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Borussia Mönchengladbach: Warum Bayern München jetzt gerade recht kommen

Analyse nach Borussias 0:3 gegen Wolfsburg : Jetzt kommen die Bayern gerade recht

Die Borussen haben derzeit ein Problem im eigenen Stadion, gegen Wolfsburg gab es die zweite 0:3-Niederlage in Folge im Borussia-Park. Gegen die Bayern können die Gladbacher das Spiel auswärtshafter angehen.

Es ist schon seltsam mit den Borussen. In der Hinrunde waren sie daheim extrem standhaft und stellten sogar einen uralten Rekord ein. Und plötzlich gibt es zwei ziemlich böse Niederlagen in Folge. Mal wieder sind die Gladbacher dabei historisch unterwegs, laut des Portals „OptaFranz“: Zwei Heimniederlagen mit drei Toren Unterschied gab es in 119 Jahren Klubgeschichte nur im November 1982, damals jeweils ein 1:4 gegen den VfB Stuttgart und den 1. FC Köln. Nun durften sich Hertha BSC und der VfL Wolfsburg in Gladbachs Geschichtsbücher eintragen. Wenn die Borussen in dieser Saison etwas machen, dann richtig. Hier dummerweise im Negativen.

0:3 und 0:3 lauten die Resultate der beiden Partien, die nahezu deckungsgleich verliefen – was die Sache noch ärgerlicher macht. Denn die Stärke der Gladbacher in der Hinrunde war, dass sie aus Negativ-Erlebnissen stets schnell gelernt und die Fehler abgestellt haben. Nun wiederholen sich Fehler.

Man war sich in Gladbach bewusst, dass es auch im eigenen Stadion mal unschöne Erlebnisse geben würde nach der perfekten Hinrunde mit lauter Heimsiegen. Doch gab es andere Kandidaten, die man im Auge hatte, dafür verantwortlich zu sein als Hertha BSC und Wolfsburg. Das Problem ist: Die anderen kommen noch. Die Bayern, Leipzig, Dortmund, drei der aktuell ersten Vier, zum Beispiel. Da kann man schon mal düstere Gedanken haben: Verspielen die Borussen die Chance, die sich nach der starken Hinrunde bot, ausgerechnet daheim?

Zumal nun die aufstrebenden Bayern kommen, das beste Auswärtsteam der Liga (knapp vor Wolfsburg). Neun Siege hat der Rekordmeister eingesammelt in dieser Saison und dabei 28 Tore erzielt. Und dann war da ja noch das 3:0 der Borussen in München, mit dem sie dem damals sehr wankelmütigen Dauer-Champion einige Unruhe einbrachten. Niko Kovac wird seinen Spielern klar machen, dass es eine offene Rechnung gibt.

Um zu der Diagnose zu gelangen, dass die Bayern mental im Vorteil sein dürften, muss man kein Psychologe sein. Trotzdem sei die folgende These formuliert: Jetzt kommen die Bayern gerade recht. Und zwar genau aus dem Grund, weil alles gegen die Borussen spricht. Denn es scheint, als hätten die Gladbacher ein Problem mit dem Anspruchsdenken. Nach dem sehr erwachsenen 2:0 auf Schalke waren die Erwartungen klar: Heimspiele gegen Hertha BSC und Wolfsburg, die sollte ein Team wie Borussia „ziehen“, wie es in der modernen Fußballersprache heißt. Borussia war jeweils der Favorit – was die Gegner tief stehend und konternd zu ihrem Vorteil machten.

Gegen die Bayern indes sind die Borussen Außenseiter. Sie können, müssen aber nicht die große Action machen. Sie dürfen, auch wenn der Druck, die dritte Heimniederlage am Stück nicht zuzulassen, da ist, ein bisschen auswärtshafter auftreten ohne in Verruf zu geraten. In der Fremde geht es den Borussen in der Rückrunde leichter vom Fuß, da machen sie Ergebnisse. Zwei Siege und ein Unentschieden gab es, sieben von zehn Punkten der Rückrunde.

Somit ist das Motto gegen die Bayern, um aus dem vermeintlichen Nachteil vielleicht einen Vorteil zu machen: Auswärts denken, um wieder heimstark zu sein. Fußball ist oft Kopfsache. Und manchmal muss man um die Ecke denken, um ein  Problem anzugehen.