Mohamadou Idrissou droht Abschiebung nach Kamerun

Früherer Gladbach-Profi : Mo Idrissou droht Abschiebung nach Kamerun

Mohamadou Idrissou hat es bis in den deutschen Spitzenfußball geschafft. Gegen Ende seiner Karriere will es der Torjäger aus Kamerun bei einem kleinen Klub in Österreich versuchen. Doch die Behörden stellen sich quer. Ihm droht die Abschiebung.

Der frühere Fußball-Bundesligaprofi und WM-Teilnehmer Mohamadou Idrissou sitzt in Österreich in Abschiebehaft. Das bestätigte am Samstag der Obmann des österreichischen Viertligisten DSV Leoben, Edi Lieber. Beim DSV Leoben hatte der 39-jährige Kameruner im Sommer angeheuert. Zuvor hatte die „Kronen Zeitung“ über den Vorgang berichtet.

Idrissou hätte bei dem Amateurverein spielen und nebenher einer Arbeit nachgehen sollen, sagte Klubchef Lieber der Deutschen Presse-Agentur. Dafür hatte der Stürmer auch schon ein Stellenangebot und eine Arbeitsbewilligung. Allerdings habe er kein Aufenthaltsvisum erhalten. Das habe mit einer Sache aus Idrissous Vergangenheit in Deutschland zu tun, sagte Lieber, ohne Details zu nennen.

Idrissou sei seit September immer wieder nach Deutschland gereist, wo auch seine Kinder leben. Bei seiner jüngsten Rückreise nach Österreich sei er dann in Haft genommen worden. „Das tut mir leid für ihn, er war so lange in Europa“, sagte Lieber, der keine Möglichkeit sieht seinem Spieler in dieser Situation zu helfen.

Idrissou absolvierte 139 Bundesligaspiele (27 Tore) und kam zudem in 164 Partien (68 Treffer) in der 2. Liga zum Einsatz. Nach Stationen in Wiesbaden, Hannover, Duisburg, Freiburg, Mönchengladbach, Frankfurt und Kaiserslautern spielte er für israelische und mazedonische Klubs. Bei der WM 2010 lief Idrissou für Kamerun auf. Im Jahr 2015 wechselte er zum damals fünfklassigen KFC Uerdingen in Krefeld und spielte danach bei kleinen Vereinen in Österreich. „Wir hatten so eine Freude - da bietet sich jemand an, der uns weiterbringen kann, und dann endet das so“, sagte Lieber.

(pabie/sid)