Borussia Mönchengladbach: Ex-Fohlen Peniel Mlapa schießt in Venlo wieder Tore.

Neustart in den Niederlanden : Ex-Borusse Mlapa schießt in Venlo wieder Tore

In der niederländischen Ehrendivision spielt VVV Venlo eine starke Saison. Trotz bescheidener Mittel steht der Klub auf Rang acht. Eine Hauptrolle spielt dort ein ehemaliger Borusse.

Es ist noch gar nicht so lange her, da zauberte der Name Peniel Mlapa Bundesligascouts ein Lächeln ins Gesicht. Auf dem Platz sahen sie diesen Hünen, 1,93 Meter groß, für sein junges Alter physisch erstaunlich weit - und kicken konnte er auch noch. Der Togolese trug damals noch Weiß und Hellblau: Bei 1860 München spielte er gemeinsam mit dem Bender-Zwillingen Lars und Sven, sechs Tore schoss er in der Zweitligaspielzeit 2009/2010. Kurz darauf verpflichtete die TSG 1899 Hoffenheim den Stürmer als Versprechen für die Zukunft, die dann aber anders verlief, als es die Verantwortlichen der TSG gehofft hatten.

Neun Jahre sind inzwischen vergangenen, und Mlapa hat den Resetknopf gedrückt, nachdem er sich auch bei Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga nicht durchsetzen konnte, in 31 Spielen machte er gerade mal vier Tore. Nach Borussia folgten Engagements in der Zweiten Liga, bei Nürnberg, Bochum und Dresden. Seit der laufenden Spielzeit schnürt der Togolese seine Schuhe für den VVV Venlo in der niederländischen Ehrendivision. Neun Tore und drei Vorlagen hat er bei seiner ersten Auslandsstation in bislang 19 absolvierten Saisonspielen geliefert. Es passt bislang für den Stürmer: Die Venloer sind Achter in der Liga, Mlapa, der neun Mal für Togo auflief, ist Stammspieler. Ihm kommt das System von Trainer Maurice Steijn zugute. Im 4-3-3 spielt er den klassischen Mittelstürmer, kriegt entsprechend viele Chancen.

Aber als der Wechsel bekannt wurde, fragten viele: Warum nur Venlo? Der Name klingt für Fußball-Profis aus Deutschland erst einmal wenig verlockend. Der Klub spielt im Stadion De Koel, das gerade einmal 8000 Zuschauer fasst. Die Tribünen sind ungleich hoch, teilweise liegt eine Rasenfläche zwischen den Sitzreihen. Und wegen seines kleinen Budgets spielt der Klub jedes Jahr mit vielen Leihspielern nur um den Klassenerhalt. Der gesamte Kader ist knapp 15 Millionen Euro wert, damit würde sich der Klub in der Zweiten Bundesliga irgendwo im unteren Drittel einsortieren. Warum geht einer wie Mlapa dorthin?

„Ich bin nach Venlo gekommen, weil ich denke, dass ich eine Luftveränderung gebraucht habe“, sagt er. „In Deutschland war ich ein wenig in einer Schublade drin und habe in meiner Entwicklung stagniert. Deswegen habe ich mir gedacht, ach komm, ich geh’ nach Venlo und mache einen Neustart.“

Für den Wechsel gab es durchaus gute Argumente. Dass man als Profi an der deutsch-niederländischen Grenze nicht in der Versenkung landet, hat die Vergangenheit gezeigt. Der Japaner Keisuke Honda etwa startete bei den Limburgern seine Europa-Karriere, die ihn bis zum AC Mailand führte, genau wie sein Landsmann, der Verteidiger Maya Yoshida, der heute beim FC Southampton in der Premier League spielt. Nun ist Mlapa kein Jungspund mehr, die Bühne nutzen kann er trotzdem. Der Wert eines Stürmers steigt, wenn er Tore macht. Und die schießt Mlapa in der im europäischen Vergleich schwächeren Ehrendivision.

Über das insgesamt viel kleinere Umfeld sagt der 28-Jährige: „Ich denke, Venlo unterscheidet sich von anderen Vereinen dadurch, dass es ein sehr kleiner, aber gleichzeitig auch ein sehr familiärer Klub ist. Dass eigentlich jeder mit jedem etwas zu tun hat, beziehungsweise jeder jeden kennt. Von der Putzfrau bis zum Sportdirektor. Das ist eine tolle Erfahrung.“ Apropos Bekannte: In Venlo spielt ein weiterer aus Westvereinen bekannter Deutscher: Im Tor steht Lars Unnerstall. Der ehemalige Schalker und Düsseldorfer ist vom PSV Eindhoven ausgeliehen.

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