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Borussia Mönchengladbach: Folgen der letzten Englischen Woche

In der Rückrunde : Dieser wichtige Faktor für Borussias Kader-Chemie fällt weg

Die letzte Englische Woche dieser Saison ist angebrochen. Marco Rose nutzte die Spiele-Stakkatos zur Rotation. Das war wichtig. Nun muss überlegt werden, den Kader eventuell auszudünnen.

Dass Borussias Trainer Marco Rose am Mittwoch im letzten Heimspiel des Jahres 2019 gegen den SC Paderborn (20.30 Uhr) rotieren wird, ist anzunehmen. Vielleicht muss er erstmals in dieser Saison auf Rechtsverteidiger Stefan Lainer verzichten. Lainer gehörte in allen 23 bisherigen Pflichtspielen zur Startelf und absolvierte 20 über die volle Distanz. In Wolfsburg musste er nach 45 Minuten raus, weil er einen Schlag auf das Knie bekommen hatte. Sein Einsatz gegen Paderborn ist daher fraglich.

„Stevie wurde geröntgt, es ist nichts kaputt, aber er hat noch starke Schmerzen. Es wird noch ein MRT gemacht. Es ist hoffentlich nichts Strukturelles, aber wir müssen schauen, ob ein Nerv eingequetscht ist oder etwas ähnliches. Ganz ausschließen würde ich einen Einsatz gegen Paderborn aber nicht“, sagte Rose. Eine andere Personalie dürfte eindeutig sein: Denis Zakaria ist wieder da nach seiner Sperre und wird sicher in die Startelf rücken. Tobias Strobl wird wohl weichen müssen. Das Mittelfeld war zuletzt ohnehin der größte Rotations-Ort für Rose.

Es ist die letzte der acht englischen Wochen der Hinrunde. Erstmals gab es zwei Niederlagen in Folge, einmal gab es hingegen drei Siege, das war zwischen dem 2. und 10. November, als Bayer Leverkusen (2:1), die AS Rom (2:1) und Werder Bremen (3:1) hintereinander besiegt wurden. Unbesiegt blieben die Borussen auch in der zweiten Englischen Woche, als es erst das 3:0 bei 1899 Hoffenheim, dann das 1:1 bei Basaksehir FK und schließlich das 5:1 gegen den FC Augsburg gab. Mit letzterem Sieg eroberte Roses Team die Tabellenführung, die Borussia erst am 15. Spieltag wieder verlor.

Die Rückrunde ist, da die Borussen sowohl im Pokal als auch in der Europa League gescheitert sind, frei von Englischen Wochen. „Darum wird sich ganz sicher etwas ändern. Da wir einen großen Kader haben, waren die vielen Spiele ein Aspekt, den Kader bei Laune zu halten“, weiß Abwehrchef Matthias Ginter, dass die Spiele-Stakkato ein wichtiger Faktor für die Kader-Chemie sind. Ginter ist sich aber sicher, dass „wir die Charaktere haben, das zu moderieren, wenn es eventuell den einen oder anderen Spieler gibt, der nicht so viele Einsatzzeiten bekommt. Bei uns ist es nicht so wie bei anderen Vereinen, dass deswegen große Unruhe aufkommen wird“, sagte Ginter.

Gleichwohl ist es möglich, dass die Borussen auf die veränderte Situation reagieren. Denn Rose hat schon angedeutet, dass er im „normalen“ Liga-Rhythmus nicht so viel rotieren wird wie zuletzt. Darum ist es nicht auszuschließen, dass der Kader in der Winterpause ausgedünnt wird. Jüngere Spieler könnten ausgeliehen werden, so wie in der vergangenen Saison Laszlo Bénes. Vielleicht gibt es auch Interesse an einem der Borussen, der bislang kaum eine Rolle gespielt hat.

Doch werden Rose und Manager Max Eberl auch genau abwägen, ob überhaupt und wenn wie viele Spieler sie tatsächlich abgeben werden. Denn zwischenzeitlich fehlten fast ein komplettes Team. Das konnte durch den gut bestückten Kader aufgefangen werden.

Rose und Eberl müssen in der Winterpause die Frage beantworten: Wie viel Breite ist nötig für den Tanz auf einer Hochzeit? Und wie viel Breite ist gesund für die Chemie im Kader? Schließlich geht es darum, in der neuen Saison wieder Englische Wochen zu haben.