Borussia Mönchengladbach ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen

Borussia verliert in Wolfsburg : Gladbach zurück auf dem Boden der Tatsachen

Borussia verliert erneut in der Nachspielzeit. Die 1:2-Niederlage in Wolfsburg kostet Gladbach zudem die Tabellenführung.

Es waren skurrile acht Tage für Borussia Mönchengladbach. Es gab drei Spiele, die alle 2:1 endeten. Und alle drei wurden in der Nachspielzeit entschieden. Nach dem 2:1 gegen den FC Bayern München, als die Gladbacher in der Extrazeit trafen, gab es zwei Niederlagen mit der Zeitangabe „90+“, die Gladbach nach dem wochenlangen Höhenflug auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben: Das 1:2 am Donnerstag gegen Basaksehir FK aus Istanbul bedeutete das Aus in der Europa League. Am Sonntag kostete das 1:2 beim VfL Wolfsburg nach acht Spieltagen an der Spitze die Tabellenführung.

Somit setzt sich in der Autostadt die Geschichte von Borussia und der Nachspielzeit fort. Diese war zunächst eine mit hohem Jubelpotenzial. Denn bei Basaksehir FK und bei AS Rom brachten diese Tore jeweils ein 1:1 und dann gegen die Römer und gegen die Bayern 2:1-Siege. Nun haben die Borussen zweimal in Folge nach Ablauf der regulären Spielzeit verloren.

 „Wir haben in den vergangenen Wochen öfter das Glück gehabt, in der letzten Minute das Tor zu machen, jetzt läuft es gegen uns. Es ist bitter, ähnlich wie am Donnerstag gegen Basaksehir noch ein Tor zu kassieren“, sagte Mittelfeldspieler Jonas Hofmann. Die Donnerstag-Niederlage habe er nicht mehr im Kopf gehabt, versicherte er. Doch die Geschichte wiederholte sich. „Es ist eine sehr bittere Niederlage für uns, wieder in der Nachspielzeit. Wir lernen gerade auf unschöne Art und Weise, wie man das möglicherweise in die andere Richtung verhindert“, sagte Trainer Marco Rose.

Zum ersten Mal in seiner Zeit als Gladbach-Trainer verlor seine Mannschaft zwei Pflichtspiele in Folge. Die zweite unschöne Begegnung mit seiner Vergangenheit in Österreich nach dem 0:4 gegen den Wolfsberger AC in der Europa-League-Gruppenphase. Auch Wolfsburg-Coach Oliver Glasner kannte Rose bereits aus der österreichischen Bundesliga, Glasner hatte bis zum Sommer den Linzer ASK trainiert. „Wir hätten gern den Punkt mitgenommen. Deswegen ist es schade, dass wir es in der Endkonsequenz nicht so zu Ende verteidigt haben, um das hinzukriegen“, sagte Rose.

Seinem Team nutzte es auch nichts, dass Breel Embolo nur zwei Minuten nach der Wolsburger Führung durch den starken Xaver Schlager (13.), der vergangene Saison noch unter Rose bei RB Salzburg gespielt hat, der Ausgleich gelang. Die „Wölfe“ waren aggressiver und durchschlagskräftiger. 17:6 lautete die Torschussbilanz, das ist eine üppige Ausbeute des Gegners, der sich allein mit dem ständigen Willen, das Spiel zu entscheiden, den Sieg verdiente. Die Gladbacher bekamen Schlagers Wucht in der Zentrale nicht in den Griff, der umtriebige Blondschopf ging ständig steil, ganz so, wie er es bei Rose in Salzburg gelernt hat. Die Borussen waren im Spiel nach vorn zu wenig zielstrebig, so dass es jenseits des Tores von Embolo nur eine große Chance gab. Doch die konnte Marcus Thuram, der allein vor Torwart Koen Casteels auftauchte, nicht nutzen.

„Ich muss sagen, dass wir in der zweiten Hälfte die schlechtere Mannschaft waren. Wir hatten Schwierigkeiten, uns zu entlasten und hinten rauszukommen. Trotzdem ist es schade: Wir haben bis zum Schluss gekämpft und dann bekommen wir so ein spätes Gegentor“, sagte Yann Sommer. Hofmann riet, diese Fortsetzungsgeschichte, mit dem Gegentor in der Nachspielzeit, mental nicht allzu hoch zu hängen. „Wenn du dir etwas einredest, wird etwas daraus. Aber wir hatten vorher ja auch in der letzten Viertelstunde einige Tore gemacht, jetzt war es halt mal gegen uns“, sagte er. Er machte für die noch anstehenden Partien gegen Paderborn und bei Hertha BSC eine klare Ansage. „Wir hätten gern die Tabellenführung verteidigt. Aber wenn wir noch sechs Punkte holen, ist da wieder was drin. Wir versuchen, diese Punkte zu holen. Aber erstmal wollen wir gegen Paderborn gewinnen und dann sehen wir weiter“, sagte er.