ruhe behalten und von dem überzeugt sein, was man macht. Ich bin sicher, dass das die beste Marschroute ist“, sagte Hecking am Donnerstag.

Also: Borussia geht ohne Krisenangst ins Bayern-Spiel. Was die beste Marschroute gegen die Dortmund jagenden Bayern ist, wird Hecking im Details seinen Spielern am Freitag im Geheimtraining einimpfen. Wie gut sein Plan dieses Mal ist, wird sich am Samstag erweisen, wenn es heißt: Vorhang auf für Gladbach gegen Bayern.

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