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Borussia Mönchengladbach: Die Gegentore in Wolfsburg hätten vom VAR geprüft werden können

Victor stand in Sommers Blickfeld : Wolfsburgs 1:0 irregulär? „Eher zu bejahen“

Das 1:0 des VfL Wolfsburg beim 2:1 gegen Gladbach wurde vom VAR geprüft, blieb aber ohne Konsequenzen. Jochen Drees räumte am Montag ein, dass Schiedsrichter Felix Brych sich die Szene nochmal hätte anschauen sollen.

Marco Rose wollte sich zum VAR-Faktor des 1:2 der Borussen beim VfL Wolfsburg nicht äußern. „Ich möchte die Situation nicht kommentieren“, sagte der Trainer am Sonntag nach dem Spiel. Am Montag blieb er dabei. „Ich habe alles dazu gesagt“, so Rose im Gespräch mit unserer Redaktion. Anlass, sich zu äußern, hätte es durchaus gegeben, denn beide Gegentore waren zumindest diskutabel.

Tatsächlich wurde das 1:0 vom Video-Assistenten (VAR) überprüft, das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag bekannt. „In der beschriebenen Szene wurde die Torerzielung ebenfalls vom Video-Assistenten-Team überprüft und auch die mögliche Abseitsstellung des Wolfsburger Spielers Joao Victor mit der Frage einer Sichtbehinderung des Gladbacher Torwarts Yann Sommer bewertet“, sagte Jochen Drees, fachlicher Projektleiter für den Bereich Video-Assistent beim DFB im Netz.

Beim 0:1 durch Xaver Schlager stand Victor einen Fuß breit im Abseits, das zeigten die TV-Bilder. Victor nahm Sommer vielleicht die entscheidende Sicht. Das aber bewerte der VAR anders. „Da der Video-Assistent Zweifel an einer den Torwart beeinträchtigenden Sichtbehinderung hatte und die Bewertung des Schiedsrichter-Teams auf dem Platz, die Torerzielung als korrekt anzusehen, als nicht falsch einschätzte, war der Einsatz der verfügbaren kalibrierten Linien, um die genaue Position des Wolfsburger Spielers zu ermitteln, nicht notwendig. Diese wären nur dann zum Einsatz gekommen, wenn die einleitende Frage der Sichtbehinderung vom Video-Assistenten bejaht worden wäre“, sagte Drees.

Wäre die Szene entsprechend analysiert worden, hätte Schiedsrichter Felix Brych zu entscheiden gehabt: Tor oder Nicht-Tor. „Nach unserer fachlichen Analyse der Szene wäre die Sichtbehinderung des Gladbacher Torwarts nach den vorliegenden TV-Bildern eher zu bejahen. Dementsprechend wäre die Empfehlung eines On-Field-Reviews an den Schiedsrichter richtig gewesen, sodass dieser nochmal eine eigene Einschätzung und Bewertung hätte vornehmen können“, sagte Drees. Gut möglich, dass der Treffer dann nicht gezählt hätte, weil er irregulär war.

Im Vorfeld des Wolfsburger Siegtores durch Maximilian Arnold sah Sommer „ein hohes Bein von Wout Weghorst“ im Strafraum. Das wurde nicht geahndet und die Szene im Nachklang auch nicht geprüft. „Wir müssen das akzeptieren“, sagte Sommer nach der zweiten Nachspielzeit-Niederlage in Folge.