Borussia Mönchengladbach: Florian Neuhaus hat eine neue Position

Starke Leistung gegen Freiburg : Neue Position für Borussias Neuhaus

Das Testspiel-Doppel gegen den SC Freiburg hat Trainer Marco Rose viele positive Erkenntnisse gebracht. Er gab Florian Neuhaus beispielsweise eine neue Rolle – die Borussias Mittelfeldspieler sehr gut interpretierte.

Florian Neuhaus hatte in der Hinrunde durchaus Probleme. Er stieg im Sommer sehr früh nach seiner Teilnahme an der U21-EM ins Training ein, irgendwann hatte man den Eindruck, dass ihm ein wenig mehr Ruhe schon gut getan hätte. Denn Neuhaus fehlte die Spritzigkeit, die gerade bei der Spielidee von Trainer Marco Rose enorm wichtig ist. Der 22-Jährige pendelte zwischen der Zehner- und Achter-Position, fiel aber nur so positiv auf, wie es mit seinem Talent eigentlich möglich gewesen wäre. Neuhaus steigerte sich zwar läuferisch, ließ aber gerade in Sachen Torbeteiligungen nach. In 21 Pflichtspieleinsätzen schoss er einen Treffer selbst und bereitete ein Tor vor – zu wenig für einen Mann seiner Klasse. Doch nun könnte Rose eine Rolle für Neuhaus gefunden haben, auf der er wieder richtig in Fahrt kommen könnte.

Beim zweiten Testspiel gegen Freiburg spielte er im defensiven Mittelfeld, war neben Tobias Strobl einer der beiden Sechser. Zuvor hatte Neuhaus ausschließlich auf offensiveren Positionen gespielt. Doch es wurde schnell klar, dass ihm diese Rolle liegt, er hatte viele Ballgewinne und konnte mehrere Angriffe initiieren, beispielsweise leitete er das 1:1 ein. Der große Vorteil: Neuhaus hat auf dieser Position das Spiel vor sich, was ihm (zumindest nach dem Eindruck des Freiburg-Spiels) offenbar besser liegt.

Auch Rose war zufrieden damit, wie Neuhaus seine neue Rolle interpretiert hat. „Ich habe das Glück, im Zentrum viele gute Spieler zu haben, die Spielverständnis haben und bereit sind zu verteidigen. Die es einfach können“, sagte Borussias Trainer. „Es ist auch eine Option, mit Flo auf der Doppel-Sechs zu spielen, das hat er heute gezeigt. Er kann beides, er ist ein Spieler, der den letzten Pass spielen kann, aber auch jemand, der gut antreiben kann.“

Damit ist Neuhaus’ Chance auf einen Platz in der ersten Elf deutlich gestiegen. Rose trainierte im Trainingslager oftmals im 4-2-3-1-System, auch gegen Freiburg war dies in der meisten Zeit die Grundformation. Auch wenn Gladbachs Coach sich in Sachen Taktik nicht festlegen will, ist es wahrscheinlich, dass er in der Rückrunde häufig auf eine Doppel-Sechs zurückgreifen wird. Denis Zakaria dürfte dort gesetzt sein, den Platz neben ihm könnte Neuhaus einnehmen. Zakaria mit seiner großen Stärke als Abfangjäger und Neuhaus als spielerischer Antreiber könnten gut harmonieren. Und vielleicht sichert sich der junge Borusse, der während der Hinrunde seinen Vertrag bis 2024 verlängerte, auf seiner neuen Position noch einen Platz im Kader der deutschen Nationalmannschaft für die im Sommer anstehende Europameisterschaft.