Borussia Mönchengladbach: Thuram, Plea und Co. vergeben zu viele Chancen

Nicht effektiv genug : An dieser Schwäche feilt Borussia im Trainingslager besonders

In Sachen Chancenverwertung gehörte Borussia Mönchengladbach in der Hinrunde nicht zu den Top-Teams. Daran arbeitet das Team von Trainer Marco Rose in Spanien – mit bislang mäßigem Erfolg.

Alexander Zickler steht am rechten Torpfosten auf dem Trainingsplatz des Hotels Barcelo Montecastillo, seine Mimik ist bestimmt von einer Mischung aus einem hadernden Blick und einem süffisanten Lächeln. Zuvor ist ein gewaltiger Schuss von Marcus Thuram deutlich am Tor vorbeigegangen. Während der Übung, bei der die Borussen Spielzüge bis zum Abschluss durchführen sollen, fliegen die Schüsse der Offensivspieler reihenweise an ihm – und am Tor – vorbei. „Es müssen noch drei Treffer fallen, das dauert also noch 30 Minuten“, flüstert der Offensivcoach der Borussen sarkastisch, motiviert die Stürmer aber weiter, es besser zu machen.

Die Gladbacher arbeiten in Spanien viel an ihrem Torabschluss, in den meisten Trainingseinheiten feilen insbesondere die Angreifer um Thuram, Breel Embolo und Alassane Plea an ihrer Chancenverwertung. Borussias Stürmer suchen nach dem perfekten Schuss – es spiegelt sich in den Trainingseinheiten oft aber auch das wider, was die Statistiken aus der Hinrunde zeigen: Borussia ist vor dem Tor noch nicht effektiv genug. Zwar hat Gladbach mit 33 Treffern den viertbesten Angriff der Liga, ist dort aber lange nicht so stark wie die drei Top-Klubs Borussia Dortmund (41 Tore), Bayern München (46) und RB Leipzig (48).

Dabei hätten es sogar deutlich mehr Borussen-Treffer in der ersten Saisonhälfte sein können, sogar müssen. 23 Großchancen hat Gladbach in der Hinrunde vergeben, das ist die drittschlechteste Wert in der Bundesliga. Das zeigt: Borussia spielt sich zwar viele sehr gute Chancen heraus, verfehlt aber zu häufig noch das Ziel.

Das ist auch Rose und Zickler sowie Oliver Neuville, der ebenfalls die Stürmer unterstützt, nicht entgangen. Deswegen nutzen die Trainingszeiten, um Borussia auch in dieser Hinsicht zu verbessern. Doch dabei geht es nicht nur, um den Torschuss nach Spielzügen, sondern auch um die Ausbeute nach Eckstößen und Fernschüssen. Erst einmal traf Gladbach aus der Distanz, der Ligaschnitt sind vier Weitschusstore. In Sachen Ecken ist Borussia sogar das schlechteste Team, nur jede 89. Ecke führte bislang zum Tor. Auch bei direkten Freistößen gibt es Nachholbedarf, nach diesen Situationen fiel noch kein Treffer.

Diese Zahlen belegen das, was Rose, Sportdirektor Max Eberl, aber auch die Spieler immer wieder betonen: Borussia hat noch immer Luft nach oben, auch wenn es in der Hinrunde in der Bundesliga sehr gut lief.