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Borussia Mönchengladbach: Patrick Herrmann über seinen schönsten und schlimmsten Moment

Borusse berichtet täglich aus dem Trainingslager : Herrmanns schönster und schlimmster Karriere-Moment

Patrick Herrmann gibt während des Trainingslagers von Borussia Mönchengladbach täglich exklusive Eindrücke aus Spanien. In der fünften Folge spricht er über seine beiden prägendsten Momente seiner zehn Profijahre.

Es ist fast unglaublich, aber meine Profikarriere dauert jetzt wirklich schon zehn Jahre an. Am 16. Januar 2010 habe ich im Alter von 18 Jahren mein Debüt für Borussia gefeiert – und es bleibt der schönste Moment in meiner Karriere.

Ich wurde kurz vor Schluss beim Spiel in Bochum beim Stand von 0:2 für Filip Daems eingewechselt. Er gab mir seine Kapitänsbinde und ich sollte sie an Tobias Levels weiterreichen. Aber ich stand so unter Adrenalin, mein ganzer Körper zitterte, dass ich dazu erst nicht kam. Ich habe die Binde also in der Hand gehalten, als das Spiel wieder angepfiffen wurde. Dann bekam ich den Ball, habe reingeflankt und Fabian Bäcker hat das Tor gemacht. Auch wenn wir das Spiel verloren haben, war das ein großer Moment für mich. Und meinen ersten Assist habe ich damit praktisch als Kapitän gegeben. Danach habe ich die Binde aber dann schon weitergereicht.

Daran kann ich mich genauso gut erinnern wie an meine schlimmste Erfahrung. Das hatte mit meinem Kreuzbandriss im Oktober 2015 zu tun. Da war ja zu Beginn gar nicht klar, dass ich so schwer verletzt war. Ich hatte da nochmal eine MRT-Untersuchung und später bekam ich, als ich im Baumarkt war, einen Anruf von unserem Arzt. Ich dachte mir, er sagt mir nur, dass ein wenig Flüssigkeit im Knie ist oder so, aber er hat mir dann offenbart, dass das hintere Kreuzband weg ist. Das war ein Schock für mich, da musste ich mich erstmal im Baumarkt hinsetzen.

Dabei lief es in dieser Zeit richtig gut für mich, ich war Nationalspieler und das in der Zeit, als es auf die Europameisterschaft in Frankreich zuging. Doch diese Verletzung machte dann meinen Traum von der EM 2016 zunichte, ich fiel monatelang aus. Immerhin habe ich das Beste daraus gemacht, ich habe mich gegen eine Operation entschieden, das war auch jeden Fall richtig.