1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Marc-Andre ter Stegen erzählt von Ultimatum

Marc-Andre ter Stegen bekam Borussia-Ultimatum : „Entweder du gehst zu einem anderen Verein - oder ins Tor!“

Der ehemalige Torwart von Borussia Mönchengladbach, Marc-Andre ter Stegen, hat über seine Anfänge als Torwart berichtet. Dabei stellte ihm ein Gladbacher Jugendtrainer ein Ultimatum.

Marc-Andre ter Stegen ist ein echter Mönchengladbacher Junge. 1992 im Stadtteil Rheydt geboren, begann seine Fußballkarriere bereits im Alter von vier Jahren bei Borussia Mönchengladbach. Bei der Fohlenelf durchlief der heute 26-Jährige die gesamte Jugendabteilung und reifte später unter Trainer Lucien Favre zum Stammtorhüter bei den Profis. Doch beinahe wäre es gar nicht so weit gekommen.

Denn ter Stegen agierte zu Beginn seines Schaffens noch als Feldspieler. „Unser damaliger Torwart hatte ab und an ein wenig Nasenbluten. Keiner wollte ins Tor. Ich habe mich dann bereit erklärt“, verrät ter Stegen in einem Interview mit dem Streaming-Dienst „Dazn“.

Doch im Alter von zehn Jahren stand der Torwart des FC Barcelona vor einer wegweisenden Entscheidung. „Da wurde bei Borussia zum ersten Mal aussortiert“, berichtet ter Stegen. „Der Trainer meinte dann zu mir, dass ich entweder ins Tor gehe, oder ich den Verein verlassen muss.“ Das Gladbacher Eigengewächs musste nicht lang überlegen. „Auch wenn ich Leverkusen immer sehr interessant fand. Die waren in der Halle immer am besten“, erzählt ter Stegen. „Aber ich wollte zu Hause bei meiner Familie bleiben. Damals habe ich nur zehn Minuten zum Trainingsplatz der Borussia gebraucht.“ Er entschied sich also für eine Laufbahn als Torwart – keine schlechte Entscheidung, wie sich schnell herausstellen sollte.

Eine nette Anekdote kann auch sein ehemaliger Jugendtrainer Sven Demandt berichten. „Ich kann mich noch an seine erste Partie unter mir erinnern. Er wollte das Spiel schnell machen und spielte Elias Kachunga den Ball per Dropkick direkt in den Lauf“, erzählt der 54-Jährige unserer Redaktion. „Und wir haben uns einfach nur angeguckt und uns gefragt: 'War das jetzt mit links? Marc ist doch Rechtsfuß.' Ich war sprachlos. Er ist ein außergewöhnlicher Torwart.“

Und ter Stegen machte seinen Weg und wurde im Alter von 18 Jahren zum Stammtorhüter der Gladbacher Erstliga-Mannschaft berufen. Sein Bundesligadebüt gab er am 10. April 2011 – ausgerechnet im Spiel gegen den 1. FC Köln. „Ich war damals mit Tobias Levels in einem Zimmer. Er hat mir ein wenig die Anspannung genommen“, erzählt ter Stegen. Borussia gewann das Derby 5:1. Einige Wochen später sicherte Gladbach sich den für unmöglich gehaltenen Klassenerhalt in der Relegation gegen den VfL Bochum.

Auch Favres unmittelbarer Vorgänger Michael Frontzeck habe mit dem Gedanken gespielt, ter Stegen zur Nummer eins zu ernennen. „Aber er hat sich nicht getraut, weil er mich nicht verbrennen wollte. Im Nachhinein bin ich ihm dafür dankbar.“ Im Jahr 2014 wechselte er zum FC Barcelona. Dort wurde er 2016 zum unumstrittenen Stammspieler. Mit den Katalanen gewann ter Stegen bislang dreimal die spanische Meisterschaft, viermal den spanischen Pokal und einmal die Uefa Champions League. Sein Vertrag läuft noch bis 2022.