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Borussia Mönchengladbach: So ticken Marcus Thuram, Alassane Plea und Co.

Roses „lustiger Haufen“ : So tickt Borussias „French Connection“

Borussias Profis der sogenannten „French Connection“ sind bekannt für ihre Lebensfreude. Ein Porträt der Gruppe um Marcus Thuram, Alassane Plea, Ibrahima Traoré, Breel Embolo, Denis Zakaria, Mamadou Doucouré und Ramy Bensebaini.

In der Ferne ist schon das laute Gelächter nach dem Training der Borussen zu hören. Sechs junge Männer gehen den Weg hinauf zum Teamhotel im Trainingslager in Jerez de la Frontera, sie tanzen herum, brüllen sich im spaßigen Ton Worte entgegen, die nur derjenige versteht, der die französische Sprache beherrscht. Sie lachen laut, fallen sich immer wieder in die Arme, klatschen ab und schaukeln sich gegenseitig hoch in ihrer Stimmung. Wer Borussia ein wenig kennt, weiß auch ohne hinzusehen: das ist die sogenannte „French Connection“.

Die Franzosen Marcus Thuram, Alassane Plea und Mamadou Doucouré sowie Denis Zakaria, Breel Embolo, die beide aus der Schweiz stammen, der Algerier Ramy Bensebaini und Ibrahima Traoré (Guinea) sind ein unzertrennliches Gespann. Schon am Borussia-Park kennen die Kiebitze das Geschehen vor dem Training, wenn die „French Connection“ fast immer als Letztes – aber pünktlich – den Platz betritt. Ebenfalls mit reichlich Tamtam, wie nun in Spanien.

„Wir fühlen uns sehr wohl zusammen, man tut sich immer leichter, wenn man die gleiche Muttersprache hat. Dann ist es auch logisch, dass man mehr untereinander zusammen ist“, sagt Zakaria im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir sind alle gute Menschen, alle sehr lustig. Wir sind ein bisschen die Verrückten in der Mannschaft.“

Und „die Verrückten“ haben mit Ibrahima Traoré, der mit 31 Jahren auch deutlich der älteste Spieler dieser Gruppe ist, eine Art Oberhaupt, eine Vaterfigur. „Das kann man so sagen, weil er schon alles erlebt hat. Deswegen hören wir alle auf Ibo, wenn er etwas sagt“, erklärt Zakaria.

Traoré lädt seine Kollegen gerne zum Essen ein, die „French Connection“ unternimmt häufig auch außerhalb des Geschehens bei Borussia die Zeit gemeinsam, gehen gerne zusammen shoppen. „Wir sprechen die gleiche Sprache, und damit meine ich nicht nur, dass wir alle Französisch sprechen. Wir sind ein Team von Menschen mit dem gleichen Hintergrund“, sagt Thuram. „Das hat mir enorm geholfen, als ich im Sommer zu Borussia gewechselt bin. Und wenn morgen ein neuer französischsprachiger Spieler kommen würde, würden wir ihn auch sofort in unsere Gruppe integrieren.“

Obwohl die französischsprachigen Borussen die meiste Zeit in ihrer Gruppe verbringen, ist es aber keineswegs so, dass sie sich vom Rest des Teams isolieren. „Man merkt schon, dass sie immer zusammen sind, auch in den Übungen im Training. Aber ich habe nie das Gefühl, dass das ein Thema wird, sonst würde ich ja eingreifen. Sie bringen sich trotzdem ins Team ein“, sagt Trainer Marco Rose. „Das ist ein lustiger Haufen mit einem eigenen Humor.“

Mit ihrer Art und Weise sorgen Thuram, Zakaria und Co. aber nicht nur für Unterhaltung neben dem Platz, sondern auch auf dem Spielfeld. Ein Großteil der spielerischen Höhepunkte der Hinrunde geht auf das Konto der Profis aus der „French Connection“, sie zeigen ihre Lebensfreude auch in den Pflichtspielen. „Sie sind auf der einen Seite sehr locker, auf der anderen Seite sind sie sich ihrer Verantwortung aber auch bewusst“, sagt Rose. „Und mehr Verantwortung zu übernehmen ist ja ein Punkt, bei dem wir auf dem Platz alle noch draufpacken können. Grundsätzlich machen sie das. Die Jungs machen Spaß und sind ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft.“